Zurück zu alter Stärke

Jonas Poniewaz zurück beim FC Garmisch nach seiner Knieverletzung

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Das Knie hält: Jonas Poniewaz (l.) schirmt im Duell gegen den FC Memmingen geschickt den Ball ab. 

Ein Tor gegen Memmingen, dazu der wichtige Führungstreffer in Neuburg. Bei Jonas Poniewaz läuft’s.

Auf einer anderen Position als in seinen ersten Jahren im Herrenbereich hat der 21-Jährige zuletzt bärenstarke Leistungen für den 1. FC Garmisch-Partenkirchen in der Landesliga gezeigt. Dabei stand die Laufbahn des Blondschopfs vor anderthalb Jahren gewaltig auf dem Prüfstand.

Das Datum des schicksalhaften Ereignisses hat sich in Poniewaz’ Gedächtnis eingebrannt. 17. März 2017 – Bezirksligaspiel beim SV Neuperlach München. Einer der vielen kleinen Schritte des 1. FC zum Aufstieg. Und einer mit einschneidenden Folgen für Poniewaz: Multipler Bänderschaden im rechten Knie. Der Angreifer hat gruselige Zeiten hinter sich, war nahezu ein gesamtes Jahr zum Zuschauen verdammt. Monatelang auf Krücken, danach mit schier endlosem Aufbautraining. „Fünf bis sechs Mal pro Woche im Fitnessstudio, das war schon hart“, sagt der 21-Jährige. Unter Aufsicht von FC-Fitnesscoach Axel Hof wurde er behutsam zurück an den alten Leistungsstand geführt.

„Er war sehr vernünftig, hat nicht wegen falschem Ehrgeiz zu früh angefangen“, lobt Trainer Christoph Saller seinen Spieler. Das zeuge von „sehr gutem Charakter“. Saller ist ein Fan von Poniewaz, gab ihm den Spitznamen „Junior“. Dabei ist der offensivstarke Außenbahnspieler längst nicht mehr der Jüngste im FC-Team. Was sich auch in der Hierarchie bemerkbar macht. „Man muss nicht immer nur zu anderen hinaufschauen, inzwischen schauen auch einige auf mich“, sagt Poniewaz. Scherzhaft bezeichnet er sich als „der Älteste unter den Jungen“.

Starke Leistungen und Tore befeuern freilich das Ansehen innerhalb der Mannschaft. Doch für den Spieler steht der gemeinschaftliche Erfolg unangefochten an erster Stelle. Mit Begeisterung erzählt er über den jüngsten Sieg in Neuburg. Doch spricht er nicht über sein 3:2, sondern über ein „überragendes Kollektiv“, das den Dreier eingefahren habe. Eine Bescheidenheit, die zum einen auf der introvertierten Art des Spielers fußt. Aber auch auf aufrichtigen Bindungen zu seinen Mitspielern. „Im Pulk der Jungen sind tiefe Freundschaften entstanden“, unterstreicht Saller.

Der Coach schildert anstelle des Spielers explizit noch einmal den Treffer von Poniewaz. Sich mit dem Rücken zum Tor stehend, den Ball am Gegner vorbeizulegen und ihn schnurstracks an den Innenpfosten und ins Tor zu dreschen, sei „überragende Torjäger-Manier“ gewesen. So etwas gibt Selbstvertrauen. Die Schufterei hin zum Comeback hat sich längst ausgezahlt. „Ich bin jetzt wieder top-fit“, versichert Poniewaz. Das war nicht immer so. Die ersten Wochen nach der Rückkehr aufs Spielfeld waren geprägt von Muskelverletzungen und Überlastungen. „Klar, dass man nicht gleich auf 100 Prozent ist.“ Vieles sei Kopfsache. Jetzt sehen die Auftritte des 21-Jährigen deutlich anders aus. Zurückziehen – gibt’s nicht mehr.

Saller lobt seinen „Junior“, weil dieser „viel annimmt“, sich zudem selbst stetig hinterfrage. Die aktuelle Rolle im Team tut ihm gut, urteilt der Trainer. „Joni weiß, dass er im Mittelfeld wichtig ist.“ Einen Freibrief stellt Saller seinem Schützling aber nicht aus. Vieles könne noch verbessert werden, wie etwa Zweikampfführung, Eins-gegen-Eins-Duelle oder die Einteilung der Kräfte. „Er hat super Ideen und Bewegungen, bekommt sie aber nicht immer in die Beine.“ Ein weiterer Pluspunkt: Poniewaz hat annähernd 100 Prozent Trainingsbeteiligung. „Wie fast alle bei uns, das tut uns brutal gut“, betont Saller. Klar ist: Mit den bisherigen zwei Saisontoren gibt sich Poniewaz nicht zufrieden. „15 Treffer wären schön“, verrät er sein Vorhaben. „Und verletzungsfrei bleiben.“ Doch gilt auch hier der erste Gedanke dem Team. „Nicht wieder ein Abstiegskandidat sein“, lautet sein Wunsch. Geht es nach Poniewaz, ist das eh auszuschließen. „Das wird sicher nicht passieren.“

Quelle: Merkur.de

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