Ex-Profi spricht über Neuried-Abschied

Hasenbeck: "Herausforderung zum richtigen Zeitpunkt"

„Manchmal habe ich Pep Guardiola beim Training über die Schulter geschaut“: Lennart Hasenbeck, Co-Trainer des SVH. Foto: Stäbler

Lennart Hasenbeck hat seine „Familie“ vom TSV Neuried vorige Saison zum Aufstieg geschossen – und dann Servus gesagt. Der Grund: Als Co-Trainer in Heimstetten sucht der Ex-Profi eine neue Herausforderung.

Inmitten aller Euphorie ist etwas Wehmut mitgeschwungen – ausgerechnet beim Aufstiegshelden. Durch sein Tor am 4. Juni in der Relegation in Jetzendorf hatte der spielende Co-Trainer Lennart Hasenbeck den TSV Neuried in die Landesliga geschossen. Der Treffer war zugleich das Abschiedsgeschenk des 28-Jährigen, hatte er doch zuvor angekündigt, zur neuen Saison zum Bayernligisten SV Heimstetten zu wechseln.

„Klar habe ich da auch eine Träne im Auge gehabt“, sagt Hasenbeck heute. „Schließlich war Neuried wie eine Familie für mich.“ Doch seine Pläne im letzten Moment umwerfen? Daran hat er keinen Augenblick lang gedacht. Denn, sagt Hasenbeck: „Wenn ich eine Entscheidung treffe, mache ich das mit voller Überzeugung.“ So war’s schon immer.

Etwa 2010, als der damals 21-Jährige, der in der Jugend für Rosenheim, Ottobrunn und Poing gekickt hat, von Neuried nach Unterhaching wechselt – aus der Kreisklasse in die Bayernliga, wo die Reserve der SpVgg spielt. Sein Ziel: der Sprung zum Profi. Tatsächlich etabliert sich der Offensivmann in Haching; nach einer Saison mit 31 Einsätzen und sieben Toren wird sein Vertrag um zwei Jahre verlängert. Mehr noch: In der Saison 2011/12 steht Hasenbeck im Drittligakader, der von den heutigen Bundesligatrainern Heiko Herrlich und Manuel Baum betreut wird.

Anfangs kommt der gebürtige Münchner zu drei Kurzeinsätzen in der 3. Liga, doch wirklich durchsetzen kann er sich nicht. Und so trifft er wieder eine 100-Prozent-Entscheidung: Hasenbeck bittet bei Haching um die Vertragsauflösung, hakt den Traum vom Profifußball ab und beginnt ein BWL-Studium. „Ich hatte damals Angebote von anderen Klubs und hätte aus München weggehen können“, erzählt er. „Aber ich habe mich entschieden, dass jetzt das Studium Priorität hat.“

Noch eine Saison spielt Hasenbeck beim Regionalligisten Heimstetten, ehe er nach Neuried zurückkehrt – als spielender Co-Trainer, im Alter von 24 Jahren. „Das Trainerdasein hat mich begeistert und macht mir bis heute unglaublich viel Spaß“, betont Hasenbeck. Gerade von seinen Ex-Coaches Baum und Herrlich habe er viel aufgesogen; bei Letzterem hospitierte er auch, als dieser die U17 des FC Bayern betreute – „da habe ich manchmal Pep Guardiola beim Training über die Schulter geschaut“, erzählt er.

Als nach vier Jahren in Neuried sein Spezl Christoph Schmitt anruft und ihm den Co-Trainer-Posten in Heimstetten anbietet, sagt er zu: „Das war eine neue Herausforderung zum richtigen Zeitpunkt“, sagt Hasenbeck, der mit seinen Ex-Teamkollegen Schmitt und Memis Ünver ein Trainerteam der Marke „Jugend forscht“ bildet – zusammen sind die drei noch keine 90 Jahre alt.

Ob er dereinst den nächsten Schritt und das Cheftraineramt bei einem hochklassigen Klub anstrebe? „Ganz ehrlich, da mache ich mir zurzeit überhaupt keine Gedanken“, sagt Lennart Hasenbeck. Schließlich weiß er selbst nur zu gut: „Im Fußball kann alles unglaublich schnell gehen.“

Quelle: fussball-vorort.de

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