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Handball: „Erneuter Abbruch wäre eine Katastrophe“

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HSG-Spieler Korbinian Herrmann wirft den Ball auf das gegnerische Tor, und alle schauen zu.
Erfolgreicher Durchbruch statt Pause: Korbinian Herrmann (l.) von der HSG Freising-Neufahrn fände es bestimmt gut. Im Erwachsenenbereich scheint ein Weiterspielen leichter zu sein als bei der Jugend. © Birgit Gleixner

Die Handballer stehen in der Schwebe, wie es mit dem Spielbetrieb weitergeht. BHV-Vizepräsidentin Ingrid Schuhbauer kämpft gegen den Abbruch.

Landkreis - Die Spielausfälle in den Handball-Ligen häufen sich, auch bei den Landkreis-Teams. Doch wie soll es angesichts der dramatischen Corona-Lage weitergehen? Gibt es eine Unterbrechung der Punkterunden? Oder droht sogar ein erneuter Saisonabbruch? Letzteres wolle das Präsidium des Bayerischen Handball-Verbandes (BHV) unbedingt vermeiden, betont die BHV-Vizepräsidentin Spielbetrieb, Ingrid Schuhbauer aus Freising: In einer Presseerklärung ließ der Verband nun verlauten, dass man für die Umsetzung der neuen Regierungsbeschlüsse noch ein wenig Zeit brauche. Schuhbauer saß während der diesbezüglichen Landtagsdiskussion den ganzen Tag vor dem Fernsehapparat, sagte danach: „Ich habe leider nicht im Detail rausgehört, was das Ganze für den Sport und hier im Besonderen für die Jugend bedeutet.“

Nicht absehbare Folgen im sozialen Bereich

Beim Nachwuchs fielen am vergangenen Wochenende 29 Prozent der Partien aus, der Großteil spielte noch. „Das zeigt, dass die Vereine, die Jugendlichen unbedingt weitermachen wollen“, sagt Schuhbauer. Ein Ausfall hätte für sie außerdem nicht absehbare Folgen im sozialen Bereich: „Das mag ich mir gar nicht vorstellen. Die Nachwuchsspieler werden ja zwei bis drei Mal die Woche in der Schule getestet, und wenn sie krank sind, bleiben sie sowieso zu Hause. Da sollten Training und Spiele doch erlaubt bleiben“, fügt sie an.

Portraitfoto von Ingrid Schuhbauer; Handball, Freising.
Ingrid Schuhbauer wird als Vizepräsidentin Spielbetrieb gegen einen Abbruch kämpfen. © Foto: BHV

Im Erwachsenenbereich sei die Impfbereitschaft innerhalb der BHV-Mitglieder sehr hoch, weiß Ingrid Schuhbauer: „Bei Schiedsrichter-, Trainer- und Kaderlehrgängen lag die Quote schon im September bei 95 Prozent. Ich denke, dass wir Handballer alle sehr vernünftig sind.“ Hier wären die rechtlichen Voraussetzungen andere: „Ich denke, dass bei den Frauen und Männern ein Weiterspielen auf alle Fälle leichter ist. 2G hatten wir ja ohnehin schon.“ In Sachen 2G-plus müsse eine Abfrage bei den Vereinen her: „Es ist schließlich auch eine Kostensache. Aber eine Entscheidung kann nicht über Nacht kommen.“

Pause bis Jahresende eine schwache Option

Sie werde gegen einen Abbruch kämpfen: „Wir müssen alles dagegen unternehmen. Zur Not sind halt wieder keine Zuschauer erlaubt. Hauptsache, der Spielbetrieb läuft.“ Ganz einfach sei es allerdings nicht, einen Konsens innerhalb des BHV zu finden. Denn in Unterfranken habe man ganz andere Corona-Zahlen als im südlichen Bayern: „Wir müssen aber für den ganzen Freistaat entscheiden.“ Generell hänge man aber sowieso am Tropf der Regierung, und eine Pause bis Jahresende ist für Schuhbauer nicht mehr als eine schwache Option: „Es glaubt doch keiner, dass es im Januar mit den Zahlen anders aussieht.“

Wird es nun am Wochenende Begegnungen in den unterschiedlichen Ligen geben? Noch seien kaum Absagen bei ihr eingegangen, berichtet Schuhbauer: „In den Hotspot-Regionen sind Spiele natürlich nicht erlaubt. Ansonsten kamen bei mir überwiegend positive Nachrichten an“, freut sie sich. „Wir werden keinesfalls voreilig abbrechen. Das geht einfach nicht. Die Vereine haben so viel dafür getan, dass die Jugendlichen und Erwachsenen wieder in die Halle durften. Für alle wäre das eine Katastrophe.“

Gesellschaftliche Verantwortung

Allerdings weiß Schuhbauer auch, dass man im Sport eine gesellschaftliche Verantwortung habe. Zum weiteren Vorgehen gibt es heute, Donnerstag, die nächste Präsidiumskonferenz. „Wir brauchen jetzt erst einmal die Detailbeschlüsse der Politik, hoffentlich sind die bald auf unserem Tisch.“ Denn man wolle die Clubs so schnell wie möglich informieren.

Bernd Heinzinger

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