Haching: Stürmenden Fußes in den Untergang

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Konnte auch nicht helfen: Rückkehrer Sascha Bigalke.

SpVgg Unterhaching - Nach Hachings 0:4 gegen Halle hat Trainer Ziege kurioserweise Recht, als er sagt: „Kein Grund, Kopf hängen zu lassen.“

Am Ende trällerte traurig über die Stadionboxen „gewinnen kann jeder“, und die Jungprofis der SpVgg Unterhaching blickten geknickt auf den Boden, während sie sich an ihren Trinkflaschen festklammerten. Sie hatten sich zusammengeschart um die Trainerbank, restlos bedient nach dem 0:4 gegen den Halleschen FC. „Es kann nicht immer klappen, wir schauen nach vorne, es gibt keinen Grund zum Trübsal“, sagte Manfred Schwabl. Der Präsident stand mitten zwischen den Frustrierten, leitete eine sofortige Reha ein.

In der Schlussminute hatte sich Andreas Vogelsammer die letzten von unzähligen geboten, eine Direktabnahme zehn Meter vor dem Tor. Doch der Hachinger Stürmer versuchte es schon gar nicht mehr mit dem Elan, mit dem er und seine Kameraden weite Strecken der Partie zuvor zuwerke gegangen waren. Er wusste: Heute war man geschlagen. Gästetorwart Pierre Kleinheider parierte ohne Mühe. Er hatte zuvor weitaus brenzligere Situationen entschärft, denn auch wenn das Spiel letztlich verdient an das ausgebufftere Team ging, selbst in der Höhe, war Schwabls Optimismus nach Abpfiff nicht unbegründet.

Die Hachinger hatten schnell und schön gespielt, allein Vogelsammer hatte drei 100-prozentige Chancen auf seinem Fuß. Es sollte nicht sein gestern Abend. Aber es war nicht alles schlecht.

Die Hachinger, die extrem riskant und hoch verteidigten, bei Ballbesitz mit Mario Erb und Thomas Hagn nur zwei Mann zur Absicherung an der Mittellinie postierten, wurden gegen einen Aufstiegsanwärter Opfer ihrer eigenen Courage. Sehenden Auges beziehungsweise stürmenden Fußes in den Untergang, so lief es gegen die clever agierenden Gäste. Das erste Gegentor fiel nach einer Ecke, das zweite war ein traumhafter Freistoß in den Winkel, das 0:3 der Genickbruch nach 36 Minuten durch einen Konter, das 0:4 fiel kurz vor dem Anpfiff, erneut nach einem Tempogegenstoß.

Man habe das berühmte Quäntchen Glück gehabt, sagte Halle-Coach Sven Köhler nicht einmal, sondern gleich zwei Mal: „Haching ist sehr, sehr spielstark, die haben auch nach dem 0:3 weiter mutig nach vorne gespielt, und wenn das 1:3 fällt, das wusste jeder heute, kippt so eine Partie.“ Nur: Es fiel nur nicht. Auch Rückkehrer Sascha Bigalke, der zur Pause eingewechselt wurde, vermochte nichts auszurichten. Ihm war anzumerken, dass ihm die Bindung zu den neuen alten Kollegen noch fehlte.

Was er seiner Mannschaft nach dem Abpfiff gesagt habe, wurde SpVgg-Coach Christian Ziege gefragt. „Dass morgen Training ist“, sagte er, und er meinte das gar nicht böse, sondern eher nach dem Motto: nichts passiert, wir arbeiten weiter. „Es gibt keinen Grund, den Kopf hängen zu lassen“, führte er weiter aus, „die zwei Standards haben Halle gut in die Karten gespielt und es gibt einfach Tage, an denen du vorne nichts reinmachst und hinten bestraft wirst.“ Seine junge Mannschaft habe „wieder mächtig Chancen gehabt, die Jungs spielen richtig guten Fußball, die machen richtig viele gute Sachen.“

Ob so ein Spiel dann 0:4 ausgehe oder 0:1, sei egal, so Ziege. Köhler nickte neben ihm auf dem Podium. Auf dem Spielberichtsbogen war übrigens aus unerfindlichen Gründen nicht sein Name notiert gewesen, stattdessen stand da: Jürgen Klinsmann. Es war nicht der einzige Fehler der Hachinger gestern Abend. Und letztlich der, der am wenigsten schmerzte.

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Quelle: fussball-vorort.de

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