Herber Rückschlag für den FCP im Titelkampf

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Starke Leistung: Bogens Keeper Waldemar Trozenko hielt gestern unter anderem einen Pipinsrieder Elfmeter.

FC Pipinsried - Ausgerechnet vor dem großen Showdown am kommenden Mittwoch in Rain ist der FC Pipinsried aus der Erfolgsspur geschlingert. Das 1:1 im Heimspiel gegen den TSV Bogen hilft dem FCP nicht weiter, im Gegenteil, der Abstand zum bislang punktgleichen TSV Rain am Lech beträgt nun zwei Punkte.

Schon vor dem Anpfiff in der FCP-Arena war klar: Ein Sieg muss her. Titelkonkurrent Rain hatte tags zuvor seine Pflichtaufgabe gegen den SB DJK Rosenheim souverän gelöst (4:1), der TSV konnte durch den Heimsieg sogar den seit Wochen die Tabelle anführenden SV Pullach vom Platz an der Sonne kicken.

Es war das vierte Duell zwischen dem FC Pipinsried und dem TSV Bogen in ihrer gemeinsamen Zeit in der Bayernliga, die bisherigen drei Matches hatten die Mannen aus dem Landkreis Dachau jeweils zu ihren Gunsten entschieden. Das sollte sich gestern ändern...

Nach einer verhaltenen Auftaktviertelstunde tauchten die Hausherren erstmals gefährlich vor dem Gästekasten auf. Nach guter Vorarbeit von Arthur Kubica, der sich auf der linken Außenbahn kraftvoll durchgesetzt und den Ball dann maßgerecht auf den mitgelaufenen Christian Doll gepasst hatte, verzog der Winterneuzugang des FCP knapp (16.). Nur vier Minuten später machte es der Ex-65-Stürmer besser, via Innenpfosten brachte er den FC Pipinsried aus 16 Metern in Führung.

Nach einer halben Stunde brannte es dann erstmals im Pipinsrieder Strafraum. Stefan Meyer tauchte gefährlich vor Tobias Antoni auf, doch der FCP-Keeper war hellwach und parierte den 14-Meter-Schuss in glänzender Manier. Seine zweite Glanzparade im ersten Durchgang zeigte Antoni kurz vor der Pause, er faustete den Ball nach einem Schuss des ungedeckt vor ihm aufgetauchten Daniel Nutz entschlossen aus der Gefahrenzone (42.).

Bogens Schlussmann Waldemar Trozenko stand allerdings häufiger im Blickpunkt als sein Pipinsrieder Kollege – und auch er nutzte die Gelegenheit, sich auszuzeichnen. In der 35. Minute parierte er Kubicas Schuss, und gleich danach hielt er einen Kopfball von Martin Finkenzeller. Nur 120 Sekunden später hatten die FCP-Fans den Torschrei zum zweiten Mal auf den Lippen, doch der erneut von Kubica klug in Szene gesetzte Doll lupfte die Kugel knapp über das Tor.

Danach wurde die Partie deutlich ruppiger. Schiedsrichter Jan-Eric Wild blieb die harte Gangart nicht verborgen, mit gelben Karten gegen den Pipinsrieder Spielertrainer Tobias Strobl und den Bogener Tim Edsperger versuchte er, das rustikale Element schon im Keime zu ersticken.

Nach der Pause wurde der verschwenderische Umgang mit kapitalen Torchancen auf Seiten des FC Pipinsried nach einer Viertelstunde bestraft. Nachdem Doll (53./54.) und Andreas Schuster (Lattenkopfball/55.) es nicht geschafft hatten, das erlösende 2:0 zu markieren, schlug der TSV Bogen zurück: Serkan Sönmez stiehlt sich davon und gleicht mit einem Distanzsschuss aus (60.).

Nach kurzer Schockstarre ergriffen die Pipinsieder dann aber wieder die Initiative, sie versuchten es weiterhin über die Flügel: Ein Querpass des links durchgebrochenen FCP-Jokers Thomas Berger erreicht Christian Doll, doch der lässt auch diese Chance ungenutzt verstreichen. Erst rutscht er aus, und dann bringt er nicht genügend Druck auf den Ball, um den Nachschuss einzulochen.

In der Schlussphase setzte Strobl alles auf eine Karte, er brachte mit Serge Yohoua und Manuel Eisgruber zwei frische Kräfte für die Offensive. Und Yohoua stellte die Gäste sofort vor große Probleme, nach einem Strafraumfoul an dem kräftigen Ivorer im Team des FCP sah der Bogener Bastian Albrecht die rote Karte (82.). Den fälligen Elfmeter führte Ruben Popa aus, er scheiterte mit dem schwach getretenen Strafstoß am TSV-Goalie Waldemar Trozenko (83.).

TSV-Coach Andreas Wagner reagierte sofort, er nahm sein Sturm-Ass Stefan Meyer vom Platz und brachte mit Fidan Nika einen frischen Mann zur Entlastung.

In den Schlussminuten überschlugen sich dann noch einmal die Ereignisse: Maximilian Zischler scheitert mit einem Kopfball an Trozenko (89.), und wenig später klärt FCP-Keeper Antoni gegen Christian Bauer zur Ecke (90.+1).

Tobias Strobl war nach dem Schlusspfiff so sauer wie selten zuvor: „Ich muss jetzt genau aufpassen, was ich sage, sonst bin ich morgen meinen Job los. Manche denken, das sei hier eine Wohlfühloase, von Leidenschaft keine Spur. Ich sehe eine Blockade im gesamten Team, das fängt beim Trainer an und hört beim Spieler auf...“

Und FCP-Präsident Konrad Höß, der im spannenden zweiten Durchgang wie Rumpelstilzchen hinter dem Tor hin und her hüpfte, platzte schon während des Spiels der Kragen: „Warum ausgerechnet Ruben Popa den Elfmeter schießt, verstehe wer will...“

Kein Zweifel, vor dem Prestigeduell mit Rain liegen beim FC Pipinsried die Nerven blank. Und viel Zeit, daran was zu ändern, hat der FCP nicht...

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Quelle: fussball-vorort.de

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