Holzers Doppelschlag

- VON PATRICK REICHELT Man hat sich ja langsam gewöhnt, an die wechselvollen Auftritte der Münchner Regionalligisten. Mal geht es schwungvoll rauf, mal mit Schmackes runter. Diesmal war es wieder einmal der FC Bayern, der den Abwärtstrend erwischte. Mit einem 1:2 (1:0) bei den Stuttgarter Kickers verpassten die Schützlinge von Trainer Hermann Gerland den Anschluss an die Tabellenspitze. Eitel Sonnenschein dagegen bei den Löwen. Mit einem 2:0 (1:0) über die Amateure des VfB Stuttgart feierten sie den zweiten Dreier in Folge und dürfen langsam, aber sicher in Richtung obere Tabellenhälfte schielen.<BR>

Worauf man beim TSV 1860 nach dem überzeugenden Auftritt der Vorwoche in Darmstadt ja zumindest ein wenig gehofft hat. Doch ein bisschen überraschend war es schon, wie überzeugend der Talentschuppen des Zweitligisten seinen vierten Saisonerfolg einspielte. Vor allem die erste Halbzeit hatte es Trainer Alfons Higl am Ende richtig angetan: "Ich glaube, das war die beste Halbzeit, die wir bis jetzt gespielt haben." Aggressiv und zweikampfstark hatten seine Spieler, die nach staureicher Anfahrt mit 20-minütiger Verspätung angetretenen Schwaben unter Druck gesetzt. Der Ball lief flüssig durch die Reihen. Und gleich beim ersten ernsthaften Versuch saß der Ball ja auch im Netz. Der überzeugende Patrick Milchraum flankte und Christian Holzer deutete einmal mehr an, warum ihn Higl als Mann für die wichtigen Tore auf seiner Lohnliste führt. Aus kurzer Distanz trat der Kapitän den Ball über die Linie (7.). <P>Wenn man sich in den Reihen des TSV 1860 einen Vorwurf machen lassen musste, dann den, das Spiel nicht vorzeitig entschieden zu haben. Denn nach der Pause legten die offensiver eingestellten Stuttgarter vor den Augen von Nachwuchs-Bundestrainer Michael Skibbe im gähnend leeren Grünwalder Stadion merklich zu. Alleine die eingewechselte Profileihgabe Mario Gomez hatte dreimal den Ausgleich auf dem Fuß, scheiterte aber am starken Timo Ochs (Higl: "Ein guter Junge") im Löwen-Tor. Die aufgekeimten Stuttgarter Hoffnungen machte Torhüter Diego Benaglio zunichte, der den alleine auf ihn zustürmenden Nicky Adler von den Beinen holte. Über die Rote Karte für seinen Schlussmann wollte Gerland kritisiert fehlenden Mumm VfB-Coach Rainer Adrion gerne streiten, über den fälligen Elfmeter nicht. Christian Holzer war es vorbehalten, mit seinem zweiten Treffer die Entscheidung herbeizuführen (83.). <P>Im zweiten Süd-Derby des Spieltages hatte es ebenfalls lange nach einem Münchner Erfolgserlebnis ausgesehen. Bis zur 73. Minute war der FC Bayern trotz einer alles andere als überzeugenden Vorstellung durch ein Tor von Borut Semler bei den Stuttgarter Kickers in Führung gelegen. Dass es anders kam und die routinierten Schwaben den Spieß durch Tore von Oliver Barth und Mirnes Mesic noch umdrehten, fand zumindest Bayern-Coach Hermann Gerland in keinster Weise überraschend. "Wenn man so spielt wie wir, nur das Nötigste tun will, dann kann man so ein Spiel nicht gewinnen", wetterte Gerland und schickte eine deutliche Warnung in Richtung Mannschaft: "Wenn ich nicht den Mumm habe, mich in so einem Spiel durchzusetzen, dann bin ich auch nicht für die Bundesliga interessant." Klingt als wäre der nächste Aufschwung überfällig. <P></P>

Quelle: Merkur.de

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