Von Amerika nach Deutschland:

Eching-Neuzugang Allgeier kickte vier Jahre in College Liga

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Julian Allgeier im weißen Dress des Covenant Colleges.

TSV Eching - Eigentlich können sich Julian Allgeier vom TSV Eching und Johannes Müller vom VfB Eichstätt gar nicht kennen. Doch 7000 km von Deutschland entfernt wurden sie Freunde und gleichzeitig Rivalen.

Von Ludwig Stegmeier

Der eine fängt nach der Schule eine Lehre an, ein anderer studiert. Johannes Müller entschied sich 2009 für ein Studium. Und zwar in Amerika. Über eine Agentur wurde dem heute 23-jährigen ein Sport-Stipendium vermittelt. „Im Mai werde ich mein Studium in Richtung Business Administration abschließen“, erzählt Johannes. Vier Jahre war der Eichstätter dann am Bryan College in Dayton, Tennessee (zwei Stunden von Atlanta entfernt). Im College Team hat er inzwischen die Kapitänsbinde.

Sportlicher Werdegang läuft über die Schulen

Etwa 75 km südlich liegt das Covenant College, der Erzrivale des Bryan Colleges. Jedenfalls in Sachen Fußball. Vier Jahre lang kickte dort Julian Allgeier in den Offensivreihen. Der ebenfalls 23-jährige weilte aber schon drei Jahre länger dort. „Zunächst war ich Austauschschüler an der High School in Augusta“, erklärt der gebürtige Düsseldorfer. Und da in Amerika der gesamte sportliche Werdegang über die Schulen abläuft, tummeln sich oftmals Scouts an den High Schools.

Über mangelnde Unterstützung konnte sich Julian nicht beschweren.

So kam auch Julian zu einem Sportstipendium. Und wenn beim großen Rivalen ein Landsmann spielt, kriegt man das natürlich schnell mit. „Mein Trainer hat mir bereits vor der Partie gesagt, dass Julian Deutscher ist“, so Johanness. Und auch Julians Trainer wusste Bescheid. „Wenn man als Deutscher 7000km von zuhause einen Landsmann trifft, der auch noch die gleiche Laufbahn wie man selber verfolgt, gibt es da sofort eine gewisse Verbundenheit“, erklärt Julian.

"Lücke zu deutschem Fußball wird immer kleiner"

Und diese Verbundenheit zeigt sich auch in ihrer Meinung bezüglich der Unterschiede zwischen dem Fußball in Deutschland und Amerika. „Die körperliche Komponente ist hier bei weitem wichtiger als technische und taktische Attribute“, meint Johannes. Julian fügt aber an, dass „die Lücke immer kleiner wird“.

Der Alltag dort lief bei beiden sehr ähnlich ab. „Grundsätzlich hatten wir jeden Tag Training“, so Johannes. In der Vorbereitung waren es sogar zwei Einheiten täglich. „Manche Vorlesungen fielen den langen Auswärtsfahrten auch mal zum Opfer“, bestätigt Julian. Der Sport hat in Amerika dahingehend einen anderen Stellenwert, als in Deutschland.

Über Kontakte beim TSV Eching gelandet

Für Julian ist das Abenteuer Amerika vorerst zu Ende. Studiumsbedingt ging die Reise für den Stürmer, der beim VfB Hilden das Kicken lernte, nach München. Hier studiert er Medizin. Und weil Johannes sein Abitur damals in München machte, konnte er ihn über einen Freund erfolgreich zum TSV Eching vermitteln. Dort schnürt Julian seit der Wintervorbereitung die Schuhe.

Johannes Müller im Trikot des Bryan Colleges

Wann Johannes wieder zurück nach Deutschland kommt, ist allerdings noch ungewiss. „Mein Pass liegt beim VfB Eichstätt“, so der Defensivspezialist, der sich am wohlsten vor der Abwehr auf der Sechserposition fühlt. In den beiden letzten Spielzeiten hat er für den VfB sogar einige Partien zum Ende der Saison bestritten, als er gerade Ferien hatte. „Dort konnte ich den Nichtabstieg und letztes Jahr den Aufstieg in die Bayernliga feiern“, schmunzelt der Oberbayer. Möglicherweise zieht er im Mai auch einen weiteren Auslandsaufenthalt in Erwägung.

Die Erfahrungen, die sie im Ausland gemacht haben, kann ihnen jedenfalls niemand mehr nehmen. Und vielleicht kreuzen sich die Wege der beiden Fußballer ja nochmal. Aber diesmal im bayerischen Amateurfußball.

Quelle: fussball-vorort.de

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