SpVgg Unterhaching

„Es geht nicht immer nur um wirtschaftliche Dinge“

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Schwere Zeiten: Für SpVgg-Präsident Manfred Schwabl gib es in der Corona-Krise viel Wichtigeres als Fußball. 

Lange Zwangspause: In der 3. Liga ruht der Ball für die kommenden sechs Wochen.

UnterhachingDamit reagierten die Vereine deutlich drastischer auf die Coronavirus-Krise als die Deutsche Fußball Liga. Die Unterbrechung der 3. Fußball-Liga geht in die Verlängerung. In einer Videokonferenz beschlossen der Deutsche Fußball-Bund (DFB) sowie die Vertreter der 20 Klubs, die Saison angesichts der Coronavirus-Pandemie vorerst bis zum 30. April auszusetzen. Eigentlich sollte nach der Absage von zwei Spieltagen am Wochenende wieder gespielt werden. Völlig unrealistisch.

„Die Tragweite der aktuellen Krise ist immer noch nicht in vollem Ausmaß abzusehen. Unter Abwägung aller Aspekte und Interessen sind Verantwortung und Vernunft für uns die obersten Gebote. Vor diesem Hintergrund begrüßt der Ausschuss die heutige Entscheidung, die in Absprache mit den Clubs getroffen worden ist. Wir brauchen untereinander die größtmögliche Solidarität“, sagte Tom Eilers, Vorsitzender des Ausschusses 3. Liga.

„Das ist die logische Konsequenz aus der momentanen Situation“, kommentierte Manfred Schwabl, Präsident der SpVgg Unterhaching, die Entscheidung „Es macht keinen Sinn, von Woche zu Woche zu denken.“

Der festgelegte Zeitraum bis Ende April orientiert sich an den aktuell vorliegenden behördlichen Anordnungen. Die verlängerte Pause soll die Möglichkeit offen halten, dass die Saison doch noch zu Ende gespielt werden kann. Noch stehen elf Spieltage aus. Durch die Unterbrechung müssten acht Termine nachgeholt werden. Dies könnte durch Englische Wochen sowie eine Ausweitung der ursprünglich bis 16. Mai laufenden Saison möglich sein. Bis 30. Juni muss die Spielzeit beendet werden, da auslaufende Verträge an diesem Tag ihre Gültigkeit verlieren.

Problematisch ist der Trainingsbetrieb. Bei der SpVgg Unterhaching etwa sind alle Trainingsplätze gesperrt. Dazu Haching-Boss Schwabl: „Wir müssen uns den Gegebenheiten anpassen. Die Jungs müssen sich als Profis Beruf zuhause fit halten. Das ist ja deren Beruf.“ Zu den finanziellen Folgen für die SpVgg Unterhaching wollte sich Schwabl gestern nicht äußern: „Ich bin jetzt nicht bereit über wirtschaftliche Folgen oder Einbrüche zu sprechen. Das ist jetzt völlig fehl am Platz. Wir sollten jetzt erst mal schauen, dass wir die Krise von der Gesundheit her in Griff bekommen. Es kann nicht immer nur um wirtschaftlich Dinge gehen. Jetzt geht es um die Gesundheit der gesamten Gesellschaft. Die ganze Krise hat weitreichende Folgen für unsere Gesellschaft für Themen außerhalb des Fußballs.“

Der Haching-Boss hält es in diesen schweren Tag mit FC- Liverpool-Coach Jürgen Klopp, den er ir für einen Top-Profi und Menschen hält: „Klopp hat gesagt, dass der Fußball das Wichtigste vom Unwichtigen ist. Das ist so, auch wenn man es nicht glauben will. Man muss jetzt die älteren Leute, die eher gefährdet sind, in den Vordergrund stellen. Sie haben das ganze Land nach vorne gebracht, deshalb geht es uns allen jetzt so gut. Es kann nicht sein, dass wir die beiseite schieben, nur weil der Ball wieder früher rollen soll. Es kann nicht das Hauptthema sein, ob der Ball in vier Wochen oder in drei Monaten wieder rollt.“

Abschließend meinte der 53-Jährige: „Wir sollten jetzt auf die Themen schauen, die Priorität eins haben. Wir sind gut beraten, die schönste Nebensache der Welt einmal ein bisschen auf die Seite zu schieben.“

Quelle: Merkur.de

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