Mittelfeldspieler des BCF Wolfratshausen im Interview

Kleinert: „Unkonzentriertheiten kosten uns die Spiele“

+
Beim BCF Wolfratshausen den Spaß am Fußball wieder gefunden: Ex-Profi Kai Kleinert (re.) sieht in seiner Mannschaft „enorme Qualität“ und glaubt an den Befreiungsschlag.

Ex-Profi Kai Kleinert spricht im Interview über Erfahrungen, seinen Glauben an den BCF und den nächsten Sieg seiner Mannschaft. 

Wolfratshausen – Zur Winterpause gelang es dem BCF Wolfratshausen, mit Kai Kleinert einen Spieler mit professioneller Fußball-Ausbildung und Erfahrungen in der zweiten Mannschaft des Karlsruher SC an Land zu ziehen. Im Interview mit BCF-Reporter Oliver Rabuser schildert der 23-Jährige seine am Ende enttäuschende Zeit beim badischen Traditionsverein und geht auf die Situation beim kriselnden Landesligisten ein.

Herr Kleinert, 0:1 in der Nachspielzeit gegen Türkspor Augsburg. Wie sehr schmerzt das die Fußballerseele?

Das ist Fußball. Momentan läuft alles gegen uns. Wir bekommen zur falschen Zeit das Gegentor, oder versäumen es, zum richtigen Zeitpunkt das 2:0 draufzulegen. Von der Qualität her könnten wir jede Mannschaft dieser Liga schlagen. Da bin ich mir sicher. Aber so warten wir halt nur auf den Befreiungsschlag. In einer Situation wie am Samstag muss man auch mal das 0:0 halten, obwohl man keinem unserer Spieler einen Vorwurf machen kann.

Das von Ihnen präzisierte Bedauern ist seit der Winterpause wöchentlich zu vernehmen. Irgendwann könnte es zu spät sein.

Es sind jeweils nur ein, zwei Unkonzentriertheiten, die uns die Spiele kosten. Dennoch macht die Moral der Mannschaft Mut.

Lässt sich in den wenigen verbleibenden Spielen das Ruder noch herumreißen?

Ich bin extrem optimistisch. Die Mannschaft hat enorme Qualität. Wir müssen uns noch mehr zusammenreißen, damit der Knoten platzt, mehr arbeiten und daran glauben. Irgendwann wird man auch mit Glück belohnt. Aber ja, natürlich muss man sich Sorgen machen, wenn man so viele Punkte so unglücklich verliert.

„Mir reichte es nach 14 Jahren beim KSC“

Auf welchen Pfaden sind Sie eigentlich nach Wolfratshausen gelangt?

Ich bin im Januar nach München gezogen, mir reichte es nach 14 Jahren beim KSC, ich wollte mich auf mein Studium konzentrieren. Dann hat Michael Gurski (Ex-Profi u.a. Wehen und Unterhaching), d. Red) Kontakt zu Onur Misirlioglu aufgenommen, und ich bin nach Wolfratshausen gekommen. Ich habe mich beim BCF auf Anhieb wohlgefühlt, und Fußball hat mir wieder Spaß gemacht.

Sie sagen, beim KSC reichte es Ihnen. Schwingt da etwas Negatives mit?

Ich war der dienstälteste Spieler dort. Meine Loyalität wurde zu wenig wertgeschätzt. Alle anderen aus meinem Jahrgang sind längst weg, die meisten spielen in der zweiten oder dritten Liga. Mir wurde viel versprochen.

Und nicht gehalten?

2017 habe ich bei den Profis mittrainiert. Es hieß, ich darf mit ins Trainingslager. Leider habe ich mir zwei Wirbel gebrochen. Trotzdem habe ich noch eine Woche weiter trainiert, ehe die Schmerzen zu groß wurden. Ich wollte unbedingt dranbleiben. Danach wurde mir der Trainingsbeginn der zweiten Mannschaft mitgeteilt, von den Profis kein Wort mehr verloren.

14 Jahre bei einem Proficlub bedeuten großen Verzicht. Würden Sie diese harte Schule rückblickend noch mal durchlaufen?

Ich möchte die Erfahrung nicht missen. Aber man muss den Punkt erwischen, um zu sagen, es soll nicht sein.

Kleinert kündigt Sieg in Olching an

Sie haben sich somit auf ein gewöhnliches Berufsleben festgelegt. In welche Richtung geht’s?

Ich studiere an der Fernuniversität Hagen Psychologie. Außerdem beginne ich im September eine Ausbildung zum Immobilienkaufmann. Ich möchte etwas in der Hand haben.

Als Michael Rödl zuletzt als BCF-Trainer vorgestellt wurde, berichtete er von elf Zusagen für den Fall des Ligaverbleibs. Gehören Sie dazu?

Ja. Es müsste schon einiges unerwartet laufen, damit ich mich noch einmal umentscheide. Ich traue dem Mitch viel zu, er ist schon voll dabei, alles für die nächste Saison zum Laufen zu bringen.

Bezugnehmend auf Ihren eingangs geäußerten Optimismus: Wann gewinnt der BCF Wolfratshausen sein nächstes Punktspiel?

Am Samstag in Olching. Und das ist ernst gemeint.

Quelle: Merkur.de

Auch interessant

Mehr zum Thema:

Meistgelesen

Basketballer des TV Miesbach kommen mit vollem Einsatz zum ersten Sieg
Basketballer des TV Miesbach kommen mit vollem Einsatz zum ersten Sieg
Natalie Geisenberger macht Babypause
Natalie Geisenberger macht Babypause
Sieg ohne etatmäßige Torfrau: Eching besteht auch in Scheyern
Sieg ohne etatmäßige Torfrau: Eching besteht auch in Scheyern
Nulnummer zwischen SV Ascholding/Thanning und SV Wackersberg-Arzbach
Nulnummer zwischen SV Ascholding/Thanning und SV Wackersberg-Arzbach

Kommentare