Das große Derby zwischen Pipinsried und Dachau

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Wer jubelt morgen in Pipinsried? Aufsteiger 1865 Dachau, so wie hier gegen Rosenheim – oder Gastgeber FCP, der in dieser Saison noch ungeschlagen ist?

FC Pipinsried - Es ist soweit! In Pipinsried kommt es am Sonntag zum ersten Bayernligaderby in der Geschichte zwischen dem FC Pipinsried und dem TSV 1865 Dachau. Um 17 Uhr erwartet der FCP den Aufsteiger Natürlich stellt sich dabei die Frage nach der aktuellen Nummer Eins im Landkreis.

Vor zwei Jahren waren die beiden Mannschaften schon einmal in Punktspielen aufeinandergetroffen. Einem 1:0-Sieg für 1865 folgte ein 2:0 für Pipinsried. Damals zogen sich die Spieler des FCP nach dem Triumph T-Shirts mit der Aufschrift „Die Nummer 1 im Dachauer Land“ über. „Das war eine Aktion, die ich mir heute sparen würde“, erklärt FCP-Spielertrainer Tobias Strobl. „Wir hatten nach der 0:1-Niederlage von allen Seiten ordentlich auf den Deckel bekommen, und da haben wir uns zu dieser Aktion im Rückspiel hinreißen lassen.“

Auch auf Dachauer Seite ist diese Aktion in Erinnerung geblieben: „Pipinsried hat sich damals mit dieser Aktion meiner Meinung nach eher lächerlich gemacht, anstatt sich einen Gefallen zu tun“, findet 65-Coach Marcel Richter. „Mit der anstehenden Partie hat das aber nichts mehr zu tun“, ist sich auch der Dachauer Übungsleiter sicher.

In der Tat haben sich die Mannschaften seit dem damaligen Rückspiel stark verändert. Auf FCP-Seite sind immerhin noch sieben Spieler aus dem damaligen Kader dabei. Und bei 1865 mit Korbinian Wildgruber und Marcel Richter gar nur zwei.

Mit dem Saisonstart können beide Vereine sehr zufrieden sein. Während der Aufsteiger aus Dachau sechs Punkte aus den ersten drei Spielen geholt hat, stehen für Pipinsried schon sieben Zähler auf dem Konto.

„Ich denke, mit den zwei Siegen aus den ersten drei Spielen stehen wir voll im Soll“, sagt Marcel Richter. „Für uns ist jedes Spiel in der Bayernliga immer noch ein Highlight, und das Derby gegen Pipinsried ist natürlich auch noch einmal etwas ganz Besonderes.“

Auch FCP-Chef Konrad Höß ist voller Vorfreude: „Ich denke, der Landkreis wartet auf diese Partie, schließlich hat es das in der Bayernliga bisher noch nie gegeben. Ich rechne fest damit, dass wir bei gutem Wetter viele Zuschauer begrüßen dürfen.“

Einer versucht, sich von dieser Euphorie nicht anstecken zu lassen – FCP-Spielertrainer Tobias Strobl: „Für mich und meine Spieler ist das ein Spiel wie jedes andere auch. Auch wenn es gegen den TSV Dachau geht, sind da bei mir nicht mehr oder weniger Emotionen im Spiel als gegen einen anderen Gegner.“

Richter sieht das anders: „Das ist für beide Teams meiner Meinung nach etwas ganz Besonderes. Wir können jedoch völlig befreit aufspielen und haben nichts zu verlieren. Der Druck liegt ganz klar auf Seiten der Pipinsrieder.“ Auch Strobl rechnet mit einer befreit aufspielenden Dachauer Mannschaft: „Ich habe mir gegen die SB DJK Rosenheim diese Mannschaft angeschaut. Die spielen einen guten Fußball und werden sich mit Sicherheit nicht hinten reinstellen wie Bad Kötzting vor knapp zwei Wochen.“

Für Richter, der vor seiner Zeit bei Dachau die Geschehnisse beim FCP leitete, ist es die Rückkehr an die alte Wirkungsstätte. FCP-Präsident Konrad Höß freut sich auf die Rückkehr seines „Lehrlings“: „Der Marcel leistet bei Dachau 65 eine gute Arbeit. Er hat bei seinem Weggang eine größere Perspektive in Dachau gesehen, und aktuell befindet er sich auf einem guten Weg.“

Der Dachauer Trainer gibt sich kämpferisch: „Pipinsried hat uns ein Jahr an Erfahrung voraus. Wir befinden uns noch in der Gewöhnungsphase an die Bayernliga. In Zukunft sehe ich für den Verein Dachau 65 aber bessere Chancen, im gehobenen Amateurfußball zu bestehen als für den FC Pipinsried.“

Am vergangenen Mittwoch bestritt der TSV 1865 Dachau noch einmal ein Testspiel gegen die U19 der Münchner Löwen. Am Ende hieß es 1:5 aus Dachauer Sicht. Den einzigen Treffer für die Ampertaler erzielte Lukas Riglewski.

Vor dem morgigen Spiel plagen beide Übungsleiter Sorgen. So werden beim FC Pipinsried nicht nur Junis Ibrahim und Michael Holzhammer verletzungsbedingt ausfallen, sondern auch Serge Yohoua. Der FCP-Sturmtank hat sich im Spiel beim TSV 1860 Rosenheim eine Gehirnerschütterung zugezogen. „Dieser Ausfall trifft uns sehr schwer. Serge ist mein absolutes Juwel im Sturm und hinterlässt eine große Lücke“, so Strobl. Wie er ihn ersetzen wird, weiß er noch nicht genau: „Ich habe da mehrere Varianten im Kopf.“

Auch beim TSV 1865 sind nicht alle Spieler fit. Abwehrchef Fabian Lamotte (Fußprellung) konnte zuletzt nur eingeschränkt trainieren. Sicher ausfallen wird der beste 65-Stürmer der vergangenen Saison, Oliver Wargalla, der sich am vergangenen Wochenende eine schwere Verletzung im Oberschenkel zugezogen hat und dem TSV auch für die kommenden Wochen nicht zur Verfügung steht.

Quelle: fussball-vorort.de

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