Triathlon

Ironman-Traum vs. Corona-Krise: Ein Wettlauf mit der Zeit

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Auf dem Weg nach Klagenfurt: Niklas Ludwig (17) aus Kirchdorf trainiert hart für seinen großen Traum vom Ironman. Die Verletzungen, die er sich bei einem Unfall zugezogen hat, sind ausgeheilt.

Niklas Ludwig aus Kirchdorf will an seinem 18. Geburtstag einen Ironman in unter zehn Stunden finishen - und hofft, dass sich die Corona-Lage entspannt.

Kirchdorf – Der Triathlet an sich hat viele „natürliche Feinde“. Die Blase am malträtierten Fuß, der Schmerz in den Muskeln, das Pech einer gerissenen Fahrradkette, ein Sturz mit dem Bike. Dass allerdings ein mikroskopisch kleines Virus womöglich seine Träume durchkreuzen könnte, daran hätte Niklas Ludwig zu Beginn der Saisonvorbereitung nicht zu denken vermocht.

Zunächst einmal vorweg: Niklas Ludwig, 17 Jahre jung und Nachwuchstriathlet aus Kirchdorf, hat sich weder mit Corona infiziert, noch hat er sonderlich Angst davor. Seine größte Sorge sind derzeit die Sportveranstaltungen, die abgesagt werden. Am 5. Juli, an seinem 18. Geburtstag, möchte Niklas den Ironman Austria-Kärnten in Klagenfurt bestreiten – und in weniger als zehn Stunden finishen. „Seit vielen Monaten ist bei mir alles auf diesen Tag ausgerichtet“, sagt er. „Es wäre schade, wenn der Triathlon wegen der Ausbreitung des Virus nicht stattfände. Die Gesundheit geht aber vor.“

Klar ist: Wer einen Ironman mit 3,8 Kilometern Schwimmen, 180 Kilometern Radfahren sowie 42,195 Kilometern Laufen absolvieren will, benötigt einen langfristigen Trainingsplan und natürlich Wettkampfpraxis. „Meine beiden letzten Leistungstests waren gut, ich bin sehr zufrieden“, betont Niklas. „Trotzdem weiß ich nicht, wo ich stehe.“

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Freisinger Frühjahrslauf abgesagt

Ein erster Gradmesser hätte für ihn der Freisinger Frühjahrslauf am Sonntag sein sollen, da wollte der Kirchdorfer die Halbmarathon-Distanz in Angriff nehmen. Daraus wird allerdings nichts: Der Lauf ist natürlich – wie alle anderen Sportveranstaltungen auch – abgesagt worden. „Ich muss mal schauen, wie ich das mache. Vielleicht laufe ich nur für mich vier Runden durch die Isarauen“, sagt Niklas.

Im Hinblick auf sein Fernziel Klagenfurt hat er natürlich den Vorteil, dass man als Triathlet ohnehin meistens als Einzelkämpfer unterwegs ist. Niklas steht in ständigem Austausch mit seinem Coach Golo Röhrken aus Hamburg, der die Trainingspläne für ihn zusammenstellt. Dieses Training wird nun – je näher der 5. Juli rückt – immer zielgerichteter, der Umfang wird sukzessive gesteigert. Doch ganz ohne Wettkampfhärte geht es nicht: Seinen ersten Triathlon der Saison will er am 16. Mai mit dem Regionalliga-Team des TSV Jahn Freising bestreiten. In Weiden steht eine Super-Sprintdistanz mit 400 Metern Schwimmen, zehn Kilometern Radeln und zweieinhalb Kilometern Laufen an. Sein zweiter soll die Challenge St. Pölten am 24. Mai sein, hier will Niklas die Mitteldistanz (1,9 Kilometer Schwimmen, 90 Kilometer Radfahren und zum Abschluss ein Halbmarathon) bestreiten. Ob die Veranstaltungen jedoch stattfinden, wird die Entwicklung der Corona-Krise zeigen.

Schwerer Radunfall auf Mallorca

Sollte der Traum vom Ironman aus diesem Grund heuer platzen, dann würde sich der 17-Jährige trotzdem nicht von seinem Weg in den Profisport abbringen lassen. Er ließ sich auch nicht beirren, als er am 2. November auf Mallorca einen schweren Radunfall hatte. Niklas simulierte damals – quasi als Saisonausklang – ein Mitteldistanzrennen. Alles lief gut – bis er auf einer Abfahrt mit einem anderen Radfahrer kollidierte. „Er wollte zu seinem Kumpel umkehren. Er hat eigentlich über

die Schulter geschaut, ich dachte also, er hätte mich gesehen. Dann ist er aber plötzlich in die Mitte gezogen“, erzählt Niklas, der sich einen offenen Bruch an der Elle und der Speiche des linken Arms zuzog.

Trotzdem: Aus der Bahn geworfen hat ihn dieser Unfall nicht. „Ich habe mir im Hinblick auf Klagenfurt sofort gedacht: Lieber jetzt als später“, sagt Niklas. Der Unfall habe ihn sportlich auch nicht weit zurückgeworfen. „Schon im Januar hatte ich das Gröbste überstanden, ich konnte seitdem gut meine Basics aufbauen.“ Und überhaupt: „Ich bin auch weiterhin von dem überzeugt, was ich tue. Ich möchte Triathlon-Profi werden.“ Deshalb werde er Tag für Tag hart trainieren. „Alles andere, wie auch die Entwicklung der Corona-Krise, kann ich sowieso nicht beeinflussen.“

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Quelle: Merkur.de

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