Schmidt: "Es war ein hartes Stück Arbeit"

Hachings Beinahe-Sensation macht Lust auf mehr

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Sicherer Rückhalt: SpVgg-Keeper Stefan Marinovic (Mitte).

SpVgg Unterhaching - In einem Punkt lag Reiner Calmund richtig: mit seinem Vorab-Tipp auf einen 3:1-Sieg von Bayer 04 Leverkusen im DFB-Pokal-Achtelfinale bei der SpVgg Unterhaching. Allerdings irrte der ehemalige Manager der Werkself in einem anderen Punkt.

So klar wie von Calmund prognostiziert verlief die Pokal-Partie zwischen dem Viert- und dem Erstligisten beileibe nicht.

Rudi Völler fand nach dem Leverkusener Sieg sein Lächeln wieder. Der Sportliche Leiter von Bayer 04 wirkte erleichtert. Ein erneutes Trauma, wie es Leverkusen am 20. Mai 2000 im Unterhachinger Sportpark bei der verpassten Meisterschaft widerfahren war, blieb dem ehemaligen deutschen Bundestrainer diesmal erspart. „Ich habe versucht, es zu verdrängen“, sagte Völler, auf das denkwürdige Spiel von einst angesprochen.

Indes, nach dem zwischenzeitlichen 1:0 der Hachinger durch Maximilian Bauer, der einen Nachschuss von Mitspieler Thomas Steinherr per Aufsetzer ins Tor von Nationaltorwart Bernd Leno beförderte, dürfte Völler noch einmal kurz eine Zeitreise zurück zum großen Leverkusener Titel-Trauma gemacht haben. Nach der Hachinger Führung wurde der Sportpark vor den Augen der damaligen Hachinger Helden Markus Oberleitner, Jochen Seitz, Danny Schwarz und Ralf Bucher vor 12 500 Zuschauern zum Tollhaus. „Da denkste, die Bude kracht ein“, beschrieb SpVgg-Mittelfeldspieler Ulrich Taffertshofer die Euphorie nach dem Führungstor.

Torschütze Maximilian Bauer wiederum konnte es kaum fassen, dass er gegen einen Champions-League-Teilnehmer getroffen hatte. „Ab da war ich wie in einer anderen Welt“, sagte der Hachinger Rechtsverteidiger.Die Rot-Blauen boten dem Bundesliga-Sechsten Paroli, von Ehrfurcht keine Spur. Taffertshofer rempelte im Mittelfeld, warf sich gegen Leverkusens Superstar Chicharito in die Zweikämpfe und scherte sich nicht um den anschließenden Rüffel vom mexikanischen Nationalspieler. Bauer marschierte derweil die Linie auf und ab. „Wir haben versucht, die Nervosität in der Kabine zu lassen“, sagte Bauer.

Der Euphorie-Zustand hielt für den Regionalligisten allerdings nur fünf Minuten: Chicharito sorgte umgehend für den Ausgleich (31.).

Der Traum der Hachinger zerplatzte in der zweiten Hälfte. Nach dem 1:2 von Stefan Kießling (55.) machte Karim Bellarabi mit dem 1:3 (83.) alle Hoffnungen zunichte. Von großer Enttäuschung war – mit Abstrichen bei Taffertshofer, der Gelb-Rot für ein wiederholtes Foulspiel gesehen hatte (79.) – trotzdem wenig zu spüren. Die nach dem Trikottausch mit Leverkusen-Trikots umherwandelnden Hachinger waren stolz auf das Erreichte. „Es war ein geiles Gefühl“, befand der in ein Bellarabi-Trikot bekleidete Luca Marseiler.

Für SpVgg-Trainer Claus Schromm war das Ausscheiden im Achtelfinale alles andere als tragisch. „Leverkusen war eine Nummer zu groß. Aber wir haben uns teuer verkauft“, befand Schromm. Präsident Manfred Schwabl resümierte. „Für ganz Unterhaching war es ein sehr positiver Tag. Es macht Lust auf mehr.“ Torschütze Bauer, der ebenso wie der hervorragend aufgelegte SpVgg-Torwart Stefan Marinovic ein gutes Spiel machte, blickte selbstbewusst voraus: „Das, was wir heute gezeigt haben, hat mit Regionalliga nicht viel zu tun.“

Reaktionen der Leverkusener: „Es war schwer, Haching zu knacken“

Rudi Völler (Sportlicher Leiter Bayer Leverkusen und ehemaliger Bundestrainer): „Ich habe versucht, es (das 0:2 von Bayer am 20. Mai 2000 in Unterhaching; Anm. d. Red.) im Spiel zu verdrängen. Ich habe der Mannschaft vertraut. Wir haben unsere Torchancen nicht genutzt. Man musste die Hachinger erst einmal knacken. Das war schon schwer genug.“

Karim Bellarabi (Stürmer Bayer Leverkusen und aktueller deutscher Nationalspieler): „Unterhaching ist nicht umsonst so weit gekommen. Unterhaching ist sehr heimstark. Es war für uns keine leichte Aufgabe.“Stefan Kießling (Stürmer Bayer Leverkusen): „Die Bedingungen waren nicht so gut. Am Ende war der Sieg verdient. Zum Glück haben wir gegen die Hachinger nichts anbrennen lassen.“

Roger Schmidt (Trainer Bayer Leverkusen): „Haching war der erwartet schwere Gegner, der einige namhafte Konkurrenten im Pokal geschlagen hat. Wenn man in Unterhaching mit 0:1 hinten liegt, ist es keine leichte Aufgabe. Es war ein hartes Stück Arbeit.“

Quelle: fussball-vorort.de

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