Online-Mitgliederversammlung

Judoclub Freising: Solide Finanzlage, treue Mitglieder

Fotocollage aus den drei Bildern von (v. l.) Hubert Maier, Gabriele Emmer und Alexander Nadler
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Ausgezeichnete Mitglieder: (v. l.) Hubert Maier hält dem Judoclub Freising seit einem halben Jahrhundert die Treue, bei Gabriele Emmer und Alexander Nadler sind es 40 Jahre.

Der Judoclub Freising hat 2020 wegen der Corona-Krise einen Überschuss erwirtschaftet. Die Nachteile der Pandemie wiegen aber schwerer.

Freising – Beim Judoclub Freising ist prinzipiell alles im Lot. Was aber fehlt, ist der Sport an sich – und das nun schon seit über einem Jahr. Die Aussicht auf eine baldige Rückkehr in den „normalen“ Trainingsbetrieb hat sich mittlerweile zerschlagen, Vorstandsmitglied Hans Reisch konnte daher auch für die kommenden Monate wenig Ermutigendes berichten. Es gebe zwar regelmäßig telefonischen Kontakt mit Verband und Stadt, doch auch dort herrsche überall Ruhe. Viel getan habe sich seit der jüngsten, wegen Corona auf Oktober 2020 verschobenen Jahreshauptversammlung folglich nicht.

Diese schmerzliche Erkenntnis war den Teilnehmern der turnusgemäßen Mitgliederversammlung des Judoclubs am Donnerstag nicht neu. Premiere hatte hingegen die Durchführung der Veranstaltung als Online-Meeting mittels Microsoft Teams. Trotzdem durfte Reisch rund 20 Mitglieder begrüßen – also ähnlich viele wie bei normalen Präsenzversammlungen des JCF.

Kata-Meisterschaft mehr als fraglich

Nachdem die Saison 2020 vollständig über den Haufen geworfen worden war, musste man im Dezember auch die Weihnachtsfeier absagen, berichtete der Vorsitzende in seiner kurzen Einleitung. Die für Anfang März geplante Offene bayerische Kata-Meisterschaft war auf 13. November verschoben worden. Dieser neue Termin sei zwar bei der Stadt Freising geblockt, sagte Reisch, er selbst hält es aber für fraglich, ob das Event tatsächlich stattfinden kann. Dazu müsste im Vorfeld mindestens zwei, drei Monate normaler Trainingsbetrieb möglich sein.

Genau darin liegt das Problem, wie auch die Ausführungen von Jugendleiter Michael Emmer und Mannschaftsführer Andreas Schwaiger deutlich machten. Ein echtes Training mit Vollkontakt war bis auf punktuelle Ausnahmen mit Einschränkungen seit März 2020 nicht mehr drin. Auch bei den restlichen Abteilungen wie der Judo-Vorschule, der Breitensportgruppe oder der ID-Judo-Gruppe fanden vergangenen Sommer überwiegend Fitness-Aktivitäten mit geringer Beteiligung im Freien statt. Unisono hoffen deshalb alle Verantwortlichen beim Judoclub auf baldige Besserung für ihren Sport durch den Erfolg der Impfmaßnahmen.

Auf baldige Lockerungen für den Sport hofft Vorsitzender Hans Reisch, der die virtuelle Mitgliederversammlung am Donnerstagabend eröffnete.

Der einzige positive Effekt der Corona-Krise für den JCF offenbarte sich beim Kassenbericht von Hans Reisch. Denn weil bei den Mitgliedern kaum Austritte zu verzeichnen waren und die Zuschüsse durch Verband und Kommune sogar erhöht worden waren, ist die Einnahmenseite fast gleichgeblieben. Dafür seien die Ausgaben durch geringere Hallenkosten, ausgefallene Veranstaltungsgebühren und weniger Fahrtkosten erheblich gesunken. Dadurch konnte der Judoclub Freising 2020 ein Plus von mehr als 6000 Euro erwirtschaften. Dem Verein gehe es also finanziell ganz gut, betonte Reisch. Sein besonderer Dank gelte dabei der Stadt Freising und der Gemeinde Attaching, die sich in puncto Hallengebühren sehr großzügig gezeigt hätten. Vorstandskollege Mark Singer teilte mit, dass der Überschuss in die seit langem fällige Erneuerung der Judomatten investiert werden soll, sobald es mit Training weitergehen kann.

Austrittswelle nicht erkennbar

Singer wies in seinen Ausführungen zur Mitgliedersituation außerdem darauf hin, dass in den vergangenen zwölf Monaten etlichen Kurs-Anfragen von Kindern, also potenziellen Neumitgliedern, eine Absage erteilt werden musste. Die Mitgliederzahl war jedoch 2020 mit 116 Personen recht stabil geblieben, eine Austrittswelle sei nicht erkennbar. Das könne laut Singer wohl auch daran liegen, dass die Freisinger Judoka im Erwachsenenalter überaus treu zu ihrem Verein stünden.

Unterstrichen wurde diese These durch die Ehrung langjähriger JCF-Mitglieder. Hubert Maier ist seit 50 Jahren dabei und wird nun auch Ehrenmitglied. Gabriele Emmer und Alexander Nadler sind seit 40 Jahren, der frühere Trainer Wolf Rommel seit 30 Jahren im Verein. Lisa und Christoph Emmer traten bereits im Kindesalter, also vor 25 Jahren, dem Judoclub bei. Severin Stangl wurde für 15 Jahre Mitgliedschaft gewürdigt. Zwar nicht extra geehrt, aber an der Stelle festgehalten sei das 25-jährige Jubiläum des Vorstandstrios um Hans Reisch, Michael Emmer und Mark Singer, das seit 1996 im Amt ist.

Josef Fuchs

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