Hachings Torjäger im Interview

Hain: "..., dann ist ein Aufstieg auch mal möglich"

Torjäger Stephan Hain (r.) analysiert die sportliche Lage bei der SpVgg Unterhaching nüchtern. Foto: Sven Leifer

Stürmer Stephan Hain spricht im großen Merkur-Interview über die sportliche Situation bei der SpVgg Unterhaching und über das Leben eines Torjägers. 

Stephan Hain hat in der abgelaufenen Regionalliga-Saison 32 Treffer erzielt und macht mit dem Toreschießen auch in der 3. Liga munter weiter. Mit neun Treffern ist der Stürmer der SpVgg Unterhaching wieder einmal Liga-Top-Torjäger, diesmal in der 3. Liga. Der im letzten Punktspiel in Würzburg mit einem artistischen Tor im Sitzen erfolgreiche 29-Jährige hat großen Anteil am jüngsten Erfolgslauf des Aufsteigers, der mittelfristig in der 2. Bundesliga enden soll.

Sind Sie überrascht, dass es bei Haching in der Liga im Moment so gut läuft?

Das überrascht mich jetzt nicht unbedingt. Vor der Saison war es eher zu erwarten, dass es bei uns auf und ab gehen wird. Jetzt haben wir halt gerade eine kleine Serie hingelegt. Hoffentlich können wir diese noch eine Weile halten. Ich denke, dass es wichtig für uns ist, eine gewisse Konstanz reinzubekommen.

Was hat sich im Vergleich zum Saisonbeginn verändert, wo es noch nicht so rund lief?

Hain: Wir sind auf jeden Fall stabiler geworden als in den ersten Spielen und wir haben mehr Souveränität gewonnen. Das hat man in den letzten Spielen deutlich gemerkt.

Inwieweit war in diesem Zusammenhang die Pokalniederlage in Schweinfurt ein Rückschlag.

Das Ausscheiden aus dem Pokal war sehr bitter. Wir müssen in der ersten Halbzeit 3:0 führen, dann wäre das Spiel gegessen gewesen. Dann schießen wir auch noch in der zweiten Halbzeit ein reguläres Tor, das der Schiedsrichter aus unerklärlichen Gründen nicht gibt, wir bekommen eine unberechtigte gelb-rote Karte und dann nahm das Ganze seinen Lauf. Wir müssen uns den Vorwurf machen, das Spiel nicht frühzeitig entschieden zu haben.

Auch in Schweinfurt haben Sie getroffen. In der Liga zuletzt regelmäßig. Was hat sich denn bei Ihnen im Vergleich zu Saisonbeginn verändert, wo Sie noch nicht wie am Fließband getroffen haben?

So schnell geht das eben als Stürmer. Man hat Phasen, in denen nicht so gut läuft. Und dann kommen Serien, wo einem die Bälle vor die Füße fallen. Mit dieser Situation muss man als Stürmer leben. Deswegen bin ich natürlich glücklich, dass es sowohl für mich als auch für die Mannschaft gerade so gut läuft.

Haben Sie im Vergleich zu Ihrer Regionalliga-Saison in der 3. Liga an Ihrer Spielweise etwas verändert?

Ich habe zumindest bewusst nichts geändert. Klar ist die Qualität der Gegenspieler in der 3. Liga schon höher als es in der Regionalliga der Fall war. Man passt sich eher gewissen Abläufen und Gegnern an.

Ist Haching ein Geheimfavorit für den Aufstieg?

Ich glaube, dass wir gut daran tun, zu diesem Thema die Distanz ein bisschen zu wahren. Wenn man eine positive Serie startet, kann man schnell oben mitmischen. Im Gegenteil kann man bei einer negativen Serie auch plötzlich unten drinstehen. Es liegt im Moment alles eng zusammen. Ein Beispiel: Wir haben seit dem Erfurt-Spiel dreimal gewonnen und sind Fünfter. Erfurt hat in den letzten drei Spielen nicht gepunktet und ist Letzter.

In den letzten Drittliga-Jahren hat Haching stets eine gute Hinrunde gespielt, der nach Spielerverkäufen in der Winterpause immer eine schwache Rückrunde folgte. Haben Sie Bedenken, dass dieses Schicksal erneut drohen könnte?

Da machen wir uns jetzt keine Gedanken. Wir konzentrieren uns auf die Hinrunde und schauen noch nicht so weit voraus. Wir schauen von Spiel zu Spiel.

Denken Sie, dass denn mit dieser Mannschaft prinzipiell auch eine gute Rückrunde machbar ist?

Auf jeden Fall ist eine gute Rückrunde drin.

Sie haben bei Haching einen Vertrag bis 2019. Wie sieht Ihre persönliche Zukunft aus?

Grundsätzlich bin ich sehr zufrieden, wie es gerade mit Haching läuft. Ich habe momentan nicht das Bestreben, mich anderweitig zu orientieren.

Was macht für Sie den Reiz, bei der SpVgg zu sein, aus?

In Haching herrscht eine sehr familiäre Atmosphäre. Ich denke, dass dies ein wichtiger Faktor ist, um Erfolg zu haben. Gerade in Phasen, in denen es nicht so läuft, weiß man, dass jeder auf den Anderen zählen kann. Persönlich fühle ich mich sehr wohl in Unterhaching und hoffe noch einige Jahre im Alpenbauer Sportpark auflaufen zu dürfen.

In drei bis fünf Jahren will der Verein in der 2. Liga spielen. Ist dieses ambitionierte Ziel Ihrer Meinung nach umsetzbar?

Grundsätzlich finde ich das realistisch. Ich finde es auch gut, dass der Verein sich mittelfristig so hohe Ziele setzt. Wenn man in den nächsten Jahren ein bisschen mehr Konstanz reinbekommt als in der laufenden Saison, dann ist ein Aufstieg auch mal möglich. Die Mannschaft hat die Qualität. Aber als Aufsteiger sollten wir in der ersten Saison in der 3. Liga erst einmal die nötigen Punkte holen, die für einen Klassenerhalt nötig sind. Wenn man das dann erreicht haben sollte, kann man sich neue Ziele stecken.

Quelle: fussball-vorort.de

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