Vorzeitiges Saisonende

Handballer akzeptieren BHV-Entscheidung

+
„Grenzwertig“ findet Herrschings Abteilungsleiter Uli Sigl die Entscheidung, nimmt sie aber an.

Der Bayerischen Handball-Verband hat entschieden: Die Saison 2019/20 ist vorzeitig beendet, die Tabellen werden über die so genannte Quotienten-Regelung erstellt. Die Vereine im Landkreis Starnberger akzeptieren die BHV-Entscheidung.

Landkreis – Als das letzte Kapitel einer außergewöhnlichen Handball-Saison zugeklappt war, ist Veronika Jakob ein Seufzer der Erleichterung entfahren. „Das Ding ist abgeschlossen“, konstatiert die stellvertretende Abteilungsleiterin des SC Weßling. Der Bayerische Handball-Verband (BHV) traf am Freitag die letzten Richtlinien, wie die wegen der Corona-Pandemie bereits für beendet erklärte Saison nun abzuwickeln ist. Analog zum Deutschen Handball-Bund (DHB) entschieden sich die Funktionäre des BHV dafür, dass es heuer keine Absteiger gibt, die Teams auf den Aufstiegsplätzen aber allesamt nach oben befördert werden. Die Platzierungen sollen dabei durch eine Quotienten-Regelung – gewonnene Punkte geteilt durch die absolvierten Spiele, anschließend multipliziert mit dem Faktor 100 – ermittelt werden (wir berichteten).

„Das ist die richtige Entscheidung“, sagt Veronika Jakob. Für die Weßlingerin gibt es nichts am Beschluss des Verbands auszusetzen. Für ihre Teams war er ohnehin nicht von Relevanz. Die Damen hatten in der Bezirksoberliga keine Chance mehr auf den Titel, der klar an die zweite Garnitur der HSG Würm-Mitte geht. Da keine Relegation ausgelobt war, spielt das Team auch in der neuen Saison in derselben Klasse. Auch die Herren brauchten sich keine Gedanken zu machen. Absteigen konnten sie aus der Bezirksklasse sowieso nicht, da sie in der untersten Liga beheimatet sind. Für den Aufstieg fehlte dem Tabellenvierten dann doch die Substanz. „Da rührt sich nach oben nichts mehr“, so Jakob.

Auch der TSV Gilching hat gegen die Entscheidung des BHV nichts einzuwenden. „Das ist nachvollziehbar und in Ordnung“, lobt Gottfried Jais den Erlass. Der Abteilungsleiter bezeichnet die Quotienten-Regelung als „die sinnvollste Variante“. Seiner Reserve beschert sie die Versetzung in die Bezirksliga, die angesichts des Tabellenstands ohnehin zu erwarten gewesen war. Die ersten Herren bleiben der Bezirksoberliga auch in der kommenden Runde treu, woran es für den Ranglistensiebten nie einen Zweifel gab. Die Damen vermeiden als Vorletzter der Bezirksliga den Exodus.

Skepsis ruft die Entscheidung des Verbands allerdings am Ammersee hervor. „Ich finde es grenzwertig, jetzt eine Wertung vorzunehmen“, moniert Uli Sigl. Der Abteilungsleiter des TSV Herrsching hätte die Saison am liebsten für null und nichtig erklärt. „Das wäre eine Konstellation gewesen, bei der niemand bevorzugt oder benachteiligt worden wäre.“ Benachteiligt sieht er vor allem seine Herren, die in der Landesliga Süd als Tabellendritter den Aufstieg knapp verpassen. Sechs Spiele vor dem regulären Saisonende hatte das Team von Trainer Kurt Neumaier noch eine realistische Chance, den zweiten Rang hinter dem souveränen Spitzenreiter TSV Haunstetten zu erreichen. Der zweitplatzierte Eichenauer SV hätte noch in der Nikolaushalle antreten und das Handicap verkraften müssen, verletzungsbedingt auf einen seiner besten Spieler zu verzichten.

Auf der anderen Seite spielt die Lösung des BHV auch Sigl in die Karten. Die Reserve des TSV hätte normalerweise als Letzte die Bezirksoberliga in Richtung Bezirksliga verlassen müssen. Nun kann sie per Dekret des Verbands für ein weiteres Jahr in der Klasse buchen. „Wenn die Entscheidung vom BHV so getroffen wurde, nehme ich sie auch gerne an“, stellt Sigl klar. Keinerlei Zweifel bestehen dagegen am Klassenerhalt der Damen, den sie als Tabellenneunte der Landesliga Süd ohnehin schon so gut wie gesichert hatten.

Auch interessant

Mehr zum Thema:

Kommentare