Hachings Geldgeber hat auch Regensburg geprellt

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Die SpVgg Unterhaching muss schnell an Geld kommen, weil der aktuelle Kontostand das finanzielle Handeln des Clubs einschränken und die Erfüllung von Lizenzaufnahmen erschweren dürfte.

Unterhaching - Das Finanz-Drama in Unterhaching geht weiter: Nachdem versprochene Summe nicht auf dem Vereinskonto der SpVgg ankommen sind, ist der Verein händeringend auf der Suche nach neuen Geldquellen. Jetzt kam heraus: Auch bei Jahn Regensburg war Hachings Geldgeber im Gespräch.

Ein Unternehmer hatte sich mit den Oberbayern auf einen Millionen-Vertrag geeinigt. Vieles deutet jedoch darauf hin, dass die versprochene Summe nicht auf dem Vereinskonto ankommen wird. Die SpVgg Unterhaching muss nun schnell an Geld kommen, weil der aktuelle Kontostand das finanzielle Handeln des Clubs einschränken und die Erfüllung von Lizenzaufnahmen erschweren dürfte. Es war gar schon von einer drohenden Insolvenz die Rede. Im Sommer hatte der ehemalige Erstligist den Vertrag mit dem mysteriösen Unternehmer unterschrieben. Von Einnahmen bis zu fünf Millionen Euro war die Rede, doch Geld ist bislang offenbar noch keins geflossen. Dass es eine Vereinbarung gibt, hatte der Club in der vergangenen Woche auf seiner Internetseite publik gemacht, ohne jedoch Vertragsdetails zu nennen.

Jahn Regensburg hat vergeblich auf Millionen gewartet

Bei Jahn Regensburg wie auch bei der Verwaltung der Münchner Praterinsel hat man vergeblich auf seine Millionen gewartet. Im Mai unterzeichnete der neue Geldgeber der SpVgg Unterhaching einen Kaufvertrag für die Gebäude auf der Praterinsel. Die Summe von 45 Millionen Euro will die zuständige Verwaltung weder dementieren noch bestätigen, was bedeutet, dass sie nah an die Realität heranreicht. Levis ließ die erste Frist zur Zahlung verstreichen, die zweite ebenso, „danach haben wir von unserem Recht auf Rücktritt Gebrauch gemacht“, sagt Sprecher Andreas Menke. Im Vorfeld habe man den Investoren überprüft, „es schien zu passen“, so Menke, aber am Ende floss kein Cent.

Franz Gerber hört interessiert zu, als er diese Geschichte vernimmt. Der Sportliche Leiter von Jahn Regensburg hat sich mit Levis Im Sommer drei Mal in München getroffen. Über einen Anwalt war zuvor der Wunsch übermittelt worden, ins Fußballgeschäft einzusteigen, und Regensburg sei eine interessante Marke, hieß es auf Seiten des möglichen Sponsors. „Die Gespräche waren ganz vernünftig“, berichtet Gerber, „aber dann haben wir gesagt, über weitere Inhalte der Partnerschaft reden wir dann, wenn Geld auf einem Konto bereitgestellt wird.“ Im Gespräch waren bis zu fünf Millionen Euro, Levis habe versichert, binnen kürzester Zeit eine Sicherheit zu deponieren. „Seitdem haben wir nichts mehr von ihm gehört“, erzählt Gerber. „Bis zum heutigen Tag ist kein Geld gekommen. Von Vereinsseite aus muss man sagen: Leider ist kein Geld gekommen, Geld ist ja nie schlecht – aber zum Glück haben wir uns auch nicht auf dieses Geld verlassen.“ Man sei nämlich skeptisch geworden.

„Es gab zum Beispiel nirgends eine Steuernummer“

Die Regensburger recherchierten vor etwaigen Vertragsabschlüssen die Hintergründe von Franco Levis, sie wurden stutzig, als kaum bis gar keine rechtskräftigen Angaben zu Levis’ Investorengruppe zu finden waren. „Es gab zum Beispiel nirgends eine Steuernummer“, berichtet Gerber, man habe daraufhin freundlich und unverbindlich mitgeteilt, man werde die Sache erst vertiefen, wenn Sicherheiten vorliegen. „Sonst ist so etwas ja Zeitverschwendung, das bringt ja nichts“, meint Gerber, „man erlebt immer wieder kuriose Geschichten in dieser Branche.“

Im Fall der SpVgg Unterhaching ist nun die Frage, inwieweit der Drittligist bereits angefangen hat, die versprochenen Gelder zu investieren. Sogar in Regensburg hält sich die Kunde hartnäckig, man habe damit in Haching schon begonnen. Und selbst die eigene Gemeinde sorgt sich um die Finanzkraft des örtlichen Profiklubs. Den Antrag, auf das VIP-Haus im Hachinger Sportpark eine Solaranlage zu setzen, legte der Bauausschuss kürzlich aufs Eis; man wolle vor einer Bewilligung erst einmal ein klares Finanzierungskonzept sehen.

Quelle: fussball-vorort.de

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