Granaten und Wandervögel

Der BCF schlägt auf Transfermarkt kräftig zu

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Robust präsentierte sich der neue afrikanisch-stämmige Innenverteidiger Aliou Sene (re.) beim Pokalsieg des BCF Wolfratshausen in Holzkirchen.

BCF Wolfratshausen – Die Zufriedenheit stand Farchets Fußball- Abteilungsleiter Manfred Fleischer nach dem 3:1-Sieg im Pokalmatch beim TuS Holzkirchen ins Gesicht geschrieben. Nicht weniger als vier Spieler hatten für den BCF Wolfratshausen ihr Debüt gefeiert und wesentlich zum Erfolg beigetragen.

VON OLIVER RABUSER 

Noch zu Beginn der Woche war die Hoffnung von Coach Reiner Leitl auf Verstärkung seines Kaders gegen Null gesunken. Doch des Trainers schlechtes Gefühl trog, denn plötzlich ging alles ganz schnell. Fleischer einigte sich mit seinem Kollegen vom SV Türkgücü Ataspor über die Wechselkonditionen, und schon flatterte die Spielberechtigung auf elektronischem Wege nach Wolfratshausen. „Ganz ohne Abstandszahlung geht es nicht“, lautete eine von zwei Feststellungen Fleischers. Die andere trug indes Aussagekraft über die Personalplanungen des Vereins: „Damit sind wir komplett.“

Drei neue von Türkgücü Ataspor München

Das lässt sich jetzt auf einmal leicht sagen. Denn neben Vinicius da Cunha und Aliou Sene, die primären Objekte der Farcheter Begierde, gehört plötzlich auch Damir Suljanovic zum Bestand. Aufhorchen lässt dabei der Karriereweg des Bosniers. Zu Beginn seiner Laufbahn weilte er als Profi bei verschiedenen Klubs in Griechenland, Spanien und Frankreich, zwischenzeitlich spielte der heute 30-Jährige bei Energie Cottbus. Dann verschlug es den Wandervogel in die Münchner Region zum FSV Harthof, dem TSV Grünwald und zuletzt eben zum türkischen Landesliga-Aufsteiger. Leitl stellte den aktuellen Leistungsstand vor irgendwelche Meriten: „Guter Fußballer, aber keinen Dampf.“

Da Cunha "bei Ankunft in Deutschland eine Granate"

Tatsächlich deutete Suljanovic sein technisches Potenzial in der Anfangsphase an. Die Auswechslung zur Halbzeit war indes aus physischer Sicht überfällig. Ein ähnlicher Spielverlauf war bei da Cunha zu beobachten. Doch ging Leitl hier einen Tick mehr ins Detail. Die Informationen des Übungsleiters besagen, der 24-jährige Brasilianer müsse einst bei dessen Ankunft in Deutschland eine „Granate“ gewesen sein. Leitl hegt den Verdacht, da Cunha wäre bis dato bei Vereinen untergekommen, wo Fitness und Spieldisziplin nicht an aller oberster Stelle standen: „Ihm fehlt das Tempo.“ Gleichwohl hat sich der BCF mit den beiden Mittelfeldkickern erheblich verstärkt.

Lipotic deutete Torgefährlichkeit bereits an

Auch Ivan Lipotic vermag in spielerischer Hinsicht locker mithalten. Der Zugang aus Starnberg spielte 90 Minuten durch, deutete seine Torgefährlichkeit mehrmals an und traf zum 1:3-Endstand. „Sehr gute Ansätze“, sah Leitl bei dem 19-Jährigen. Lipotic müsse allerdings fortan „öfter in Eins-gegen-Eins- Situationen marschieren und noch mehr den Abschluss suchen“.

Einzig Aliou Sene blieb von des Trainers Kritik verschont. Der in München studierende Innenverteidiger wartete gleichermaßen mit robuster Präsenz wie auch der afrikanischen Fußballern ureigenen Geschmeidigkeit auf. „Er wird eine Bereicherung für uns“, versicherte Leitl. Um bis zum Saisonstart in anderthalb Wochen einigermaßen ansprechende Leistungswerte vorweisen zu können, wird das Quartett der Novizen sowohl im Testspiel am heutigen Freitag beim TSV Peiting (19 Uhr) als auch beim Totopokal-Match am Samstag in Rosenheim abermals zum „Sehen und Heranführen“ (Leitl) vorspielen. Klappt die Integration bis zum Bayernliga-Auftakt in Aichach, wird die Stimmung von Manfred Fleischer sicherlich weiter blendend bleiben.

Quelle: fussball-vorort.de

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