SV Heimstetten legt erst in der letzten halben Stunde richtig los

SV Heimstetten vs. 1860 II: Serie fortgesetzt

Dauerregen, Wind und Nasskälte: SVH-Trainer Christoph Schmitt wird vom Spiel seines Teams nicht recht erwärmt. FOTO. CHRISTIAN RIEDEL

Christian Wörns ist der letzte Verteidiger der sogenannten „Mannheimer Schule“ des dortigen SV Waldhof gewesen, die so ruhmreiche Fußballer wie die Brüder Bernd und Karlheinz Förster sowie Weltmeister Jürgen Kohler hervorgebracht hat.

Sie alle waren weniger Zauberkicker denn beinharte Abwehrspieler, die den Titel Vorstopper noch als Prädikat verstanden, bevor er zur Stichelei wurde. Kurzum: Christian Wörns hat in über 500 Erstliga- und 66 Länderspielen unzählige Male Kämpferund Nehmerqualitäten bewiesen. Genau die sind auch bei seinem Debüt als Trainer des TSV 1860 München II vonnöten gewesen, der beim Bayernligaprimus und seit zwölf Spielen unbesiegten SV Heimstetten antreten musste. Wobei es weniger der Gegner, sondern vor allem das Wetter war, dem Wörns trotzen musste: Bei Dauerregen, Wind und einer Nasskälte, die nicht mal Fritz Walter goutiert hätte, stand der Neu-Coach 90 Minuten lang ungerührt an der Seitenlinie, gab Kommandos, korrigierte, munterte seine Kicker auf – und konnte sich am Ende über ein 0:0 freuen.

Während Wörns das Wetter kalt ließ, zog sich sein Pendant auf SVH-Seite immer wieder in den Schutz der Ersatzbank zurück – vielleicht auch, weil das Spiel seiner Elf lange nicht so erwärmend war wie in den vergangenen Wochen. Vor allem die erste Hälfte stieß Schmitt sauer auf: „Da waren wir nicht in der Spur und haben uns zu wenig bewegt. Vielleicht hat der eine oder andere auch gedacht, das wird ein Selbstläufer.“ Und so waren es die Gäste, die sich in einem chancenarmen Durchgang noch die besseren Möglichkeiten erspielten – aber zweimal an Keeper Maximilian Riedmüller scheiterte.

Und die umjubelte Offensive des SVH um die Dauer- Torschützen Sebastiano Nappo, Lukas Riglewski und Orhan Akkurt? Die passte sich vor der Pause dem Wetter an. Und auch nach dem Wechsel ging es erst mal zehn Minuten lang weiter wie gehabt. Erst nach einer Stunde wachten die Platzherren auf und mussten nun feststellen, wie leicht es wohl auch zuvor gewesen wäre, dieses junge Löwen-Team unter Druck zu setzen. In der 63. Minute köpfte Peter Beierkuhnlein nach einem Riglewski-Freistoß aus fünf Metern in die Hände des Torwarts; wenig später landete ein Schlenzer von Riglewski knapp neben dem Pfosten.

Doch das war nur das Vorspiel für furiose Schlussminuten, in denen die Münchner quasi durchgängig mit elf Mann in der eigenen Hälfte agierten. Nach einer feinen Flanke von Christoph Mömkes verpassten Akkurt und Mathias Regal um Zentimeter; Letzterer köpfte nur dreißig Sekunden später eine Nappo-Ecke an die Latte. Und wiederum bloß zwei Minuten danach war es Daniel Wellmann, der per Kopf aus sechs Metern auch die letzte SVH-Chance versiebte.

„In der letzten halben Stunde haben wir es ordentlich gemacht“, bilanzierte Christoph Schmitt. Doch weil die Chancenverwertung diesmal mangelhaft blieb, sei er „natürlich enttäuscht“ über das Remis, so der Coach. Wenngleich er im nächsten Satz betonte: „Immerhin haben unsere Serie fortgesetzt – auch wenn wir heute keinen guten Fußball gespielt haben.“

SV Heimstetten – TSV 1860 München II 0:0

SVH: Riedmüller, Wellmann, Beierkuhnlein, Hintermaier, Mömkes, D. Schmitt, Regal, Date (66. Krause), Riglewski, Nappo, Akkurt. Schiedsrichter: Andreas Höcker (SV Schalding-Heining) – Zuschauer: 200.

Quelle: fussball-vorort.de

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