Haching auf dem Weg ins Niemandsland der Tabelle

Unterhaching / Offenbach - Die SpVgg Unterhaching schlittert in der 3. Liga anscheinend ungebremst ins Niemandsland der Tabelle. Das 1:3 (1:1) bei Kickers Offenbach am Samstag war die zweite Niederlage hintereinander und das sechste Spiel in Folge ohne Sieg.

Es macht Trainer Ralph Hasenhüttl längst keinen Spaß mehr, die Spiele zu analysieren. Auch am Samstag auf dem Bieberer Berg sah er wieder eine Spur trauriger aus als nach der Partie zuvor, während er eingestand: ,,Wir hatten dem Gegner schon den Schwung genommen, dann aber einfach gepennt. Und nach dem Rückstand waren die Jungs zum Teil am Ende ihrer Kräfte." Eine kurze Zusammenfassung eines wieder einmal unbefriedigenden Nachmittags, der kurzfristig gut verlaufen war, aber dann doch ein ernüchterndes Ende gefunden hatte.

Die bereits angekündigte defensivere Ausrichtung setzte Hasenhüttl in die Tat um, ließ zudem etwas überraschend gleich beide zuletzt gesetzten Stürmer (Schweinsteiger und Steegmann) draußen und erhoffte sich von Thomas Rathgeber als einziger Spitze mehr Schwung. Rund eine halbe Stunde lang ging das Konzept auf. Nur einmal tauchten die zu Hause bislang ungeschlagenen Offenbacher gefährlich vor dem Tor auf (13.). Besser noch: Die SpVgg ging nach einer Flanke von Robert Zillner in der 22. Minute sogar in Führung, als Haas den Ball ins eigene Tor lenkte. Endlich mal wieder ein Tor gemacht, endlich in Führung. Doch auch dieser geplatzte Knoten brachte keinen Erfolg.

Noch vor der Pause nutzten die Kickers eine Lücke in der linken Hachinger Abwehrseite und glichen durch Mesics Kopfball aus (42.). ,,Mit dem 1:0 in die Pause zu gehen, wäre enorm wichtig gewesen", sagte Hasenhüttl hinterher, ,,aber in einer Phase, wo wir defensiv absolut sicher stehen, passieren dann solche schweren Fehler." Es blieb nicht der einzige. Kaum war die zweite Hälfte angepfiffen, brachten die Hachinger nach einem Freistoß den Ball nicht aus der Gefahrenzone, Hysky köpfte inmitten der herumstolpernden Abwehr völlig freistehend aus kurzer Distanz zum 2:1 ein (52.).

,,Da haben wir gepennt", gab Hachings Coach zu, ,,das war der Knackpunkt. Und auch Kapitän Ralf Bucher meinte: ,,Wir haben es einfach nicht geschafft, die Führung in die Pause zu retten. Hätten wir sie länger gehalten, wären unsere Chancen gestiegen. Aber nach dem Rückstand hast du es natürlich sehr schwer."

Es blieb am Samstag eine unlösbare Aufgabe, den Rückstand noch zu drehen. ,,Offenbach konnte das Spiel spielen, das ihnen liegt", so Hasenhüttl weiter. Nicht zu übersehen war aber auch: Zuzulegen hat die SpVgg derzeit nichts. ,,Es fehlt auch die Kraft", gab der Coach zu. Nach einem Ballverlust von Maximilian Pfaffinger legte Zinnow für die hessischen Gastgeber sogar noch das 3:1 nach (68.).

Auch wenn der Blick auf die Tabelle offiziell noch nicht interessant ist, macht er langsam das Ausmaß der Krise deutlich. Mit Platz zehn steht die SpVgg so schlecht da wie noch nie in dieser Saison. Die zahlreichen Ausfälle kann das Team trotz aller Durchhalteparolen nicht kompensieren, der Kader ist - wie inzwischen deutlich wird - für die Dritte Liga zu dünn, der Unterbau aus der zweiten Mannschaft qualitativ zu schlecht. Zudem fehlt es mittlerweile an der Fitness, was sogar Hasenhüttl immer öfter erkennt. Und auch das Selbstvertrauen ist dahin. ,,Wir haben im Augenblick keinen guten Trend", gibt Kapitän Bucher zu und unterstreicht, dass es so nicht weitergehen kann: ,,Wir müssen jetzt schnell die Wende schaffen." Christian Amberg

Quelle: Merkur.de

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