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Haching Kapitän über Spielergehälter und Aufstiegs-Ambitionen

Josef Welzmüller: "Uns geht es allen gut"

Will mit der SpVgg nach oben: Haching-Kapitän Josef Welzmüller. (Foto: Leifer)

Josef Welzmüller ist der SpVgg Unterhaching als einziger Spieler verblieben, der den Drittliga-Abstieg vor 2015 miterlebt hat. Der 27-jährige Kapitän sieht in der heutigen Situation des Aufsteigers eine ganz andere Ausgangslage und spricht über die langfristigen Aufstiegsziele der SpVgg.

Inwieweit kann man die heutige Situation mit 2015 vergleichen, als die Mannschaft mit Ihnen aus der 3. Liga abgestiegen ist?

Josef Welzmüller: Grundsätzlich ist die Situation kaum vergleichbar. Einzig die Liga war damals die gleiche. Wir haben jetzt eine ganz andere Philosophie, wie wir Fußball spielen wollen. Die Mannschaft ist jetzt um einiges stärker und es existiert ein besseres Miteinander als damals. Auf dem Platz merke ich es extrem, dass wir uns um einiges leichter tun als zur damaligen Drittliga-Zeit.

Was macht Ihnen Hoffnung, dass es diesmal besser läuft als 2014/15?

Das Miteinander und wie wir uns im Team verstehen macht mir große Hoffnung. Hinzu kommen die guten Charaktereigenschaften der Spieler und auch die Leistungen in den Spielen, die wir bisher gezeigt haben. Wir haben gemerkt, dass wir in der Liga bestehen können. Auch im DFB-Pokal haben wir in den vergangenen Jahren gezeigt, dass wir gegen höherklassige Mannschaften mithalten können.

Haben Sie Bedenken, dass – wie früher oft geschehen – auf eine gute Hinrunde eine schwere Rückrunde mit vorangegangenen Spielerverkäufen in der Winterpause folgen könnte?

Früher war das zu den Drittliga-Saisons von Haching immer ein Knackpunkt, das stimmt. Man hat immer eine gute Hinrunde gespielt und dann musste der Verein aus finanziellen Gründen gute Spieler verkaufen. Danach sackte die Mannschaft immer ab. Diesmal möchte der Verein das Team so zusammenlassen. Das wurde ja schon in der Regionalliga so getan, was uns sehr stark gemacht hat. Ich gehe fest davon aus, dass der Verein weiter an diesem Konzept festhält und wir dann auch eine gute Rückrunde spielen können.

Wie sehen Sie den Status quo nach den ersten Spielen?

Ich sehe die Lage nach sieben Spielen etwas differenziert. Von außen wird uns ein gelungener Start nachgesagt. Ich möchte nicht sagen, dass er uns nicht gelungen ist. Aber ich glaube auch, dass wir mehr leisten und mehr Punkte einfahren hätten können. Bei den beiden Niederlagen in Wiesbaden oder in Lotte haben wir zum Beispiel unter unseren Möglichkeiten gespielt. Aber auch in Halle, wo wir mit Glück den Sieg noch eingefahren haben. Ich und jeder im Team weiß, dass wir noch nicht da sind, wo wir hinwollen. Deswegen wäre es vermessen, uns für einen guten Start auf die Schultern zu klopfen.

Mit 13 Gegentoren hat Haching die zweitschlechteste Abwehr der 3. Liga. Wie kommt es zu so vielen Gegentreffern?

Wenn ich den genauen Grund wüsste, dann würden wir es abstellen. Am Anfang der Saison waren wir bei hohen Bällen und Standards sehr anfällig. Das haben wir dann umgestellt und angepasst. Da haben wir jetzt ein besseres Gefühl und stehen besser. Am letzten Spieltag haben sich individuelle Fehler eingeschlichen, die man nie ganz vermeiden kann. Diese werden in der 3. Liga eiskalt bestraft.

Wie kann sich das Team in dieser Hinsicht verbessern?

Wir müssen jeden Tag an Kleinigkeiten arbeiten , so wie wir es bei den Standards gemacht haben. Jede mögliche Fehlerquelle für Gegentore gilt es zu eliminieren. Ich hoffe, dass wir dann sehr bald unser erstes Spiel ohne Gegentor machen können.

In drei bis fünf Jahren will der Verein in der 2. Liga spielen. Wie gehen Sie als Spieler mit diesem für Hachinger Verhältnisse ambitionierten Ziel um?

Das ist keine Drucksituation, sondern eine Motivation für jeden, um nochmal einen Schritt weiter zu machen. Ich glaube, dass jeder in der Mannschaft weiß, dass wir mit einer normalen Tagesform jeden Gegner schlagen können. Das Ziel muss auch auf Dauer sein, sich in der 3.?Liga zu etablieren und die Leistung konstant abzurufen. Dann ist im Hinblick auf die nächsten Jahre sehr viel möglich. Dann können wir auch mal den Sprung nach oben machen.

Wann ist so ein Aufstieg denn in Ihren Augen realistisch?

Es kommt ein bisschen darauf an, wie diese Saison läuft. Vor zwei Jahren, nach dem Abstieg, haben wir es im ersten Regionalliga-Jahr auch so gehalten, dass wir uns erst einmal an die Liga gewöhnen mussten. Und in zweiten Saison wollten wir dann angreifen. Ich denke, dass man das in der 3. Liga auf jeden Fall ähnlich angehen kann. Man lernt die Liga zunächst kennen und versucht, bestmöglich abzuschneiden. Im Jahr drauf dreht man dann an den entsprechenden Stellschrauben, um den ersten Angriff auf die 2. Liga zu wagen. Ob es dann gleich klappt, sei dahingestellt. Aber dann sollte man schon von Jahr zu Jahr das Ziel haben, oben mitzuspielen.

Inwieweit beschäftigen die Spieler die limitierten und manchmal auch angespannten finanziellen Rahmenbedingungen in Unterhaching?

Das beschäftigt mich gar nicht und kommt bei uns im Tagesgeschäft nicht an. Der Manni (SpVgg-Präsident Manfred Schwabl; Anm. d. Red.) gibt uns nicht das Gefühl, dass es irgendwo brennt. Natürlich weiß jeder Spieler, dass der Nachbarclub FC Bayern um einiges reicher ist als die SpVgg Unterhaching. Es ist auch ein Teil unseres Konzepts, mit begrenzten Mitteln das Beste zu machen. Das wurde in der Vergangenheit meiner Meinung nach gut bewerkstelligt.

Also Sie machen sich keine Sorgen um Ihre Zukunft bei Haching?

Nein, ich mache mir keine Sorgen. Mein Gehalt kommt immer pünktlich an und ich bin mit meinem Vertrag sehr zufrieden. Jeder weiß, dass nach oben die Verdienstgrenzen im Fußball offen sind. Aber jeder, der in Unterhaching unterschrieben hat, wusste ja auch, auf was er sich einlässt. Wir haben alles andere als zu niedrige Gehälter. Deswegen kommen Existenzängste gar nicht auf. Uns geht es allen gut.

Ihr Drillings-Bruder Maximilian hat meist höher gespielt als Sie. Ist das für Sie auch eine Option?

Wenn ich mich mit Maxi (derzeit bei VfR Aalen/3. Liga; d. Red.) vergleichen soll, dann muss ich sagen, dass er mindestens eine Liga über mich gehört. Trotzdem ist mein persönliches Ziel, mit Unterhaching in die 2. Liga aufzusteigen. Das ist ein absoluter Traum von mir. Wenn ich das schaffen sollte, dann muss ich also dem Maxi die Daumen drücken, dass er den Sprung in die 1. Liga schafft. Nur dann wäre es gerecht.

Das Gespräch führte Robert M. Frank.

Quelle: fussball-vorort.de

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