„Bayernliga ist für mein Alter doch super“

Kapitän Lech Kasperek (33) steht nach langer Leidenszeit wieder in der Startelf

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Der ideale Manndecker: BCF-Kapitän Lech Kasperek (re.) hat seiner Adduktorenverletzung auskuriert.

Wolfratshausen – „Noch lange nicht genug.“ Für Lech Kasperek könnte der Titel dieses Songs von Laith Al- Deen als Leitfaden für den Spätherbst seiner Fußballer- Karriere dienen. Die nämlich glich zuletzt eher einer Geduldsprüfung.

Knapp ein halbes Jahr war der Defensivspezialist des BCF Wolfratshauen zum Zuschauen verdammt. Ein Rückblick: Die Vorbereitung auf das neue Spieljahr hatte just begonnen, schon machten sich Kaspereks Adduktoren bemerkbar. Zunächst aber nicht so schlimm, denn der BCF-Kapitän verabschiedete sich in den Urlaub. Bei der Rückkehr habe sich „alles gut“ angefühlt, erinnert sich der 33-Jährige. Allerdings stellten sich zeitnah Symptome ein, die Kasperek bestens bekannt waren, weil sie bereits vor vier Jahren massiv auftraten. „Ich wusste es vom Schmerz her einzuordnen“, stellte der Innenverteidiger bereits vor der ärztlichen Konsultation die Diagnose: Schambeinentzündung.

Eine der hartnäckigsten Verletzungen, die ein Sportlerleben bieten kann. Beschwerden gehen nicht nur „beim Laufen, sondern auch im alltäglichen Leben“ einher, erläutert der frühere Nachwuchsakteur der Münchner Löwen. Die Schulmedizin bietet nur wenig griffige Lösungen. Selbst Entzündungshemmer über einen längeren Zeitraum hätten nicht angeschlagen. Beim ersten Vorfall hatte Kasperek zusammen mit dem damaligen BCF-Trainer Steffen Galm die homöopathische Schiene versucht – alles vergebens. „Geduld und Dehnen“, fasst Kasperek die einzig probaten Mittel zusammen. Zuletzt klangen die Beschwerden ab. Sogar an die Trainingsbelastung war wieder zu denken.

„Ich hab drei Kreuze gemacht“, sagt der BCF-Kicker mit Blick auf die kostspielige Behandlung in einer Münchner Praxis. Die Krankenkasse springt in solchen Angelegenheiten naturgemäß nur in überschaubarem Maße ein. Eines aber stellt Kasperek unmissverständlich klar: „Es hat sich gelohnt.“ Trotz seiner 33 Lenze verschwendet der „Ur-Farcheter“, wie er sich selbst bezeichnet, keinen Gedanken ans Aufhören. Vergangenen Sonntag in Garching feierte der „Capitano“ sein Comeback. Und auch wenn er sich einen schöneren Einstand als eine 0:5-Niederlage hätten wünschen können, fand’s Kasperek „toll“. Die BCF-Bank habe ihn „top motiviert“, die Kollegen auf dem Feld „gut aufgenommen“. Immerhin ist er mit Michael Rauch das letzte verbliebe Relikt aus dem ersten Farcheter Bayernliga-Team unter Andi Brunner. Er wohnt um die Ecke und bekennt sich wie kein Zweiter zum BCF, dem er noch lange erhalten bleiben möchte.

„So schnell wird mich hier nichts wegbekommen.“ Bleibt alles unauffällig, will er sein Spielniveau „so lange wie möglich“ halten. Kasperek findet, Bayernliga „ist für mein Alter doch super“. Und was nach der Zeit in Wolfratshausen fußballerisch kommt, ist noch nicht abzusehen. Irgendwo als Spielertrainer, das sei denkbar. Oder auch nur als Übungsleiter. Keine konkreten Ideen, aber „man spielt mit dem Gedanken“. Kasperek bei einem anderen Verein als dem BCF?Eigentlich unvorstellbar.

Quelle: fussball-vorort.de

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