SV Heimstetten: Und dann kam Bläser

+
Spontane Selbstentkleidung: Marco Bläser reißt sich nach seinem Tor das Trikot vom Leib.

SV Heimstetten - Der SV Heimstetten hat den Klassenerhalt so gut wie sicher. Doch bevor der Regionalligist gegen Hof ein 3:2 bejubeln darf, muss er eine Zitterpartie sondergleichen durchstehen – bis zu Marco Bläsers Last-Minute-Tor.

Michael Steppan hat bereits das Trikot übergestreift und steht an der Seitenlinie bereit – während Marco Bläser auf der Bank Platz nimmt. Beim Stand von 2:1 für den SV Heimstetten gegen die SpVgg Bayern Hof soll dies der dritte Wechsel der Platzherren werden. Bedeutet für Bläser: Er wird in diesem Abstiegskracher nicht mehr ins Geschehen eingreifen – glaubt er, glauben die Zuschauer, und das glaubt auch Trainer Rainer Elfinger.

Doch dann überschlagen sich die Ereignisse: Aus dem Nichts fällt in der 85. Minute das 2:2, woraufhin der SVH-Coach Steppan zurückpfeift und stattdessen Marco Bläser auf den Rasen schickt. Denn, so Elfinger: „Ich wollte unbedingt den Dreier haben.“

Was dann folgt, wird Bläser später als „Märchen, wie es schöner nicht geht“ beschreiben. Mit seinem zweiten Ballkontakt köpft der Stürmer in der 90. Minute eine butterweiche Flanke von Slaven Jokic zum 3:2-Siegtreffer ins Netz. Ausgerechnet Bläser, dem nach seiner üblen Verletzung im Sommer das Karriereende drohte. Ausgerechnet Bläser, der bereits beim jüngsten 2:1-Heimsieg über Aschaffenburg als Joker doppelt traf. Ausgerechnet Bläser, der am Abend in seinen 33. Geburtstag reinfeiert – natürlich mit der Mannschaft. „Die Jungs brauchen nichts zahlen“, kündigt der Angreifer an. „Die Rechnung geht heute auf mich.“

Als verkappte Klassenerhaltsparty will der Stürmer die Feier aber nicht verstanden wissen. „Noch sind wir nicht durch“, sagt Bläser. Was er nicht sagt: So gut wie durch ist sein Club allemal. Denn nur, wenn am letzten Spieltag sowohl der SVH in Schweinfurt verliert, als auch Rosenheim beim Meister FC Bayern München II gewinnt, müsste Heimstetten doch noch in die Relegation. „Wenn das passiert, spielen die Bayern kein einziges Spiel mehr bei uns“, droht ein grinsender SVH-Präsident Ewald Matejka scherzhaft mit Blick auf die U19-Auswahl des Rekordmeisters, die ihre Partien im Sportpark austrägt.

Inmitten des Jubels geht fast unter, dass Heimstetten gegen Hof wahrlich keine Bewerbung für ein weiteres Regionalligajahr einreicht. Nach einem frühen Rückstand und mehreren Hochkarätern der Gäste trifft Daniel Steimel zum schmeichelhaften 1:1-Pausenstand. Zu Beginn des zweiten Durchgangs hat der SVH 15 starke Minuten – doch sie bleiben die einzigen in dieser Partie. Höhepunkt ist ein brillanter Freistoß von Dominik Schmitt zum 2:1 für seine Elf.

Danach sehen die 850 Zuschauer ein Herzschlagfinale, wie es sie im Sportpark noch nicht oft gegeben hat. Erst trifft Hof, dann kommt Bläser, dann trifft Bläser – und dann wird der Stürmer unter einer Jubeltraube von Mitspielern, Betreuern und Fans begraben. Ach ja: Weil sich Bläser das Trikot vom Leib reißt, hält ihm der Unparteiische danach die Gelbe Karte unters strahlende Gesicht. Bläsers Kommentar: „Ich habe dem Schiri gleich gesagt, dass das wahrscheinlich die schönste Gelbe Karte meiner Karriere ist.“

Werde Mannschaftsverwalter für dein Team!

Hol dir hier einen Zugang: http://statistik.fussball-vorort.de

Quelle: fussball-vorort.de

auch interessant

Meistgelesen

Buchbach macht Nägel mit Köpfen: Hanslmaier neuer sportlicher Leiter
Buchbach macht Nägel mit Köpfen: Hanslmaier neuer sportlicher Leiter
Ex-Bundesliga-Manager über neue Aufgabe: "Wollte unbedingt wieder Rasen riechen“
Ex-Bundesliga-Manager über neue Aufgabe: "Wollte unbedingt wieder Rasen riechen“
Marinovic: "Ich will mit Haching den Aufstieg schaffen"
Marinovic: "Ich will mit Haching den Aufstieg schaffen"
Franz Rathmann vor Wechsel in die Landesliga
Franz Rathmann vor Wechsel in die Landesliga

Kommentare