Stephan Hain über die Relegation, Fitness und die Vorzüge der Region München

Hain im Interview: "Es gibt keinen Lieblingsgegner"

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„Die Liga ist kein Selbstläufer für uns“: Den Erfolg (von derzeit 19 Punkten Vorsprung auf den Tabellenzweiten) haben Stephan Hain und die SpVgg Unterhaching sich systematisch erarbeitet.

SpVgg Unterhaching – Stephan Hain ist mit 23 Saisontoren der Top-Torjäger der Regionalliga Bayern. Im Interview mit dem Münchner Merkur blickt der 28 Jahre alte Angreifer der SpVgg Unterhaching auf die Saison der Regionalliga Bayern voraus.

Haben Sie sich in der Winterpause gut erholt?

Stephan Hain: Wir waren in Sansibar. Auf jeden Fall habe ich mich dort gut erholt, bevor es mit Haching mit der Vorbereitung auf die Rückrunde wieder losgeht.

Kommt ein ehemaliger Bundesligaspieler in der Regionalliga überhaupt an Belastungsgrenzen heran? Oder schaffen Sie das mit links, so wie es bei Ihnen auf dem Platz manchmal aussieht?

Man muss schon schauen, dass man auf einem gewissen Leistungsniveau ist, um auch in der Regionalliga gut bestehen zu können. Da wir in Unterhaching unter Profi-Bedingungen trainieren, sind wir alle topfit.

Inwieweit sind die professionellen Trainingsbedingungen, die Sie aus Ihren Bundesliga-Stationen in Augsburg und bei 1860 bestens kennen, in der Regionalliga vorteilhaft?

Gegenüber Mannschaften, die nicht unter professionellen Bedingungen trainieren, ist der Unterschied spürbar. Allein schon aus konditioneller Sicht. Das merkt man im Spiel nach 60 bis 70 Minuten. Der Gegner baut manchmal ab. Und wir können noch eine Schippe obendrauf legen.

Ist die Regionalliga für Sie als Liga-Top-Torjäger überhaupt eine Herausforderung?

Man muss schon in jedes Spiel zu hundert Prozent reingehen. Es waren zwar einige Spiele von uns dabei, die im Ergebnis deutlich ausgefallen sind. Aber es ist nicht so, dass wir mit der Einstellung in ein Spiel reingegangen sind: Wir gewinnen es sowieso. Wir haben uns die Siege hart erarbeitet. Die Grundvoraussetzung für Erfolg ist, dass man sich gut vorbereitet und den Gegner nie unterschätzt. Die Liga ist kein Selbstläufer für uns.

Wie viele Saisontore haben Sie sich vorgenommen?

Ich habe mir keine konkrete Zahl vorgenommen. Aber es sollen natürlich schon noch einige Tore werden.

Kann für Haching in den verbleibenden Spielen überhaupt noch was schieflaufen?

Man kann sich immer selbst schlagen. Aber es muss natürlich sehr viel passieren, dass wir das noch aus der Hand geben.

Wie motivieren Sie sich denn anhand des kaum mehr zu verspielenden Vorsprungs von 19 Punkten?

Wir haben trotz des großen Vorsprungs eine Serie, die wir aufrechterhalten möchten. Wir wollen weiter ungeschlagen bleiben. Das ist eine Motivation für uns Spieler.

Wie gefährlich ist es angesichts des komfortablen Vorsprungs, in ein schlechtes Fahrwasser zu gelangen?

Die Gefahr besteht natürlich schon, dass man ein bisschen locker lässt. Aber das wäre der falsche Ansatz. Unser Ziel muss es sein, auch die Relegationsspiele erfolgreich zu gestalten. Deswegen müssen wir von Beginn an Vollgas geben und auch jedes Spiel so angehen. Man sollte jedes Spiel als wichtiges Vorbereitungsspiel für die Relegation sehen.

Wie geht man bei frühzeitig geschaffter Meisterschaft mental an die verbleibenden Spiele bis zur Relegation ran?

In der Tat wäre das eine schwierige Situation. Auf der einen Seite kann man sich in einem Spiel schlecht schonen. Auf der anderen Seite sollte man ausgeruht in die Relegation gehen. Man muss da als Spieler ein Zwischending für die Spiele finden.

Geht das überhaupt, weniger zu investieren?

Das ist schwierig. Wenn es so weit kommt, ist es eine komplett neue Situation für uns Spieler und für die Trainer. Es ist schon eine Herausforderung, dass man am Ende topfit für die Relegation ist. Aktuell ist es für mich schwer einzuschätzen, wie man das handhaben kann.

Haben Sie sich schon mit möglichen Gegnern für die Relegation befasst?

Grundsätzlich verfolgt man die anderen Regionalligen schon, wer dort so oben steht. Aber wer immer auch der Gegner sein sollte: Es soll so kommen, wie es ausgelost wird. Deswegen gibt es keinen Lieblingsgegner oder keine Mannschaft, gegen die wir auf gar keinen Fall spielen wollen. Wir können es ja eh nicht beeinflussen.

Sollte der Drittliga-Aufstieg nicht klappen, würden Sie dann in Unterhaching weiterspielen?

Grundsätzlich würde ich bleiben. Die Frage wird dann zuvor allerdings lauten, wie sich die Mannschaft aufstellt. Viele haben ja längere Verträge. Wenn die Mannschaft so wie jetzt zusammenbleibt, würde ich auch ein zweites Jahr angreifen.

Umgekehrt wäre die 3. Liga wohl eine gute Herausforderung für Sie, oder?

Ich habe mich ja entschieden, längerfristig in Unterhaching zu bleiben und in die 3. Liga aufzusteigen. Es wäre super, wenn es dieses Jahr schon klappt. Die 3. Liga wäre auf jeden Fall für mich eine gute Perspektive.

Dann könnten Sie auch in München bleiben, wo Sie schon länger wohnen...

Ich fühle mich sehr wohl hier und würde gern in München bleiben. Deswegen würde es auch gut passen, wenn ich in Haching bleibe. Das war vor der Saison auch mit ein Grund für mich, warum ich mich für Haching entschieden habe. Ich bin sehr heimatverbunden, habe hier auch meinen Freundeskreis.

Was schätzen Sie als gebürtiger Niederbayer an München?

Man hat einfach alles vor der Haustüre. Auch wenn ich kein guter Skifahrer bin, ist man zum Beispiel schnell in den Bergen. Meine niederbayerische Heimat ist auch nicht weit weg. Meine Frau stammt aus Augsburg, das ist auch einen Katzensprung von München.

Das Gespräch führte Robert M. Frank.

Quelle: fussball-vorort.de

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