Haschke startet beruflich durch und kehrt dem BCF den Rücken

Nur ein Intermezzo war Maximilian Haschke (li.) Gastspiel beim BCF Wolfratshausen. Der 19-Jährige stellt den Fußball aufgrund einer großen beruflichen Chance hinten an. Foto: rabuser

Wolfratshausen – Seinen Lebensunterhalt mit Fußball zu verdienen, bleibt nur wenigen Auserwählten vorbehalten. Auch Maximilian Haschke hatte den Traum, im bezahlten Fußball Fuß zu fassen. Doch es kam anders:

„Ich wollte Profi werden“, sagt der 19-Jährige. Die Basis hierfür war nicht schlecht. Haschke hat Talent, genoss eine privilegierte Ausbildung in den Nachwuchsschmieden des FC Bayern München und des 1.FC Nürnberg.

Doch bereits vor dem Übergang in den Seniorenbereich kamen Haschke erste Bedenken, ob die Schinderei zielführend ist. Er pausierte mit dem BetriebswirtschaftsStudium, genoss einen Auslandsaufenthalt, um sich danach wieder der Uni zu widmen. Der Anruf des BCF Wolfratshausen im vergangenen Sommer schadete nicht. Denn Haschke kickt halt gerne. Also heuerte er in Farchet an und kam mit Vorschusslorbeeren und Ambitionen.

Doch genau da lag das Problem: Blockseminare im ersten Semester standen einer Entfaltung an der Kräuterstraße entgegen. Haschke konnte trainieren, aber kaum spielen. Andi Brunner attestierte dem Talent „gute Ansätze“, monierte aber wegen der häufigen Absenzen den „fehlenden Zugang“ zur ersten Mannschaft. Besserung ab dem zweiten Studienhalbjahr stand zunächst in Aussicht, inzwischen jedoch ist alles anders. Fußball nimmt bei Maximilian Haschke ab sofort einen untergeordneten Platz ein. Grund: Die Karriere ruft lautstark. Ein Angebot der renomierten Unternehmensberatung Roland Berger flatterte Haschke im Dezember ins Haus. Da war der 19-Jährige erst einmal baff. Die ausgeschriebene Stelle ist von vielen Hunderten Uni-Absolventen begehrt worden. Zudem sei „eigentlich ein anderer Charakter“ gesucht worden, außerdem Studium und Auslandspraktika Voraussetzung gewesen. Haschke kann sich die Zusage nur mit „Frechheit siegt“ erklären. Eine „lange Zeit an Bewerbungsprozessen“ führten schließlich zum Ziel.

Kommenden Samstag geht die Reise für den Wolfratshauser nach Dubai, es folgen Stopps in Katar, Bahrain und Oman. „Das ist die berufliche Richtung, die ich mir immer gewünscht habe“, jubelt Haschke. Er darf als Junior-Berater und einer der jüngsten Mitarbeiter überhaupt in Saudi-Arabien die ortsansässigen Consulting-Teams unterstützen, lernt „die Firma komplett kennen“. Prüfungen an der Uni stehen auch an. Den „Bachelor“ gilt es zu meistern, anschließend den „Master“. Die Abschlüsse sind Grundvoraussetzung für eine Festanstellung. „Ein überdurchschnittlicher Abschluss ist zwingend erforderlich“, sagt der 19-Jährige. Seine Noten würden regelmäßig überprüft. Haschke sieht den Job als „Vertrauensvorschuss, den es zu erfüllen gilt.“ Für Fußball bleibt keine Zeit mehr. Die Auslandsaufenthalte würden sich häufen, „ich muss „Prioritäten setzen“, erklärt der 19-Jährige. Dem BCF bleibt er dennoch gewogen. Es habe ihm hier Spaß gemacht, ein ähnliches „Gemeinschaftsgefühl habe ich zuvor noch nie erlebt“.   von Oliver Rabuser

Quelle: fussball-vorort.de

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