Jungprofi lebt seinen Traum

Niederlechner: "Bei mir ist noch Luft nach oben"

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Autsch, das piekst: Mindestens zweimal im Jahr steht auch für Florian Niederlechner ein Laktattest an.

SpVgg Unterhaching - Durch Tore und Leistung hat Jungprofi Florian Niederlechner aus Hohenlinden auf sich aufmerksam gemacht. Sein Fazit nach guter Hinserie mit Fußball-Drittligist SpVgg Unterhaching: Es ist noch Luft nach oben.

von Olaf Heid

Ferien und Füße hochlegen? Nicht für einen Fußball-Jungprofi wie Florian Niederlechner. Der 22-Jährige in Diensten des Drittligisten SpVgg Unterhaching hätte am liebsten über Weihnachten und den Jahreswechsel durchgespielt. „Ich wollte gar nicht pausieren“, hätte der in Hohenlinden Sesshafte mit seinem Team den Erfolgslauf nur zu gerne fortgesetzt. Die SpVgg liegt mit ihrem gegenüber der zahlungskräftigeren Konkurrenz sehr jungen Kader als Tabellenfünfter (39 Punkte) ausgezeichnet im Rennen um den Klassenerhalt, dem erklärten Saisonziel. Und das auch dank der guten Leistungen von Niederlechner.

„Es hätten gerne ein paar mehr Tore sein können“

Dessen Fazit nach der Hinrunde fällt durchwachsen aus, obwohl er in allen 21 Partien am Ball war (2 Ein-, 13 Auswechslungen) und vor allem im Spätherbst mit seinen Toren (insgesamt acht) für viel Aufmerksamkeit gesorgt hatte. „Mit dem ersten Teil der Hinserie war ich nicht so zufrieden. Obwohl wir als Mannschaft gut gespielt haben, hätte ich mir persönlich schon ein bisschen mehr vorgestellt als nur zwei Tore.“ Das holte das Hohenlindener Gewächs aber nach. „Der zweite Teil war für mich absolut okay.“ Sechs Treffer gelangen ihm in dieser Phase, „es hätten gerne ein paar mehr sein können.“

Niederlechner stellt an sich selbst hohe Anforderungen, will nicht nur an seinen Buden gemessen werden. Er will weiter hoch hinaus. Sein Raketenflug über Markt Schwaben (Landesliga) und Ismaning (Bayernliga) soll in Haching nicht zu Ende sein. Und dafür tut der Stürmer einiges – zusätzlich, versteht sich.

Niederlechner beim Torjubel: „Es hätten gerne ein paar mehr sein können.“

Ferien und Füße hochlegen? „Das geht ja gar nicht“, so der 22-Jährige. Da mussten auch die Weihnachtsplätzchen von der Mama auf dem Teller liegen bleiben. „Weil die Trainer uns Spielern schon Hausaufgaben mitgegeben haben.“ Das heißt für den Jungprofi fleißig die Laufschuhe strapazieren, ins Studio gehen und „viel Fitness- und Krafttraining machen“.
Die Erklärung ist einfach: „Die Wintervorbereitung ist für uns bei der SpVgg ziemlich kurz. Am 23. Januar müssen wir in Heidenheim ran. Da musst Du jetzt schon was machen, um nicht bei Null anzufangen.“ Am 3. Januar ist für Florian Niederlechner wieder Dienstbeginn in Unterhaching.

Sicher in Haching? Oder muss der finanziell nicht auf Rosen gebettete Verein ihn vorzeitig abgeben? „Nein“, bekennt sich der Jungprofi zur SpVgg – und fügt hinzu: „Momentan schon noch.“ Denn vor allem durch seinen Dreierpack gegen Chemnitz (4:3), einer seiner persönlichen Höhepunkte in der Hinserie, und dem Doppelschlag gegen Darmstadt (2:2) machte der lauffreudige Stürmer Niederlechner nachhaltig auf sich aufmerksam.

Vereinswechsel? Es gab lose Anfragen

Es gab wohl auch lose Anfragen. Mehr aber nicht. Auch wenn es zur rasanten Entwicklung des Hohenlindener passen würde. Doch er fühlt sich in Unterhaching „sauwohl“, nicht nur wegen des derzeitigen Erfolges. „Wir sind eine Mannschaft, das hat man zuletzt beim Sieg in Rostock (1:0) gesehen. Da haben wir sensationell gefightet.“ Das Gemeinschaftsgefühl und die Disziplin zeichne sein Team aus. „Die Trainer (Anm.: bei der SpVgg regiert das Duo Claus Schromm/Manuel Baum ) haben uns auf jeden Gegner gut eingestellt“, so Niederlechner. „Wir haben viele Ausrufezeichen gesetzt. Mit 3:1 in Aachen am Tivoli gewonnen oder in Dortmund nach einer 2:0-Führung auch einen 2:3-Rückstand noch in ein 4:3 umgebogen. Das war emotional der Wahnsinn.“

Es muss nicht immer Wahnsinn sein, aber Florian Niederlechner will unbedingt seinen Traum „Fußballprofi“ weiterleben. Den Schritt aus dem Amateurbereich hat er keine Minute bereut. Er habe viel dazugelernt, sich weiterentwickelt. „Ich habe gelernt, mit dem Druck umzugehen.“ Der 22-Jährige genießt Auftritte vor großer Kulisse wie in Aachen oder Offenbach. „Ich muss aber weiter an mir arbeiten. Da ist schon noch Luft nach oben.“ Das zweite Jahr soll schließlich nicht sein letztes sein.

Ein Höhepunkt steht für ihn schon fest: Am 13. Januar kommt der Deutsche Rekordmeister FC Bayern zu einem Test in den Sportpark. Auch darum sind für Florian Niederlechner Ferien und Füße hochlegen tabu.

Quelle: fussball-vorort.de

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