Haching droht ein trister Winter

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Versteinerte Gesichter: Bei der SpVgg Unterhaching geht die Angst um, Weihnachten in der Abstiegszone verbringen zu müssen.

Unterhaching - Durch die Niederlage in Wiesbaden gerät die abstiegsbedrohte SpVgg Unterhaching vor dem Jahresabschluss unter Zugzwang.

Christian Ziege blickte bei der Pressekonferenz nach der der mit 0:4 (0:1)-Niederlage beim SV Wehen Wiesbaden auf einen Monitor. Dort sah der Trainer der SpVgg den Videotext mit der aktuellen Drittligatabelle. Sie wies die Hachinger weiterhin auf Rang 15 aus. Allerdings war der Vorsprung auf den ersten Abstiegsplatz nach diesem Spieltag auf zwei Zähler geschmolzen. „Es sind zwei Punkte weniger geworden. Aber für mich nichts, was überraschend ist“, erklärte Ziege nüchtern seine Reaktion auf das neue Tabellenbild. Trotz der Gelassenheit des Trainers, müssen die Hachinger zum Jahresabschluss am kommenden Samstag gegen das Ligaschlusslicht Jahn Regensburg noch einmal bangen. Bei einer Niederlage könnten die Rot-Blauen rein theoretisch noch auf einen Abstiegsplatz abrutschen und auf dieser Position dann überwintern.

„Ich habe jetzt schon Regensburg im Kopf“, sagte SpVgg-Präsident Manfred Schwabl nur acht Minuten nach dem Abpfiff in Wiesbaden. Kapitän Mario Erb sieht die Hachinger im Derby der beiden letzten bayerischen Drittligavertreter unter Zugzwang. „Regensburg steht zwar noch mehr unter Druck als wir. Aber wer im Abstiegskampf bestehen will, muss gegen Regensburg drei Punkte holen.“ Zu einem Erfolg gegen den Jahn bedarf es gegenüber der höchsten Saisonniederlage in Hessen eine Leistungssteigerung der Rot-Blauen. Gerade in der Offensive gelang den Hachingern bis auf den aufopferungsvoll arbeitenden Andreas Voglsammer wenig. „Wir haben vorne die falschen Entscheidungen getroffen“, bemängelte Ziege die fehlende Durchschlagskraft in der Offensive. „Der letzte Punch hat gefehlt“, bezeichnete es Mittelfeldmann Simon Kranitz, der nach langer Zeit mal wieder in der Startelf stand. Die Marschroute des Trainers nach dem 0:2 in der 47. Minute, noch einmal alles nach vorne zu werfen, ging nicht auf. Zu naiv präsentierte sich die Mannschaft und lief nach haarsträubenden Fehlern im Spielaufbau in zahlreiche Konter. „So lange ein Punkt im Bereich des Möglichen ist, sollte man es noch versuchen“, verteidigte der Trainer die sehr offensive Spielweise seines Teams in der zweiten Hälfte.

Ziege blickt dem Heimspiel gegen den Jahn optimistisch entgegen, da man personell nicht mehr so eng besetzt sei, wie das beim letzten Auswärtsspiel des Jahres der Fall war. Zwar muss der sich am vergangenen Freitag am Knöchel verletzte Defensivmann Josef Welzmüller auch gegen Regensburg noch pausieren. Der in Wiesbaden wegen einer Grippe fehlende Markus Schwabl dürfte aber dann wieder dabei sein. Ebenso der zentral-offensiv spielende Alon Abelski, der seine Rotsperre von vier Spielen abgesessen hat. Ziege freute sich nach dem Improvisationstheater in Wiesbaden auf den Jahresabschluss mit gestärkter Truppe. „Da haben wir endlich wieder einen Rechtsverteidiger und Abelski“, blickte der Fußballlehrer zuversichtlich voraus.

Robert M. Frank

Quelle: fussball-vorort.de

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