Wie es weitergeht, steht laut Jürgen Saal noch nicht fest

„Mini-EM“ in Polling fällt Corona erneut zum Opfer

Auch in diesem Jahr muss Veranstalter Jürgen Saal die „mini EM“ coronabedingt absagen. Die Inzidenzzahl – sie entscheidet über Austragung oder Absage – will nicht zurückgehen.
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Umkämpfte Duelle vor großer Kulisse: Die Partien von „mini EM“ (hier das Endspiel 2012 zwischen dem TSV Weilheim, in roten Trikots) und dem SV Bernried) und „mini WM“ in Polling erwiesen sich stets als wahre Zuschauermagnete. foto: gronau/Archiv

Auch in diesem Jahr muss Veranstalter Jürgen Saal die „mini EM“ coronabedingt absagen. Die Inzidenzzahl – sie entscheidet über Austragung oder Absage – will nicht zurückgehen.

Polling – Als Veranstalter Jürgen Saal die „mini EM“ im vergangenen Jahr wegen Corona absagen musste, war er guter Dinge, die Veranstaltung 2021 nachholen zu können. Doch das Virus hat die Region weiter im Würgegriff. Die Inzidenzzahl – sie entscheidet über Austragung oder Absage einer Veranstaltung – will nicht wirklich zurückgehen. Und so hat sich Saal kürzlich mit Helmut Karg beraten. Karg ist Vorsitzender der Pollinger Fußballer, auf deren Gelände am Jacobsee die „mini EM“ hätte stattfinden sollen. „Schweren Herzens“, so berichtet Saal, seien die beiden übereingekommen, die vierte Auflage dieses Wettbewerbs für die F-Junioren (U9) ein weiteres Mal abzusagen.

Jürgen Saal: „Ohne Sponsoren geht’s nicht“

Die Voraussetzungen für die Austragung dieses Turniers waren ohnehin schon schwierig genug gewesen. „Es wäre brutal schwierig geworden, Sponsoren zu finden“, gibt Saal unumwunden zu, „und ohne Sponsoren geht’s nicht“. Der Hauptgrund für die Absage ist aber ein anderer: Aufgrund der strengen Hygiene-Vorschriften wären Zuschauer diesmal mutmaßlich nicht erlaubt gewesen. Und ein derartiges Turnier ohne Fans – für Saal schlichtweg undenkbar.


2006 veranstaltete Jürgen Saal erstmals eine „mini WM“

F-Junioren-Turniere dieser Art haben in Polling bereits Tradition. 2006 veranstaltete Jürgen Saal erstmals eine „mini WM“ mit 32 Mannschaften. Zwei Jahre später folgte die Premiere für die „mini EM“, damals mit 16 Teams. Mittlerweile war das Sportgelände am Jacobsee viermal der Schauplatz einer Weltmeisterschaft und dreimal einer Europameisterschaft. Sämtliche Turniere, die sich jeweils über einen Zeitraum von zwei Wochen erstreckten, erwiesen sich als Zuschauermagnete. Bei der Eröffnungsfeier sowie am Finaltag wurden schon mal Zuschauerzahlen jenseits der 1000 registriert. Bei der vorerst letzten „mini EM“ 2016 gewann der Nachwuchs der FT Starnberg (vertrat das Team der Ukraine) durch einen 3:1-Finalsieg gegen den TSV Peißenberg (Österreich).

Jürgen Saal: „Wenn die EM nicht gespielt wird, brauchen wir sie auch nicht nachspielen“



Zu weiteren Europameistern kürten sich in Polling der TSV Weilheim (2012) und der BSC Oberhausen (2008). Der Austragungsmodus sowohl bei „mini EM“ als auch bei „mini WM“ ist denkbar einfach: Man nehme jeweils den Original-Spielplan der richtigen WM oder EM, lose jedem Land eine Nachwuchs-Mannschaft aus der Region zu – und los kann’s gehen. Dieses Jahr allerdings zum großen Bedauern der jungen Fußballer nicht.

Wie es weitergeht, steht laut Jürgen Saal noch nicht fest. Im Moment gibt es zwei denkbare Szenarien: Entweder wird im Sommer 2022 die EM nachgespielt (mit 24 Mannschaften) oder aber es wird die WM, die bei den Profis erst im Dezember 2022 ausgetragen wird, vorgezogen. Bei der WM dürfen 32 Teams mitspielen. Von entscheidender Bedeutung wird auch sein, ob die richtige Europameisterschaft, die im Juni und Juli dieses Jahres über die Bühne gehen soll, überhaupt abgehalten wird. „Wenn die EM nicht gespielt wird, brauchen wir sie auch nicht nachspielen“, betont Saal.

(STEFAN SCHNÜRER)

Quelle: Merkur.de

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