Brisantes Wiedersehen mit Ex-Trainer

Höß: "Strobl hat den Verein und mich im Stich gelassen"

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FCP-Chef Konrad Höß erwartet am Samstag seinen Ex-Spielertrainer Tobias Strobl zum Bayernliga-Duell.

FC Pipinsried - Konrad Höß, schon zu Lebzeiten legendärer Fußballboss des FC Pipinsried, kann viel. Aber dass er sogar entscheidend die Aufstellung des Gegners beeinflusst, das ist dann selbst für ihn etwas ungewöhnlich.

Am Sonntag (14 Uhr) erwartet Pipinsried zum Bayernligaspiel den TSV Schwabmünchen, und zu gerne hätte dessen neuer Coach Tobias Strobl sich selbst als Regisseur ins Mittelfeld gestellt. Und seinem Ex-Klub das Leben schwer gemacht.

Dazu aber kommt es nicht. Weil Höß seinem letztjährigen Spielertrainer, der formal noch bis Ende Juni an Pipinsried gebunden ist, keine Freigabe erteilt. Ein Gütetermin vor dem Arbeitsgericht München ist letzte Woche gescheitert, nun ist eine Hauptverhandlung nötig, die wohl kaum vor Ende Mai stattfinden wird. Und sich damit eigentlich erübrigt, denn dann endet auch Strobls Engagement in Schwabmünchen.

Höß ärgert noch immer, dass Strobl im Sommer nach dem missglückten Regionalliga-Aufstieg enttäuscht die Brocken hingeworfen, „den Verein und mich im Stich gelassen“ hat, wie Höß es sieht. Dabei war er lange mächtig stolz auf seine Entdeckung Strobl gewesen, „richtig tolle Arbeit“ habe der 28-Jährige geleistet. Der völlig unerwartete Abschied aber hat einen Keil zwischen die beiden getrieben. Also folgerichtig: Kein Pardon, zumindest spielen soll Strobl für Schwabmünchen nicht. Höß, der ohnehin einen Sittenverfall im Amateurfußball wittert, will ein Exempel statuieren, pacta sunt servanda, so der Lateiner, Verträge sind einzuhalten. Strobl ist geschockt: „Da verkaufst du ja dann mit einem Amateurvertrag Leib und Seele.“

Dass Höß nun beteuert, das so auch nicht gewollt zu haben, und Strobls neuem Verein zumindest eine Mitschuld gibt, weil der sich nicht um eine finanzielle Einigung bemüht habe, ändert an der Sache nichts mehr: Strobls Rückkehr am Sonntag wird kein nettes, sondern ein recht brisantes Wiedersehen.

Die Amateurfußballseite erscheint jeden Mittwoch. Autor ist Reinhard Hübner, erreichbar unter komsport@t-online.de

Quelle: fussball-vorort.de

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