Herbsterwachen ließ auf sich warten

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60 Minuten hat es gedauert, bis beim Derby zwischen Eching und dem SEF ein Tor fiel. Für das 1:0 sorgte Peter Enckell (oben), der sich auf links durchgesetzt hatte und aus kurzer Distanz traf. Da konnte sich zur Freude von Mannschaftskollege Fabijan Hrgota SEF-Keeper Julian Nothaft noch so strecken.

Eching - Die Erwartungen waren hoch – das Niveau des Bezirksoberliga-Derbys zwischen dem TSV Eching und dem SE Freising hingegen passte sich dem tristen Herbstwetter an. Am Ende hieß es 1:1 (0:0).

Statistik

TSV Eching - SE Freising 1:1 (0:0)

Eching: Kozel 3 – Deutschmeyer 4, Ehbauer 3, Züfle 3 (40. Enckell 2), Edlböck 4 – Rödl 3, Hoffmann J. 4, Eichler 3 (88. Hoffmann N.), Potenza 4 – Bircan 4 (76. Christophersen), Hrgota 3

Freising: Nothaft 2 – Pech 3, Schmid 3, Trasberger 4, Stöger 4 – Pflügler 3, Klein 4 (68. Seifert) Haupt 2, – Klier 3, Mihajlovic 4 (68. Ackermann), Misslinger 4

Gelb: Trasberger, Stöger.

Tore: 1:0 Enckell (60.) 1:1 Pflügler (86./FE)

Zuschauer: 350

Schiri: Iris Spitaler (TSV 1860 München).

Nein, eine fußballerische Glanzleistung bekamen die Zuschauer an diesem ungemütlichen Samstagnachmittag gewiss nicht zu sehen. Zwar wurde die Begegnung angesichts der Tabellenplatzierung als Spitzenspiel ausgerufen, doch die Leistung der Akteure auf dem Platz blieb weit von einem Spiel dieser Güteklasse entfernt. „Ein total langweiliges Derby“, schimpften einige Zuschauer beim Verlassen des Willi-Widhopf-Stadions, in dem die Frage nach der Vorherrschaft im Landkreis nicht geklärt werden konnte.
Hochkonzentriert begannen beide Mannschaften die Partie: Niemand wollte einen Fehler machen, um dann einem frühen Rückstand hinterherzulaufen zu müssen. Zwar kamen die Domstädter optisch besser ins Match, doch SEF-Trainer Michael Schütz war es noch deutlich zu wenig: „Ihr wacht gar nicht richtig auf“, polterte er über den Platz.
Auch die Hausherren waren in der ersten Hälfte viel zu passiv und rannten sich oft im Mittelfeld fest, so dass Echings Trainer Ivo Bacic zu dem wenig schmeichelhaften Urteil kam: „Wir haben in der ersten Halbzeit überhaupt nicht stattgefunden.“ Echte Torchancen der beiden Teams blieben übersichtlich: Freisings Simon Mißlinger prüfte mit einem Flatterball TSV-Keeper Kozel (33.), und ein Kopfball von Janis Hoffmann zischte nach einer Ecke von Peter Enckell knapp am Freisinger Gehäuse vorbei (44.) – das war schon alles. Kein Wunder, dass die Fans zur Halbzeit murrten: „Ein Tor wäre recht, damit sich hier endlich mal was rührt.“

Enckell sorgt für das 1:0

Tore fielen dann zumindest in der Halbzeitpause, in der ein Sponsor zu einem Elfmeterschießen gegen Echings Reservekeeper Maxi Lorenz aufrief. Doch auch nach Wiederanpfiff plätscherte die Partie vorerst so dahin, bis sich Peter Enckell schließlich auf der linken Seite durchsetzte und aus kurzer Distanz voll draufhielt: 1:0 (60.). Aufregung dann in der 75. Minute, als SEF-Keeper Nothaft im Strafraum Echings Fabijan Hrgota von den Beinen holte, und die Platzherren einen Elfer forderten. Doch die souverän pfeifende Schiedsrichterin Iris Spitaler ließ weiterlaufen. Kurz vor dem Ende hatte Michael Rödl die Entscheidung auf dem Fuß, als er aus kurzer Distanz voll abzog und Nothaft den Ball überragend abwehrte (84.).

Zu einem Zeitpunkt, als sich die Anhänger der Gäste bereits mit einer Niederlage abgefunden hatten, kam plötzlich doch noch einmal richtig Bewegung in die Begegnung: Michael Pech nämlich wurde im Echinger Strafraum klar gelegt und Spitaler entschied auf Strafstoß. Andreas Pflügler nahm das Geschenk gerne an und verwandelte zum 1:1 (86.). In den letzten Minuten brannte nichts mehr an, auch wenn die Gäste alles nach vorne warfen, um in diesem lauen Spiel vielleicht doch noch zu einem weiteren Torerfolg zu kommen.

von Jörg Scharnweber

Stimmen:

Ferdinand Kozel (Keeper, TSV Eching): Ein unverdienter Punkt für den SEF, wir waren in der zweiten Hälfte klar überlegen. Der Strafstoß gegen uns war absolut unberechtigt.

Michael Schütz (Trainer SEF): Nachdem wir lange in Rückstand lagen, sind wir mit dem Punktgewinn zufrieden. Eigentlich wollten wir drei Zähler mitnehmen und uns offensiver präsentieren, doch das ist uns nicht gelungen.

Ivica Bacic (Coach TSV): Heute haben wir kein hochklassiges Spiel gesehen. Torchancen waren auf beiden Seiten kaum vorhanden. Herausgekommen ist ein Remis, mit dem wir gut leben können.

Quelle: fussball-vorort.de

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