Interview mit Seppi Welzmüller vor Pokal-Kracher

"Heimat is koa Ort, Heimat is a Gfui"

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Mit Identifikation zum Sieg: Seppi Welzmüller und die SpVgg Unterhaching erwarten RB Leipzig.

SpVgg Unterhaching - Es ist angerichtet: Am Dienstagabend (20.30 Uhr, Sky) empfängt der Regionalligist Unterhaching in der zweiten Runde des DFB-Pokals Zweitligist RB Leipzig im heimischen Sportpark.

Und das Duell ist ganz nach dem Geschmack des Hachinger Kapitäns Seppi Welzmüller (25). Bei bayerischer Ente mit Semmel- und Kartoffelknödel im Wirtshaus amNockherberg spricht der Inninger über Schafkopfen, Tracht – und die richtige Würze gegen Leipzig.

Seppi, neben fußballerischen Fähigkeiten legt Haching-Präsident Manni Schwabl auch großen Wert auf bayerische Fertigkeiten. Wie schaut's bei Ihnen mit Schafkopfen aus?

Welzmüller: Ja, das kann ich. Erst am Samstag habe ich mit meinen Teamkollegen Taffertshofer, Einsiedler und Winkler gespielt – und schöne 30 Euro gewonnen. Von Manni kann da übrigens jeder noch was lernen: Den, für den er einspringt, zieht er immer aus der Misere und führt ihn auf die Siegerstraße.

Und wie steht's allgemein um Ihre Heimatverbundenheit?

Welzmüller (lacht): Meine beiden Brüder und ich sagen immer: Heimat is koa Ort, Heimat is a Gfui. Wenn ich bei Leuten bin, denen ich blind vertrauen kann, dann ist das Heimat. Gleichzeitig sind mir auch Traditionen sehr wichtig. Wir sind am Ammersee aufgewachsen, bei uns daheim wird Bayerisch geredet. Und Tracht trage ich gerne auch unterm Jahr und nicht nur auf der Wiesn.

Stichwort Tradition: Mit Leipzig kommt am Dienstag ein Verein nach Unterhaching, der oft als Retortenklub bezeichnet wird. Zu Recht?

Welzmüller: Es wäre, glaube ich, vermessen, da Kritik zu üben. Es ist einfach ein anderes Konzept, was sie bei Leipzig verfolgen und auch eines, mit dem viele vielleicht nicht so viel anfangen können oder anfangen wollen. Mit Red Bull hat Leipzig prinzipiell aber einen super Hauptsponsor.

Leipzig (acht Spiele ohne Niederlage) kommt mit Selbstvertrauen nach Unterhaching. Ein Nachteil für Sie und Ihr Team?

Welzmüller: Ich glaube, dass uns genau das zugutekommen kann. Da kann ein Trainer sagen, was er will. Wenn man mit so einer Serie zu einem Viertligisten fährt, geht eine Mannschaft oft etwas untermotiviert in ein Duell. Spielerisch schätze ich Leipzig allerdings viel stärker ein als Ingolstadt, gegen die wir in der ersten Runde gewonnen haben.

Wie lautet da Ihr Rezept für den Sieg gegen Leipzig?

Welzmüller: Wo ich uns schon besser sehe, ist im Punkt Identifikation: Wir passen einfach als Mannschaft toll zusammen, kommen aus dem Umland und können uns alle mit dem Verein identifizieren. Das kann auf jeden Fall ein Vorteil sein gegenüber einer Mannschaft, die mit vielen finanziellen Mitteln zusammengekauft wurde. Die Chance ist da und aus der wollen wir das Beste machen. Trotzdem ist es für uns natürlich ein Bonusspiel.

Indirekt treten Sie auch gegen den FC Bayern an, der zeitgleich auf Wolfsburg trifft und im Fernsehen gezeigt wird. Wieso sollen die Fans Unterhaching anfeuern?

Welzmüller: Die Terminierung ist wirklich ein bisschen schade. Bei Bayern wird es allerdings ziemlich sicher ein klares Ergebnis werden. Wir können die Unterstützung dagegen echt gut gebrauchen. Immerhin würden wir wohl auch dem einen oder anderen Fußballfan in Deutschland einen Gefallen tun, wenn wir gegen Leipzig tatsächlich etwas erreichen sollten. Und ich glaube fest daran, dass wir etwas erreichen können.

Quelle: fussball-vorort.de

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