SpVgg Unterhaching heiß auf Duell mit TSV 1860

„Bei einem Derbysieg ist jeder drei Meter groß“

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6000 Löwen-Fans, wie hier im September 2018, werden im Sportpark erwartet.

Das „Spiel des Jahres“ ist es für die SpVgg Unterhaching: das Fußball-Derby in der 3. Liga an diesem Sonntag (14 Uhr) gegen den TSV 1860 München. 

Unterhaching – Für Medienvertreter bietet die SpVgg Unterhaching einen besonderen Service: Alle Pressekonferenzen vor und nach Spielen des Fußball-Drittligisten werden aufgezeichnet und quasi mit dem letzten Wort sofort innerhalb einer WhatsApp-Gruppe an die Reporter verschickt. Üblicherweise weist die Audio-Datei eine Länge von drei bis fünf Minuten auf, aber am Freitagmittag war es anders: 28 Minuten und 45 Sekunden dauerte diesmal die Fragerunde an SpVgg-Cheftrainer Claus Schromm. Ein außergewöhnlich langes Hin und Her vor einem außergewöhnlichen Spiel: Der TSV 1860 München gastiert am Sonntag (14 Uhr) im ausverkauften Sportpark.

„Es ist für uns das Spiel des Jahres“, sagt Schromm. Warum? „a) ist es ein Derby. b) ist es das Derby. Und c) ist es ein Heimspiel.“

Ein Spiel also, das keiner zusätzlichen Motivation bedarf. Auch keiner monetären, eine Sonderprämie ist nicht ausgelobt. „Nach einem Derbysieg gegen Sechzig bist du drei Meter groß“, veranschaulicht Schromm die Bedeutung. „Das kann dir niemand kaufen, das muss sich jeder erarbeiten.“

Dass viel Arbeit auf Haching zukommt, dessen ist sich Schromm sicher. Was unter anderem daran liege, dass sich beim Gegner vor dreieinhalb Wochen die Wege von Trainer Daniel Bierofka und dem TSV 1860 getrennt haben. „Dass der Biero nicht mehr da ist, ist schon ein bisschen unwirklich für mich.“ Unter Nachfolger Michael Köllner seien die Löwen nun schwerer auszurechnen: „Er ist fürs ein oder andere System bekannt. Wie der Gegner kommt, wissen wir nicht – wir sind für alles offen.“

Apropos Bierofka, eine letzte Sympathiekundgebung schloss Schromm in die 28:45 Minuten des Pressegesprächs unter der Westtribüne im Sport mit ein. „Wie entsteht eigentlich so ein Biero?“, sinnierte er. „Weil er jahrelang da sein darf und so sein darf, wie er ist.“ Was irgendwie auch für ihn selbst gelte – 2012 wurde Schromm erstmals Trainer der SpVgg-Profis (zusammen mit Teamchef Manuel Baum), 2014 Sportdirektor und nach dem Aus von Christian Ziege 2015 Cheftrainer. Ihm gehe es letztlich genauso wie Bierofka, „keiner kann sich jahrelang verstellen“. Schromm ist seiner Linie stets treu geblieben und, anders als Bierofka, immer noch Trainer bei seinem Herzensverein. „Bei jedem anderen Drittligisten“, glaubt der 50-Jährige, „wäre ich vergangene Saison in der Rückrunde rausgeflogen.“

Zurück zum Derby, Schromm platzt fast vor Vorfreude. „Kein zähes 0:0“ wolle Haching dem Publikum bieten, „sondern die Zuschauer einfangen“ mit begeisterndem Fußball. Alexander Winkler rückt nach seiner Gelbsperre wieder in die Abwehrkette; ein Plus, doch einen klaren Favoriten gebe es nicht: „Die Tabelle spricht für uns, die aktuelle Phase für die Löwen.“

Dass man den Rahmen mit 15 000 Fans im eigenen Stadion im September 2018 schon mal erlebt hat, sei ein psychologischer Vorteil. „Was die Löwen-Fans da veranstaltet haben, war beeindruckend“, sagt Schromm. „Wir sind fokussiert auf diese Emotionen. Vor voller Hütte einlaufen zu dürfen, das ist für jeden etwas ganz Besonderes.“

SpVgg: Mantl – Dombrowka, Winkler, Greger, Grauschopf – Hufnagel, Stahl – Heinrich, Bigalke – Hain, Stroh-Engel

Auch interessant: Doppel-Interview mit Moritz Heinrich und Christoph Greger.

Und: Live-Ticker des MM zum Derby.

Quelle: Merkur.de

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