Fußball

Kirchasch vs. Wartenberg: Alle freuen sich aufs Fernduell

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Hitzig ging es im direkten Duell in der vergangenen Woche zu.

Wer wird Kreisklasse-Meister? Die Entscheidung fällt am Sonntag. Wir haben mit den Trainern aus Kirchasch und Wartenberg gesprochen.

Kirchasch/Wartenberg– Vier Minuten fehlten dem SC Kirasch am vergangenen Spieltag zur Meisterschaft. Dann erzielte Semere Berhane das 3:2 für den TSV Wartenberg und machte den letzten Spieltag nochmals scharf. Der KSC – um zwei Zähler besser als Wartenberg – muss zuhause gegen den FC Moosinning 2 gewinnen, denn bei Punktgleichheit würde der TSV aufgrund des direkten Vergleichs vorbeiziehen – ein Erfolg in Walpertskirchen vorausgesetzt. Wir sprachen mit den beiden Spielertrainern Markus Weber (KSC) und Jakob Taffertshofer (TSV Wartenberg). Am Freitagnachmittag bekam der SC Kirchasch noch die Nachricht, dass die Rotsperre von Torwart Sven Kouame abgelaufen ist.

Herr Taffertshofer, wieviel Fassl Bier werden nach Moosinning gerollt, wenn Kirchasch nicht gewinnt?

Taffertshofer: Ein bis zwei Fässer Bier würden es schon werden. Vielleicht noch eine Brotzeit dazu. In Moosinning haben wir einige Freunde. Wie das aber dann genau ausschauen wird, damit würden wir uns dann erst nach dem Wochenende befassen.

Mal ehrlich, wie hoch stehen die Meisterchancen tatsächlich?

Taffertshofer: Die Chance ist auf jeden Fall da. Wir haben uns gegen Moosinning in beiden Spielen auch sehr schwer getan. Von dem her könnte es durchaus möglich sein. Natürlich geht es bei Moosinning um nichts mehr, aber im Fußball ist alles möglich, von dem her sehe ich es als eine Fifty-Fifty-Chance. Aber wir haben es nicht mehr selbst in der Hand.

Diesen Vorteil hat der KSC. Herr Weber, wie hat die Mannschaft den Schock von Wartenberg verkraftet, wie war die Woche?

Weber:Kein Schock, eher Stolz. Wir spielen tollen, schnellen und zumeist direkten Fußball. Wenn man sieht, wie wir uns durch gezieltes Training in den letzten drei Jahren weiterentwickelt haben und dem Aufstiegsfavoriten nicht nur alles abverlangt, sondern auch selber intensiv unser Spiel aufgedrückt haben, kann man nur stolz sein – unabhängig davon, was daran hängt. Es war doch von vorne herein klar, dass es ein Spiel gibt, was so oder so ausgehen kann. Für mich ist Leidenschaft und Kampf wichtig, und das war alles bei über 100 Prozent. Also alles gut.

Aber jetzt muss ein Sieg gegen Moosinning her. Wie schafft man den Spagat, konzentriert zu sein, ohne zu verkrampfen?

Weber:Wir werden auch durch dieses Wartenberg-Spiel reifer. Warum sollen wir verkrampfen? Zuhause können wir im letzten Spiel vor ausverkauftem Haus (lacht) Meister werden. Das ist Motivation pur. Wer da verkrampft, ist fehl am Platz. Ich bin jedenfalls heiß und motiviert bis in die Spitzen, und das sind unsere Jungs auch. Trotzdem haben wir Respekt vor Moosinning. Die können jeden schlagen in der Liga! Wir haben die Woche zweimal mit 16 Mann trainiert. Die Stimmung ist mega.

Und wie gehen die Wartenberger Spieler mit der Situation um?

Taffertshofer:Ein Sieg muss her, das stimmt. Das ist auch unser Fokus. Ich denke, wichtig ist, dass wir uns total auf das Spiel konzentrieren. Wir wissen, dass es ein schweres Spiel wird. Walpertskirchen hat eine sehr gute Mannschaft, die sich vor allem in der Rückrunde sehr gut verkauft hat. Natürlich ist ein kleiner Druck da, jedoch haben wir gar nichts zu verlieren. Wir haben es nicht mehr in der eigenen Hand, deshalb können wir ein wenig Druck raus nehmen, eigentlich befreit aufspielen und unsere Hausaufgaben machen.

Trotzdem: Ein Endspiel am letzten Spieltag ist auch Kopfsache. Wird sich das auch auf die Aufstellung – Stichwort Routine und Abgebrühtheit – auswirken?

Weber: Die einzige Änderung gibt es wegen der Roten Karte für Johannes Westermeier. Ihn ersetzt Tom Enzbrunner, ein Stammspieler, der verletzt war. Wir haben also außer der fehlenden Präsenz vom Westi keine spielerische Einschränkung. Der wird uns von draußen anfeuern. Das Tolle ist ja gerade unsere Mischung jung und etwas älter. Wir Älteren haben absoluten Respekt vor den Bönischs dieser Welt. Diese Unbekümmertheit brauchen wir und sind auch deshalb so gut und teilweise nicht berechenbar. Auf der anderen Seite sind mir Ü 29,5 wichtig, die die Jungs ab und an wieder auf den Teppich zu holen und auch immer wieder aufzeigen, wie weit sie gehen können. Das Tolle ist, dass sie es meist selber wissen.

Taffertshofer: Naja, wie wir aus den letzten Wochen gesehen haben, hat sich unsere Kader etwas eingespielt. Wir sind immer 14 oder 15 Spieler. Und wenn man diese Aufstellungen der letzten Spiele beobachtet, gibt es nicht viel zu verändern. Zudem haben wir einige Spieler, die langfristig verletzt sind.

Und das heißt konkret?

Taffertshofer: Kronseder, Scharf und Engl sind nach wie vor verletzt. Unser Kader ist groß genug, wir haben vier bis fünf Auswechselspieler.

Für Walpertskirchen geht es in diesem Spiel um rein gar nichts mehr. Ein Vor- oder ein Nachteil für Euch?

Taffertshofer: Vor einem Spiel kann man viel philosophieren. Wie man es dreht oder wendet, ist egal. Jeder kann in der Liga jeden schlagen, und jede Mannschaft ist auf einem guten Niveau, wenn sie ihren Kampf und ihre Stärken einsetzt. Von dem her kann es natürlich ein Vorteil sein, wenn Walpertskirchen befreit aufspielt und dann auch nach vorne mitspielt. Es kann auch ein Nachteil sein, wenn wir von vornherein zu leichtsinnig in das Spiel gehen

Auch für Moosinning 2 geht es um nichts mehr. Vor- oder Nachteil?

Weber: Weder noch. Die sind heiß, können mit entscheiden, wer Meister wird – und das ohne Druck. Auf der anderen Seite spielen wir im Moment einfach einen geilen Fußball mit wenig Gegentoren – außer letzten Sonntag.

Und Ihr habt es selbst in der Hand: Wie werden die letzten Zeilen des genialen KSC-Live-Tickers lauten?

Weber: An das Niveau vom Christoph Angermaier werde ich nicht ran kommen, aber es könnte in die Richtung gehen: „90 Minuten genialer Fußball im KSC-Stadion! Dafür Danke und nach dem Dank kommt der Trank, also treffen wir uns beim Wirt zur Aufstiegsfeier.“

Egal ob Meister oder über die Relegation – wie wichtig wäre für den TSV Wartenberg der Aufstieg in die Kreisliga?

Taffertshofer: Das würde Wartenberg sehr gut tun. Seit Jahren haben sie das Ziel mal wieder aufzusteigen und seit Jahren gibt der Verein alles dafür, dass das Umfeld passt und die Rahmenbedingungen gegeben sind. Auch für die ganze Mannschaft, wäre es ein Traum. Wir trainieren fleißig und wollen uns immer weiter verbessern. Dies wäre eine Bestätigung der guten Vereinsarbeit und der guten Arbeit der Spieler im Training und in den Spielen. Für die Entwicklung der Mannschaft wäre es natürlich überragend, den nächsten Schritt gehen zu können. Zum 100-jährigen Vereinsbestehen wäre es natürlich ein schönes Geburtstagsgeschenk.

Quelle: Merkur.de

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