18. Hirschbachschleiferl

Beim Laufwettbewerb in Kirchdorf steckt jede Menge Herzblut drin

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Nach dem Startschuss durch Bürgermeister Uwe Gerlsbeck ging es für die Teilnehmer auf die 9,7 Kilometer lange Strecke. Noch nicht in der ersten Reihe, der spätere Sieger Dirk Hohmann von der SG Indersdorf.

Zwei Sportler 80 Jahren bewältigten ebenso den Hirschbachschleiferl-Rundkurs wie auch der Kirchdorfer Niklas Ludwig (17), der als Lokalmatador eine neue Bestzeit aufstellte.

KirchdorfDas Hirschbachschleiferl in der Ampertalgemeinde Kirchdorf ist wohl einer der bekanntesten Läufe des Landkreises. Seit 18 Jahren gibt es die Sportveranstaltung, und genauso lange zeichnet Alois Portz dafür federführend verantwortlich. Er kann auf viele freiwillige Helfer zählen.

Dieses Herzblut der Organisatoren ist unter den Läufern geschätzt, weshalb sich auch das sportliche Niveau des Laufs sehen lassen kann. Dabei sein ist alles, ist für viele das Motto, und das ist auch der Grundgedanke der Veranstaltung.

Zwei Sportler im stolzen Alter von 80 Jahren waren heuer dabei: Josef Schuhbauer aus Kirchdorf und Roland Pflugbeil aus Regensburg. Beide zählen seit vielen Jahren zu den Stammgästen des Hirschbachschleiferls. Und auch wenn Pflugbeil aufgrund von zwei Knieprothesen etwas langsam machen muss: Alois Portz weiß, dass sich dieser es nicht nehmen lässt, seine Runden zu absolvieren.

18. Hirschbachschleiferl in Kirchdorf ein voller Erfolg

Dabei sein wollten heuer auch wieder Franz Bauer und Dirk Ludwig aus Kirchdorf. Die beiden kennen sich gut, tauschen sich kurz vor dem Start noch einmal aus, klopfen sich motivierend auf die Schulter. „Wir haben schon viel zusammen gelitten“, sagt Dirk Ludwig lachend. Für ihn ist es das achte Hirschbachschleiferl, für seinen Freund Franz Bauer bereits das zwölfte. Oder doch schon Nummer 13? So genau weiß er das nicht mehr. Hauptsache mitmachen. „Es ist einfach toll, die Gemeinschaft zu erleben und auch die hohe Qualität an Läufern“, sagt Bauer.

Und Ludwig fügt lachend an: „Ja, da sind richtig gute Starter dabei – und wir.“ Dann zeigt er auf einen jungen Mann: „Der zum Beispiel, das ist einer, der heute vorn dabei sein könnte.“ Und weil es sein Sohn Niklas ist, den er meint, schwingt Stolz in der Stimme mit.

Für Niklas geht es diesmal nicht nur ums Dabeisein. Er will auf den 9,7 Kilometern wenn möglich der Schnellste sein. Der 17-Jährige hat nämlich Großes vor: „Zu meinem 18. Geburtstag möchte ich den Ironman absolvieren und zwar als Jüngster unter zehn Stunden.“ Ein hohes Ziel, für das der Sportler täglich trainiert – „etwa 20 Stunden die Woche“, schätzt er. Und er nimmt zu Trainingszwecken an allen Lauf- sowie Triathlon-Veranstaltungen landauf und landab Teil.

Hirschbachschleiferl in Kirchdorf: Niklas Ludwig gelingt neue Laufbestzeit

In Kirchdorf war er einer der beiden Favoriten, der andere war auch ein Niklas. Niklas Pfeiffer vom Freisinger TSV Jahn. Kurz nach dem Start gab Portz eine Einschätzung ab: „Niklas Pfeiffer, das ist ein ganz ein Schneller.“ Und damit sei er direkter Konkurrent von Niklas Ludwig und ein Treiber für den letztjährigen Zweitplatzierten Jörg Kunstmann (TSV Jahn). Der belegte in der Gesamtwertung Platz drei, Niklas Ludwig lief nach 36:39 Minuten als Zweiter durchs Ziel und knackte mit dieser neuen Bestzeit den bis dato bestehenden Streckenrekord eines Teilnehmers aus Kirchdorf. Der Favorit Niklas Pfeiffer wurde letztlich Vierter.

Bei den Frauen war übrigens wieder Astrid Labermaier die schnellste Kirchdorferin. In der Gesamtwertung der Damenkonkurrenz wurde sie Zweite. 130 Läufer waren es beim Hauptlauf über 9,7 Kilometer, die Runde über 6,8 Kilometern absolvierten 14 Läufer.

Und am Nachmitttag trotzte der Nachwuchs dem Regen: 75 Mädchen und Buben gaben bei den Kinderläufen über eine Distanz von 500 und 250 Metern ihr Bestes und kamen teils triefend nass ins Ziel. Der Stolz der Eltern und Großeltern machte das aber schnell wieder wett.

Hirschbachschleiferl in Kirchdorf: 2011 war das Jahr mit den Spitzenergebnissen

Der Organisator ist zufrieden. Alles ging wieder einmal harmonisch über die Bühne. Ein Blick in die Statistik belegt es übrigens, dass 2011 das Jahr mit den besten Ergebnissen gewesen ist. Da waren einige dabei, die über die 9,7 Kilometer unter 35 Minuten geblieben sind. „Das ist schon eine Wahnsinnszeit“, sagt Portz.

Die hohe Qualität des Laufs haben auch Gäste aus der Ukraine und aus Polen festgestellt. Die Läufer waren zufällig in München zu Besuch und haben den Kirchdorfer Wettbewerb im Internet recherchiert. Platz sechs und elf belegten sie bei den Männern, Rang sieben gab es für die Läuferin aus der Ukraine bei den Frauen. Egal, Spaß hat es gemacht. Und am Ende gilt eben doch: Dabei sein ist alles.

Claudia Bauer

Quelle: Merkur.de

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