Kein Aufbäumen - Haching vor dem Abstieg

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Die Chancen der Hachinger auf den Klassenerhalt schwinden allmählich.

SpVgg Unterhaching - Schwerer Rückschlag statt Fortsetzung des Aufwärtstrends: Mit der höchsten Saisonniederlage hat die SpVgg Unterhaching einen großen Schritt Richtung Regionalliga ge...

SpVgg Unterhaching - Schwerer Rückschlag statt Fortsetzung des Aufwärtstrends: Mit der höchsten Saisonniederlage hat die SpVgg Unterhaching einen großen Schritt Richtung Regionalliga gemacht. Beim 1:5 in Dresden waren die Hachinger chancenlos und rutschten sogar auf den vorletzten Tabellenplatz ab.

Ein mittelgroßes Wunder ist nun im Keller der Dritten Liga nötig, um den Abstieg noch zu vermeiden. Weil Mainz 05 II kurz vor Schluss per Elfmeter noch einen Punkt gegen Osnabrück ins Ziel rettete, hat Unterhaching nun zwei Punkte Rückstand auf Nichtabstiegsplatz 17. Schlimmer noch: Auch Dortmund II gab mit dem souveränen 3:0 in Cottbus ein Lebenszeichen von sich und schob sich an der SpVgg vorbei, die nach der deftigen Auswärtsklatsche jetzt auch noch das um sechs Treffer schlechtere Torverhältnis hat. Hut ab, wer jetzt noch Optimismus in Sachen Klassenerhalt verbreiten kann.

Die Partie in Dresden hatte gerade begonnen, da lief schon alles gegen die Hachinger. Sie hatte in der zweiten Halbzeit gerade begonnen, da war sie entschieden. Und als einmal durch den verwandelten Foulelfmeter von Yannic Thiel wieder leichte Hoffnung aufkeimte, setzte Dynamo gnadenlos nach und deklassierte seinen Gast mit dem höchsten Heimsieg seit über drei Jahren. Erneut über 20 000 Zuschauer waren Augenzeuge der denkwürdigen Abreibung. Und die Kulisse war für die SpVgg-Kicker doch wesentlich respekteinflößender als motivationsfördernd, wie zuvor vollmundig angekündigt. „Was passiert, wenn man Angst hat, hat man heute gesehen“, musste SpVgg-Trainer Claus Schromm konstatieren. „Wir haben zu keinem Zeitpunkt zu unserem Spiel gefunden. Man muss eingestehen, dass die Niederlage auch in der Höhe verdient war. Mit Abstiegskampf hatte das ziemlich wenig zu tun.“

Mit dem ersten Angriff schoss Dresdens Top-Torjäger Eilers die Hausherren in Führung – Gegenwehr in der Abwehr so gut wie nicht vorhanden. In der Viererkette war kurzfristig Markus Schwabl wegen Fieber ausgefallen. „Das darf aber keine Ausrede sein“, stellte Schromm klar. Bis kurz vor der Pause waren die erschreckend harmlosen Hachinger mit dem 1:0 bestens bedient. Torhüter Felix Ruml hatte in höchster Not gegen Dürholtz geklärt, Stefaniak und Teixeira das Tor knapp verfehlt, Dürholtz aus 16 Metern die Latte getroffen und Hefele aus vier Metern Ruml angeschossen. Aus dieser Szene entwickelte sich aber noch vor dem Halbzeitpfiff das 2:0 durch einen Kopfball des wieder freistehenden Eilers.

Nach dem Wechsel ging es genau so weiter. Eilers verpasste gleich nach Wiederanpfiff sein drittes Tor, dafür köpfte Hartmann unbedrängt nach einem Eckball das 3:0 (50.). Thiels Elfmeter-Treffer nach einem äußerst wohlwollenden Pfiff von Schiedsrichter Kampka nach einem Stolperer von Lucas Hufnagel erwies sich nur als Schönheitskorrektur. Erneut Eilers konnte vier Minuten später ohne nennenswerte Gegenwehr auf 4:1 erhöhen, er tanzte mit einem Haken Kapitän Mario Erb aus und schob Ruml den Ball durch die Beine. Mit seinen Saisontoren 16 bis 18 schob sich der 26-Jährige auf Platz zwei der Drittliga- Torjägerliste. Nach einem katastrophalen Ballverlust des eingewechselten Simon Kranitz in der Dresdner Hälfte reichte ein langer Pass, um die SpVgg erneut vor unlösbare Probleme zu stellen. Tekerci zirkelte den Ball zum 5:1 ins Hachinger Tor.

Ein Debakel für die SpVgg, die nun im Abstiegskampf nur noch auf Schützenhilfe hoffen kann. Bitter dabei: Für die jeweils letzten beiden Gegner von Mainz und Dortmund (Halle, Chemnitz, Dresden und Münster) geht es seit dem Wochenende um nichts mehr, allzu große Gegenwehr ist entsprechend nicht unbedingt zu erwarten. Hachings Torhüter Felix Ruml hatte nach dem Abpfiff seinen Zweckoptimismus dennoch nicht verloren: „Wir spielen als nächstes gegen Münster zu Hause, das liegt uns mehr. Im eigenen Stadion hat man schon oft gesehen, wozu wir in der Lage sind. Am letzten Spieltag in Erfurt ist alles drin. Diese zwei Spiele werden wir auf jeden Fall noch gewinnen.“ Doch sogar das böte seit Samstag nur noch eine überschaubare Chance, den Absturz in die Regionalliga zu verhindern. Die Lichter im Sportpark gehen wohl aus – die Hand liegt schon auf dem Schalter.

Quelle: fussball-vorort.de

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