Priorisierung noch unschlüssig

SF Föching: Wedekind fordert klarere Ansagen zum Sportplatz Projekt 

erkehrstechnisch gut angebunden ist der Sportplatz in Föching. Hier könnte man in den Augen vieler Gemeinderäte und des Sportbeauftragten relativ zügig eine Umgestaltung vornehmen.
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Verkehrstechnisch gut angebunden ist der Sportplatz in Föching. Hier könnte man in den Augen vieler Gemeinderäte und des Sportbeauftragten relativ zügig eine Umgestaltung vornehmen.

In einem offenen Brief fordert der Sportbeauftragte Jörg Wedekind, zügig die Sportanlagen in Föching anzupacken. Viele Gemeinderäte wollen endlich handeln.

Holzkirchen – Zu wenig ambitioniert, zu unkonkret: So empfanden viele Gemeinderäte die Prioritätenliste für die Maßnahmen im Sportentwicklungsplan (SEP), die die Verwaltung Mitte März in der Sitzung präsentierte (wir berichteten). Ein Beschluss blieb aus. „Der Vorwurf, es sei nichts passiert, hat uns gestunken“, sagte Bürgermeister Christoph Schmid (CSU) jetzt im Hauptausschuss, als das Thema erneut eine Runde drehte. „Eventuell gab es Missverständnisse, was die Zeitpläne angeht.“ Nur weil ein Projekt als langfristig eingestuft sei, heiße das nicht, dass man erst in ein paar Jahren mit der Planung beginne. Gerade für größere Projekte brauche man eine Vorlaufzeit, ergänzte Stefan Eckl vom Institut für Kooperative Planung und Sportentwicklung (IKPS), das die Kommune in den SEP eingebunden hatte. Er beantwortete nun per Videochat Fragen.

Brief von Jörg Wedekind heizt Diskussion im Gemeinderat an 

Der Diskussion vorausgegangen war ein offener Brief, den der gemeindliche Sportbeauftragte Jörg Wedekind an die Gemeinderäte geschickt hatte. Auch ihn störe es, „dass wir mit dem SEP bisher nur mit wenigen, konkret umsetzbaren Zielen unterwegs sind“, schreibt er. Aber es sei logisch, dass bei einer Priorisierung als erstes das Thema finanzielle Durchführbarkeit aufploppe. Da die Einführung einer digitalen Sportstättenverwaltung wohl die kostengünstigste und am leichtesten umsetzbare Aufgabe war, sollte diese als Erstes passieren. Gleiches gelte für das Laufsportwege-Konzept. Für das Hallenbelegungssystem habe er bereits einen Software-Anbieter ausgesucht, sagt Wedekind auf Nachfrage. Geht alles gut, könne es heuer im Herbst starten. Schmid meinte, dass die Beschilderung der Laufwege doch etwas mehr Zeit beansprucht, weil Grundstücksfragen zu klären seien.

Die restliche Priorisierung liege in der Entscheidungshoheit der Verwaltung und des Gemeinderats, betont Wedekind in seinem Brief. Es sei wichtig, „dass in Holzkirchen endlich Farbe bekannt wird, wo man sich räumlich ausbreiten möchte und auch kann“, schreibt er mit Blick auf das Moarhölzl. Immerhin geistere die „Vision Moarhölz“ seit fast 40 Jahren herum. „Dass sich in jedem Fall aber räumlich etwas ändern muss, zeigen allein schon die beiden flächenmäßig beengten Verhältnisse am Eisstadion oder auf der Haid.“

Zudem wünscht sich Wedekind, dass die Verantwortlichen ein Projekt bald anpacken: die Sportanlagen in Föching. Die SF Föching stellten ihr Sportgelände zur Umplanung zur Verfügung. Hier könne man einen Trainings- in einen Kunstrasenplatz umwandeln. Das „würde die schwierige Spiel- und Trainingssituation in der Gemeinde gerade in den Übergangszeiten Frühling und Herbst stark verbessern“. Zudem habe die Gemeinde neben dem Sportplatz Grund erworben. Das wäre die Gelegenheit, Ersatz für die nicht mehr sanierungsfähige Turnhalle zu schaffen. Eventuell mit kleineren Übungs- und Gymnastikräumen.

„Es ist jetzt die Zeit für Entscheidungen“ 

Wedekinds Worte hallten in der Sitzung nach. Auch Eckl betonte: „Es wäre wichtig, dass der Gemeinderat zu einem einheitlichen Bild käme.“ Und eine Entscheidung treffe. Priorisierungen seien nicht in Stein gemeißelt. „Falls sich eine Chance ergibt, kann man Projekte vorziehen.“ Josef Sappl senior (CSU) nickte: „Wir sind am Zug, wir müssen entscheiden, was machbar ist.“ Den Kunstrasenplatz in Föching hielt er für realistisch. Wolfgang Huber (SPD) warb ebenfalls für eine Optimierung in Föching. „Da sollten wir Pflöcke einschlagen.“ Das fand auch Martin Taubenberger (FWG). Immerhin sei Föching verkehrstechnisch über A 8 und B 318 gut erreichbar. Er forderte zudem, die Möglichkeiten am Moarhölzl zu prüfen. Der Knackpunkt ist hier bekanntlich die Erschließung von der B 13 aus, das Staatliche Bauamt Rosenheim empfiehlt eine Machbarkeitsstudie. Nicht gut kam der Vorschlag der Grünen an, in einer Klausur vieles erneut zu diskutieren. „Jetzt ist die Zeit für Entscheidungen“, konterte Sebastian Franz (CSU). Man habe die Maßnahmen ausführlichst und unter Beteiligung der Bürger behandelt. Anita Gritschneder (Grüne) forderte, dass detailliert über die Finanzen gesprochen werde. Torsten Hensel (FWG) sagte: „Wir wollen konkreter werden.“

Am Ende forderte Schmid die Fraktionen auf, bis Mitte Mai Vorschläge und Priorisierungen konkret vorzulegen. Die Idee kam gut an.

(MARLENE KADACH)

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