T-Shirt-Aktion bei Derby-Sieg

Haching-Spieler setzen Zeichen für Präsident Schwabl

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Ein Zeichen der Solidarität: Die Hachinger Spieler trugen ein Shirt mit dem Konterfei ihres in der Kritik stehenden Präsidenten Manni Schwabl.

SpVgg Unterhaching - Das klare 4:1 der SpVgg Unterhaching gegen den FC Bayern II war am Freitag schnell abgehakt. Die überraschende T-ShirtAktion der Spieler für ihren Präsidenten könnte dagegen noch länger nachwirken.

Es stand unter dem etwas entfremdeten Konterfei nur „Manni“ auf den Shirts, die die Hachinger beim Einlaufen trugen. Das reichte als Botschaft: Diejenigen, die auf dem Fußballplatz das Aushängeschild eines Vereins sind, der in seiner Mitgliederversammlung am 7. April vor einem Umbruch in der Führungsetage steht, haben eine klare Meinung. Der Präsident soll weitermachen, heißt die, zumindest was den sportlichen Bereich betrifft. Manfred Schwabl selbst wusste von der Aktion nichts, die die Mannschaft in Eigeninitiative vorbereitet hatte, Trainer Claus Schromm bis eine Stunde vor dem Anpfiff auch nicht. Er war aber einverstanden: „Ich war überrascht. Aber ich habe zu den Spielern gesagt: Okay, wenn ihr zum Präsidenten steht, dann zeigt es.“

Kapitän Welzmüller: "Redet mit uns wie ein Vater"

Eigentlich ist es ein gutes Zeichen, dass die Unterhachinger Spieler interessiert, was zwei Stockwerke über ihrer Umkleide passiert. Schließlich war es ein Teil des neuen Weges, sich bei der SpVgg wieder ein bisschen mehr als Familie zu fühlen. Schwabl selbst lebt diesen Weg vor, kein Wunder also, dass Kapitän Josef Welzmüller das auch so formulierte: „Er redet mit uns wie ein Vater zur Familie. Und da stehen wir voll dahinter, egal, was passiert.“ 

Gemeint war die Jahreshauptversammlung, auf der Schwabls Abwahl droht. „Ich hoffe einfach nur, dass alles fair abläuft“, so Welzmüller weiter, „wir lassen uns überraschen. Solange alle für den Verein das Beste wollen, sind wir auf dem richtigen Weg. Wir wollten Manni Kraft geben, da er gerade in den Medien ein bisschen viel abkriegt.“ Das unterstrich auch Maximilian Nicu am Abend nach dem beinahe nebensächlichen Sieg über die Bayern: „Der Präsident steckt viel ein zur Zeit. Aber wir wissen, was er für uns getan hat und wollten ein Zeichen setzen.“

Bayern-Spieler Strohmaier mit schwerer Verletzung

Das tat die Mannschaft am Freitag auch auf dem Platz, wobei das 4:1 über erschreckend wehrlose Bayern geriet fast schon zur Nebensache geriet. Nicht nur wegen der T-Shirt-Aktion, sondern auch wegen der schweren Kopfverletzung von Matthias Strohmeier. Der wurde nach langer Behandlung in der Kabine von den Sanitätern gerade zum Abtransport ins Krankenhaus Richtung Rettungswagen gerollt, als die Unterhachinger Kicker an der Szene vorbei freudetrunken in die Katakomben schunkeln wollten. Eine schlimme Platzwunde und mindestens eine Gehirnerschütterung waren die ersten Diagnosen. Auch die Hachinger wünschten „alles Gute, das beeinträchtigt natürlich auch das ganze Spiel, weil wir alle Menschen sind und da mitfühlen“, sandte SpVgg-Kapitän Welzmüller Genesungswünsche Richtung Gegner.

Nach dem verhängnisvollen Zusammenprall Strohmeiers mit dem eingewechselten Orestis Kiomourtzoglou trudelte die längst entschiedene Partie in der letzten Viertelstunde deshalb nur noch ihrem Ende entgegen. 

Stolze Hachinger

Die Bedeutung des Ergebnisses vom Freitag Abend musste dennoch diskutiert werden. Bayern Münchens zweite Mannschaft, die den Aufstieg noch nicht ganz abgehakt hatte, ist so gut wie raus aus dem Rennen um Platz eins. Haching dagegen als neuer Tabellen-Vierter der Regionalliga Bayern wieder mittendrin, obwohl gar keine Lizenz für die Dritte Liga beantragt wurde. Macht nichts, heißt es dazu im Lager der Spieler: „Es ist immer besser, mit einem Ziel zu spielen. Deshalb waren wir auf jeden Fall enttäuscht, dass es keine Lizenz gab. Aber Manni stand oftmals in der Kabine und hat die Gründe genannt und das so erläutert, dass man es nachvollziehen konnte. Deshalb stehen wir auch hinter der Entscheidung“, sagte Kapitän Welzmüller.

Die Freude über den Sieg war entsprechend wenig eingetrübt. Bayern-Trainer Heiko Vogel nannte ihn „auch in dieser Höhe verdient“, SpVgg-Coach Claus Schromm freute sich, dass „wir nach dem Augsburg-Sieg nachlegen konnten.“ Und Welzmüller befand am Ende eines unerwartet aufregenden Freitagabends: „Wir können echt stolz auf uns sein. Wir haben ein richtig gutes Spiel gemacht, es könnte nicht besser sein.“

Text: Christian Amberg

Quelle: fussball-vorort.de

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