Handball-Bayernliga der Frauen 

„Das Team wollte einen neuen Trainer“

Übernimmt das Traineramt bei der HSG Freising-Neufahrn: Rudi Lerch.

Seit Dienstag Abend ist Peter Mesiarik nicht mehr Trainer der Handballfrauen von der HSG Freising-Neufahrn.

Freising – Seit Dienstag Abend ist Peter Mesiarik nicht mehr Trainer der Handballfrauen von der HSG Freising-Neufahrn. Wegen interner Differenzen gab er nach einer Teamsitzung seinen sofortigen Abschied bekannt. Interimsweise wird erst einmal der bisherige Co-Trainer Rudi Lerch die Truppe von der Bank aus führen, zum ersten Mal beim Bayernliga-Auswärtsduell in Zirndorf am Samstag (Beginn um 15 Uhr).

Die Umstände der Trennung sind überraschend, da es in der Vorrunde gut lief und die Stimmung bestens schien. Abteilungsleiter Jürgen Steinhauer betonte, dass die Harmonie zwischen Mannschaft und Trainer nicht mehr gegeben war: „Es gab einfach unüberbrückbare Differenzen. Wir haben noch versucht, das Ganze zu kitten, aber es passte nicht mehr.“ Es sei kein Prozess von heute auf morgen gewesen, betont Steinhauer. „Die Frauen hätten der Abteilungsleitung klipp und klar gesagt, dass sie einen neuen Coach wollen.“ Zwar habe man gedacht, dass es erst nach der Saison so weit wäre, betonte Steinhauer: „Der Peter war aber konsequent und hat gleich den Schlussstrich gezogen.“ Der Klassenerhalt werde dadurch natürlich nicht einfacher, so der Abteilungsleiter: „Aber der Rudi Lerch ist ja kein Unbekannter für die Mannschaft und daher gehe ich trotzdem davon aus, dass das klappt.“

Steinhauer kennt Mesiarik seit 1995, als er als Torhüter nach Freising kam: „Deshalb tut mir sein Abschied schon sehr weh und ich finde es schade.“

Die Suche nach einem neuen Trainer wird dauern

Die Suche nach einem neuen Trainer geht intensiv voran, aber mitten in der Saison ist es unwahrscheinlich, jemanden zu finden. Rudi Lerch sagte, dass er in die Rolle des Cheftrainers „sehr kurzfristig und unvorhergesehen“ rein geraten sei: „Ich habe mich keinesfalls aufgedrängt, aber ich wollte die Frauen auch nicht alleine lassen.“ Er habe durchaus mitbekommen, dass es innerhalb der Mannschaft rumort habe: „Aber ich dachte, dass der Peter auf jeden Fall bis Ende der Saison noch bleibt.“ Das Team hätte ihn dann nach der Trennung gefragt, ob er aushelfen würde: „Da habe ich sofort ja gesagt, ich kenne die Mannschaft schließlich schon lange.“

Aufbauarbeit sei jetzt zu leisten: „Aber es gibt auch keinen Grund, traurig zu sein. Wir haben uns ja in der Vorrunde sehr gut gehalten, das ist natürlich ein großer Verdienst von Peter Mesiarik.“

Lerch erklärt sich die Trennung damit, dass die internen Probleme mit einigen Spielerinnen in den letzten Wochen einfach zu groß wurden. Wenn es sein muss, dann könnte sich Lerch auch vorstellen, die Saison mit der Mannschaft zu Ende zu bringen: „Eventuell suche ich mir auch noch Unterstützung von Leuten aus dem Verein.“ Wen er damit meint, das konnte Rudi Lerch derzeit noch nicht sagen.

Wie sieht die Mannschaft selbst den Abschied ihres langjährigen Trainers, der immerhin seit fünfeinhalb Jahren auf der Bank der HSG saß und dabei eine Erfolgsgeschichte nach der anderen initiierte? Torhüterin Melanie Schild stellte sich: „Es ist einfach so, dass die Mannschaft nach der Saison einen neuen Trainer wollte. Das haben wir dem Peter auch mitgeteilt, das Team hat so entschieden.“ Einige Faktoren hätte es für die Entscheidung gegeben, betonte Schild: „Viele innerhalb der Mannschaft wollten einfach neue Reize. Wir haben uns deutlich verjüngt und da braucht es neue Impulse.“

Die Torhüterin selbst hätte zwar gerne mit Mesiarik die Saison zu Ende gespielt – sie beendet dann aller Voraussicht nach ihre Karriere: „Aber jetzt ist es so gekommen, und das war vielleicht die beste Lösung.“

Schild gibt zu, dass das Traineramt bei Frauen manchmal etwas schwieriger sei: „Wenn die eine oder andere nicht so viel Einsatzzeit bekommt, dann kann es schnell Probleme geben. Jetzt müssen wir mal schauen, wie es weiter geht.“ Mit Rudi Lerch als Interimscoach ist sie sehr zufrieden und sie betont: „Jetzt müssen wir als Team funktionieren und dem Peter zeigen, dass er alles richtig gemacht hat. Mein Wunsch wäre es, ihm mit Siegen noch einige kleine Dankeschöns zu schicken.“

Quelle: Merkur.de

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