Haching-Spieler suchen bei Gewerkschaft Rat

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Engelbert Kupka

Unterhaching – Die Angst geht um bei der SpVgg Unterhaching. In der Geschäftsstelle weiß man nichts Genaues über die finanzielle Lage, man zittert um Arbeitsplätze. Die Spieler sind ebenfalls verunsichert.

Die Spieler mühen sich zwar um Gelassenheit, aber was soll zum Beispiel einer wie Marc Nygaard machen? Der Neuzugang hat gerade erst sein Haus bezogen, er fragt sich: Soll er sich überhaupt Möbel kaufen? Die Mannschaft hat nun reagiert und sich ohne Trainer sowie Führungsriege getroffen, um die Lage zu erörtern.

Man lud einen Vertreter der Spielergewerkschaft VdV dazu, der erklärte, was im Insolvenzfall auf jeden Einzelnen zukäme. „Bisher verhält sich der Verein tadellos“, sagt Torhüter Darius Kampa, die Gehälter würden fristgerecht auf den Konten der Spieler landen, auch ansonsten habe man das Gefühl, dass sich alles zum Guten wenden wird. „Wir sind uns des Ernstes der Lage bewusst und sind aber überzeugt, dass sich die Lage im Verlauf der nächsten Tage positiv entwickelt“, so Kampa. Bis zum 31. Oktober muss der Drittligist nachweisen, in der Lage zu sein, seine Millionen-Verbindlichkeiten abstottern zu können.

Präsident Engelbert Kupka sprach am Donnerstag erstmals selbst vom schlimmsten Fall: „Die Lage ist prekär, natürlich ist Insolvenz ein Thema.“ Man habe „Fakten nur aus der Zeitung erfahren“, umreißt Kampa die Situation der Spieler, die Kommunikationsstrukturen sind etwas ausbaufähig.

Weiter kein Levis-Geld

Unter undurchsichtigen Verhältnissen müssen sich die Spieler nun auf die morgige Partie in Braunschweig konzentrieren, „wir können alles andere ja eh nicht beeinflussen“, sagt Kampa. Trainer Klaus Augenthaler erklärt, er blicke zuversichtlich in die Zukunft. Er hofft weiterhin auf den millionenschweren Schatzmeister Toni Schrobenhauser. „So, wie ich den Toni kenne – und ich kenne ihn schon seit vielen Jahren –, wird es hier weitergehen.“

Augenthaler musste aber zugeben, dass die nächsten zwei Wochen „sehr entscheidend“ werden. Die vom dubiosen Mäzen Franco Levis versprochenen Gelder seien „immer noch nicht da“. Auf die Frage, ob der ehemalige Bayern-Star auch schon mit früheren Gefährten an der Säbener Straße telefoniert habe, schmunzelte Augenthaler. Es werde sowieso schon „alles auf allen Ebenen getan, dass alles am Ende gut wird“.  

Im Gemeinderat meldete sich Richard Raiser, früher Junioren-Coach bei der SpVgg und heute Sportreferent, mit einem Appell an alle möglichen Sponsoren zu Wort: „Es geht nicht um ein paar Profis, sondern um viele Arbeitsplätze, Jugendmannschaften, einen großen ehrenamtlichen Bereich und eine bedeutende Institution in Haching. Meine Bitte geht an alle, die einen Beitrag zur Rettung des Vereins leisten können, dies jetzt zu tun, auch an den großen Nachbarn FC Bayern, der ja ein Herz für Notfälle hat, damit die Lichter in Fußball-Unterhaching nicht ausgehen. Gerade in der Not zeigen sich die wahren Freunde.“

Klaus Kirschner und Andreas Werner

Quelle: fussball-vorort.de

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