„Der KSC gehört in die Landesliga“

Teammanager Didi Scheu über die Stärken der Kirchheimer Fußballer und einen Wiesn-Besuch.

Kirchheim – Die Bezirksliga-Fußballer des Kirchheimer SC blicken auf ein erfolgreiches Jahr zurück. Die vergangene Saison in der Ost-Gruppe schlossen sie als Vierter ab, vor den verbleibenden zehn Partien in der Nord-Staffel haben sie als Spitzenreiter den Aufstieg fest im Visier. Ein Interview mit Dieter „Didi“ Scheu, Teammanager und stellvertretender Abteilungsleiter.

Herr Scheu, seit dem 19. August hat die KSC- Elf von 14 Begegnungen nur eine einzige verloren und eine weitere Partie mit einem Remis beendet. Können Sie sich an eine ähnliche Serie der ersten Mannschaft erinnern?

Nein, das gab’s zumindest in den letzten zehn Jahren so nicht. Auch Co-Trainer und Angreifer Fabian Löns kann sich an eine ähnliche Serie nicht erinnern – und der war ja bekanntlich dabei, als das Team den erfolgreichen Weg aus der Kreisklasse in die Landesliga zurückgelegt hat.

Unter diesen Umständen haben es die Spieler bei der Weihnachtsfeier sicher so richtig krachen lassen, oder?

Davon kann man ausgehen. Ich war zwar nur beim offiziellen Teil der Feier dabei, aber die anschließende Party in der „UnzumutBar“ im Keller des Merowinger Hofs war wie jedes Jahr ein Highlight. Als ich am nächsten Morgen gegen 7.30 Uhr zum Joggen auf die Sportanlage bin, waren immer noch ein paar Leute da.

Was macht denn die Stärke der Mannschaft aus? Hat da womöglich die 2:3-Niederlage beim FSV Pfaffenhofen wenige Tage nach dem gemeinsamen Wiesn-Besuch für einen Hallo-wach-Effekt gesorgt?

Mag sein. Dass wir da verloren haben, lag eher daran, dass Christian Boche ausnahmsweise auf sein Trachten-Outfit verzichtet hatte, weil es an diesem Tag so kalt war(lacht).Im Ernst: Es läuft vor allem deshalb so gut, weil die Harmonie im Kader stimmt. Da gibt’s echte Kameradschaft, die Spieler passen menschlich gut zusammen. Auch die drei Neuen, Samuel Kaltenhauser, Alexander Weiher und Marc Koblizek haben sich super integriert. Dass es einfach passt, zeigt auch die Trainingsbeteiligung – es sind immer zwischen 15 und 20 Leute dabei, die Spieler arbeiten hart. Außerdem sind wir bis dato von größerem Verletzungspech verschont geblieben.

Welchen Anteil am Erfolg hat Spielertrainer Steven Toy?

Er kommt super mit der Mannschaft aus und strahlt eine gesunde Autorität aus. Wird in der Kabine auch mal laut, wenn es darauf ankommt, versteht es, mit den vielen jungen Spielern im Team umzugehen, führt Einzelgespräche. Und er ist voll anerkannt, gerade weil er selbst spielt. Für den KSC ist Steven ein absoluter Glücksgriff.

Und die Spieler heben angesichts der Serie nicht ab?

Nein, dafür sorgt Steven schon. Und die Jungs wollen ja auch aufsteigen und jeder Einzelne tut viel dafür, dass es weiter so gut läuft. Und das 4:0 zuletzt in Eching zeigte doch deutlich, dass mit uns zu rechnen ist. Ab 1. Februar trainieren wir wieder draußen, später geht’s für vier Tage ins Trainingslager nach Porec in Kroatien (21. bis 24. Februar) – und dann werden wir ja sehen, wie es in der restlichen Saison so läuft. Doch ganz ehrlich: Der KSC gehört in die Landesliga.

Mit welchen Schwächen hat das Team zu kämpfen?

Na ja, wir haben noch kein Heimspiel verloren, sind das auswärtsstärkste Team der Liga, haben bis dato die meisten Tore geschossen (56) und dabei noch die wenigsten kassiert (21). Ein echter Knipser und Torjäger fehlt uns, dafür sind wir vorne aber auch schwerer auszurechnen. Und es wäre schön, wenn wir ein paar mehr Zuschauer hätten, es werden von Jahr zu Jahr weniger. Auch die Unterstützung durch Ehrenamtliche lässt nach: Letzte Saison haben Christian Boche und ich noch vor den Spielen auf dem Platz die Linien gezogen...


Worauf kommt es aus Ihrer Sicht vor allem an, damit es mit der Rückkehr in die Landesliga klappt?

Schon die ersten beiden Heimspiele im März gegen den Dritten SV Sulzemoos und gegen den Zweiten TSV Jetzendorf können vorentscheidend sein. Wir müssen einfach bestens vorbereitet in die Rest-Saison gehen – und vor allem gegen Sulzemoos gewinnen, um schon einmal im Kampf um Relegationsplatz zwei einen wichtigen Schritt nach vorn zu tun.

Sie haben ja beim KSC schon viele Posten inne gehabt, mit Fußballer Moritz Knauf (U17 FC Bayern) und Leichtathlet Fabian Olbert (Platz sechs über 100 Meter bei den Olympischen Jugendspielen in Buenos Aires) sind zwei Spieler aus ihrem ehemaligen F-Jugendteam sehr erfolgreich. Wie schaffen Sie das alles nur? Fit sind Sie ja noch...

Na ja, das Knie macht nicht mehr so mit, aber ich wohne ja gleich gegenüber und trainiere unter anderem auch regelmäßig im Fitness-Studio im Ursel-Rechenmacher-Haus. Als Teammanager hab’ ich schon zweimal aufhören wollen, doch Christian Boche hat mich jedes Mal zum Weitermachen überredet. Jetzt teile ich mir die Aufgaben mit unserem Jugendleiter Dominik Achilles. Und ich bin als Ehrenamtlicher sehr aktiv – die nächsten Einsätze sind bei der Handball-WM (10. bis 27. Januar) und bei der Nordischen Ski-WM in Seefeld (19. Februar bis 3. März), beide Male helfe ich bei den Doping-Kontrollen. Wie es dann bei mir in der nächsten Saison beim KSC weiter geht, darüber habe ich mir aktuell noch keine Gedanken gemacht.

Das Gespräch führte
Guido Verstegen.

Quelle: Merkur.de

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