Ein Kellerduell mit brisanter Vorgeschichte

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Voller Einsatz: Manuel Duhnke (rot) und seine Heimstettner brauchen dringend den Sieg gegen Schweinfurt

SV Heimstetten - Vor 315 Tagen sicherte sich der SV Heimstetten am letzten Spieltag in Schweinfurt den Verbleib in der Regionalliga. Nun treffen beide Klubs erneut aufeinander – und zumindest gefühlt ist es wieder ein Endspiel für den SVH.

Mit einer Mischung aus Freude und Wut blicken sie beim SV Heimstetten auf jenen 24. Mai 2014 zurück – einen der denkwürdigsten Tage in der jüngeren Klubhistorie. Damals tritt der SVH am letzten Spieltag beim 1. FC Schweinfurt an; beide Klubs kämpfen noch um den Klassenerhalt. In der 85. Minute scheint alles entschieden: Daniel Steimel trifft zum 3:1 für Heimstetten, seine Elf ist gerettet, während Schweinfurt direkt in die Bayernliga absteigen muss – denken alle. Entsprechend verbittert sind die FC-Fans, und einige lassen ihrem Frust freien Lauf: Sie fackeln Feuerwerk auf der Tribüne ab, das Spiel muss zehn Minuten unterbrochen werden.

Derweil ist in den anderen Stadien Schluss, und die SVH-Kicker erfahren in der Zwangspause: Wegen der Ergebnisse der Konkurrenz sind sie in jedem Fall gerettet, egal wie diese Partie ausgeht. Was danach folgt, ist für die einen das Wunder von Schweinfurt, für die anderen der Skandal von Schweinfurt. Denn nach Wiederanpfiff erzielen die Gastgeber drei Tore in sechs Minuten und drehen die Partie. Heimstetten bleibt trotz der 3:4-Niederlage in der Liga, der FCS darf in die Relegation – und Leidtragender ist die SpVgg Bayern Hof, die wegen des Schweinfurter Sieges direkt absteigt. In den folgenden Tagen machen Manipulationsvorwürfe die Runde, dazu abenteuerliche Gerüchte über Wettabsprachen – teils lanciert von der Hofer Vereinsführung. Auch, wenn der Bayerische Fußball-Verband später klarstellt, dass keinerlei Anhaltspunkte vorliegen, konstatiert SVH-Manager Michael Matejka: „Das war eine massive Rufschädigung.“

315 Tage später treffen Heimstetten und Schweinfurt am Samstag im Sportpark erneut aufeinander (14 Uhr) – und wieder steht beiden Klubs das Wasser bis zum Hals. Der FCS hat in diesem Jahr vier Niederlagen in vier Spielen kassiert und ist auf Tabellenrang 14 abgerutscht. Der SVH liegt zwei Plätze und drei Punkte dahinter, wartet seit acht Partien auf einen Sieg und muss gegen Schweinfurt fast schon gewinnen.

Denn außer den Unterfranken gibt es nicht mehr viele Regionalligisten, die der Klub noch abfangen kann, wenn er den direkten Klassenerhalt schaffen will: Die Profi-Reserven aus Nürnberg und Fürth sind im Aufwärtstrend, Burghausen ist heuer noch ungeschlagen, und Memmingen liegt inzwischen zwölf Zähler vor dem SVH. „Mit Blick auf den direkten Klassenerhalt ist das ein Sechs-Punkte-Spiel“, bekräftigt Matejka. „Und fast genauso wichtig wäre es, endlich ein Erfolgserlebnis zu feiern.“ Personell sind bei Heimstetten alle Spieler fit; auch die zuletzt angeschlagenen Daniel Steimel, Nils Ehret und Maximilian Bauer stehen im Kader.

Quelle: fussball-vorort.de

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