DAS SPORTGEFLÜSTER

In Finsing spielte der Albtraum aller Stadionsprecher

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Wojtek Wojciechowski nimmt es längst mit Humor, wie schwer sich viele mit seinem Namen tun.

Nicht jeder Name ist fürs Mikrofon geeignet. Aber auch die Presse und die Mitspieler tun sich manchmal schwer, verrät Dieter Priglmeir in seinem Sportgeflüster zum Wochenende.

Der FC Forstern und die Vornamenseiner Spieler und Funktionäre – wir tun uns da einfach schwer. Schon zweimal haben wir aus dem Sportlichen Leiter Roland Gfüllner einen Roooobert gemacht. Jetzt wurde im Vorbericht zum A-Klassen-Spiel aus Antonio Matijevic eine Andelika. Das ist knapp daneben, denn sie spielt auch in der FCF-Zweiten, aber natürlich bei den Frauen. Wieder geloben wir Besserung.

Dass wir dazulernen, das bestätigt uns auch Wojtek Wojciechowski. „Zu meinen Finsinger Anfangszeiten haben die Spieler gewettet, ob meine Name richtig geschrieben und ausgesprochen wird“, erzählt er: „Das war nie der Fall.“ Als mal wieder aus Wojtek ein Voitec wurde, „haben mich die Leute gefragt, ob ich vielleicht noch einen Polen mitgebracht habe.“ Besser sei es geworden, als der FC Bayern Slawomir Wojciechowski verpflichtet hat. „Danach wurde mein Name richtig geschrieben“, erzählt er. „Aber die falsche Aussprache ist geblieben.“

Das Pech für alle Stadionsprecher: Wojtek hat noch Söhne.Als zum Beispiel Lukas für den TSV 1860 bei einem Turnier in Augsburg fünf Tore schoss, versuchte es der schwäbische Sprecher einmal, scheiterte gnadenlos, danach sagte er nur noch: „Ihr wisst, wen ich meine: die Nummer zehn“. Mittlerweile ist die Familie seit 28 Jahren in Deutschland. „Und trotzdem macht man aus mir immer wieder einen Wojechowski oder Wucikowski.“

Ist das noch zu toppen? Klar. Beim FC Türk Gücü spielte mal ein Fußballer namens Haslamaciogullari. „Das sind 17 Buchstaben“, zählte Ismet Dogan nach.

Aber nicht nur lange Namen können schwierig sein. „Dumitru Stan war ein richtig netter Kerl“, erinnert sich Rainer Hellinger vom FC Schwaig. „Aber wir hatten Probleme, seinen Namen richtig auszusprechen. Irgendwie kam immer irgendwas Falsches raus.“ Dem Mann aus Rumänen sei es dann zu bunt geworden. „Einmal zog er ein Bild von Stan Laurel hervor und sagte: ,Nennt mich einfach Stan.‘ Damit war alles geregelt.“

Auch deutsche Namen können schwierig sein. Walpertskirchens Torwart Thomas Pfanzelt hat inzwischen den Spitznamen Pflanzerl. Warum? Weil sein Torwarttrainer Markus Bongers ständig „Pflanzelt“ statt „Pfanzelt“ sagt.
Trainer Hans Bruckmeier erinnert sich an einen Österreicher namens Robert Niemand. Wenn der Coach während des Spiels fragte, wer für die Gegenspieler Huber oder Meier oder Wucikowski zuständig wäre, kam die Antwort „Niemand“. Bruckmeier: „Dies führte nicht selten zu größeren Irritationen – besonders beim Trainer.“

Sein Kollege Sebastian Held fühlt sich namenstechnisch vom Regen in die Traufe gekommen. „In Wörth hatte ich drei Beckers, aber in Taufkirchen laufen gleich fünf Schloßnikls rum.“ Er nimmt’s mit Humor. „Wenn du den Namen rufst, dreht sich immer irgendeiner um – ist doch auch was.“

Was wir uns noch wünschen würden:Dass ein Erdinger Verein den Feldmochinger Kicker Enis Derbazi verpflichtet. Der Bazi taugt einfach für jede Überschrift.

 

Quelle: Merkur.de

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