Alarmstufe Rot beim TSV Herrsching

Herrsching verliert 18 Spieler und Coach Rakaric

+
„Es macht keinen Sinn mehr“, sagt Herrschings Spielertrainer Robert Rakaric (vorne). Nach nur einer Saison verlässt er die Fußballer des TSV Herrsching wieder. 

Alfred Liebl schlägt Alarm. „Bei den Herrschinger Fußballern gehen die Lichter aus“, warnt der 2. Abteilungsleiter vor dem Zusammenbruch der ersten Mannschaft.

Obwohl der TSV den Ligaverbleib in der Kreisklasse bereits am vorletzten Spieltag für ein weiteres Jahr sicherte (wir berichteten), droht der Niedergang. Elf Spieler haben angekündigt, den Verein nach der Saison verlassen zu wollen. Während der Spielzeit hörten bereits sieben Kicker aus diversen Gründen auf.

„Das ist schon eine brutale Zahl“, räumt Robert Rakaric ein. Der Trainer hat seinen Verbleib am Ammersee immer davon abhängig gemacht, dass er auf einen schlagkräftigen Kader zurückgreifen kann. Der ist nach dem Abschied von 18 Spielern innerhalb von elf Monaten nur noch rudimentär vorhanden. „Es macht keinen Sinn mehr weiterzuarbeiten“, stellt der Coach klar. Er wird seinen Kontrakt über den 30. Juni 2019 hinaus nicht verlängern, obwohl ihm der Verein das angetragen hat. Auch seine rechte Hand, Karl Willhuber, hört als Betreuer auf. Dabei führte Rakaric in den vergangenen Wochen noch Gespräche mit potenziellen Verstärkungen und plante die Vorbereitung auf die neue Saison.

Der Exodus trifft den Verein in einer Zeit des Umbruchs. Vor einem Jahr gab Willi Welte die Abteilungsleitung an Florian Maier und Liebl ab. Die beiden neuen Verantwortlichen mussten sich erst in ihre Aufgaben hineinarbeiten. So blieb manches liegen. Bis in den Mai hinein wurden weder konkrete Gespräche mit dem Trainer noch mit den Spielern geführt, wie es weitergehen soll. Während Maier das Thema Vertragsverlängerung zum Tabu erklärte und auch jetzt die Entwicklung in seiner Sparte nicht kommentieren will, zeigte sich Liebl gesprächsbereit. „Wir wollten etwas aufbauen“, sagt der Stellvertreter. Das neue Führungsduo sei mit den besten Vorsätzen angetreten.

Dass dieses Projekt jetzt zumindest auf Eis gelegt ist, schreibt er den Spielern zu. Liebl vermisste vor allem klare Aussagen von seinen Fußballern und ärgerte sich über „fadenscheinige Vorwände“. Für seinen Chef empfindet er Mitleid: „Es tut mir leid für Herrn Maier.“ Dass Rakaric keine Möglichkeit hatte, sich rechtzeitig nach einer Alternative umzuschauen, weil er und Maier die Saisonplanungen lange vor sich herschoben, berührt Liebl dagegen nicht. „Der kommt schon unter“, sagt er über den Trainer.

Maier wird in Zukunft wohl noch mehr Verantwortung tragen als ohnehin schon. Der Abteilungsleiter trainierte in der fast abgelaufenen Saison erfolgreich die Reserve in der C-Klasse und feierte mit ihr den Aufstieg. In Zukunft wird er wohl die erste Mannschaft übernehmen. Ob der TSV noch eine Reserve melden kann, ist angesichts der Massenabwanderung höchst ungewiss. „Wenn wir keine zweite Mannschaft mehr haben, brauche ich keinen Trainer mehr“, sagt Willi Welte und betrachtet Maiers Beförderung nur als konsequent. Der Technische Leiter, der die Geschicke der Fußballer lange Zeit bis zum vergangenen Jahr gelenkt hatte, will Maier weiter zur Seite stehen, auch wenn das Verhältnis zwischen den beiden nicht frei von Spannungen ist.

Auch Liebl weiß, dass er in Zukunft gebraucht wird. Aber die Enttäuschung über das Verhalten der Spieler ist so groß, dass er darüber nachdenkt, sein Amt aufzugeben. „Ich weiß nicht, ob ich überhaupt weitermache“, räumt er ein. Noch müsse er überlegen. Und noch brennt Licht beim TSV.

2. Spartenleiter Liebl über Coach Rakaric:
„Der kommt unter“

TSV muss die
zweite Mannschaft

wohl abmelden

Quelle: Merkur.de

Auch interessant

Mehr zum Thema:

Meistgelesen

Arjen Robben: Kantersieg bei Trainer-Premiere - Ex-Bayern-Star erklärt seine Vereinswahl
Arjen Robben: Kantersieg bei Trainer-Premiere - Ex-Bayern-Star erklärt seine Vereinswahl
TuS Holzkirchen: Tore für den Frustabbau
TuS Holzkirchen: Tore für den Frustabbau
TSV Neuried II: Mehr Spieler, mehr Qualität
TSV Neuried II: Mehr Spieler, mehr Qualität
DJK Würmtal: Euphorisch zum direkten Konkurrenten
DJK Würmtal: Euphorisch zum direkten Konkurrenten

Kommentare