Der Mittelfeldspieler des Kirchheimer SC spricht über Konzept, Trainer und Mannschaftsausflüge beim Aufsteiger 

Niklas Karlin: „So einen Teamgeist habe ich noch nie erlebt“

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„Wir werden als unangenehmer Gegner wahrgenommen“ , sagt KSC-Mittelfeldspieler Niklas Karlin (Mitte).

Die Fußballer des Kirchheimer SC blicken auf ein aufregendes und erfolgreiches Jahr zurück: Im Mai feierten sie nach einer überlegenen Saison die Meisterschaft in der Bezirksliga Nord, im November verabschiedeten sie sich als bester Aufsteiger und Tabellen-Achter in die Winterpause der Landesliga Südost. Ein Rückblick mit Mittelfeldspieler Niklas Karlin im Interview.

Herr Karlin, Sie sind vor dreieinhalb Jahren vom Bayernliga-Aufsteiger Ismaning zum Landesliga-Absteiger Kirchheim gewechselt. Haben Sie diese Entscheidung – auf den ersten Blick ein Rückschritt – jemals bereut?

Nein, auf keinen Fall. Der KSC hatte ja schon ein paar Mal angeklopft, und dann war einfach der richtige Zeitpunkt gekommen. Die Pläne von Robert Eckerl (Sportlicher Leiter, d. Red.) und Steven Toy (Spielertrainer, d. Red.), Spieler aus der Region zu holen und auf die eigene Jugend zu vertrauen, haben mich überzeugt. Ich hab’ mich bereits vor der Abstiegsrelegation für den Wechsel entschieden, weil ich relativ sicher war, dass die Mannschaft es packt. Na ja, es hat nicht geklappt – das war ein bisschen ärgerlich. (lacht)

Sie haben sich in Kirchheim kontinuierlich weiterentwickelt, Steven Toy hält große Stücke auf Sie. In der Aufstiegssaison brachten Sie es auf 22 Scorerpunkte (elf Tore/elf Assists), seit Beginn dieser Spielzeit sind Sie Mitglied des fünfköpfigen Mannschaftsrates. Wie denken Sie über Ihre Rolle im Kader?

Im Mannschaftsrat haben wir eine gute Mischung: Neben Kapitän Eugen Martin (31, d. Red.) und Ricardo Jacobi (31) sind noch Florian Rädler (23) und Marco Wilms (22) dabei. Ich übernehme gerne auch außerhalb des Platzes Verantwortung, im zentralen Mittelfeld liegt mir der offensive Part – ich gehe gerne in die Tiefe, und auch die Standards kommen ganz gut.

Verantwortliche und Spieler loben immer wieder den besonderen Zusammenhalt in der Mannschaft. Was genau steckt dahinter?

Wir sind echt ein super Team, das habe ich in dieser Form tatsächlich noch nicht erlebt. Die Spieler unternehmen auch in der Freizeit sehr viel miteinander – im Moment sind acht Leute gemeinsam in Budapest, Mitte Januar reisen acht Leute nach Dublin. Und als Steven Vater wurde, haben wir ihm einen Strampler mit KSC-Logo, seiner Rückennummer 20 und dem Schriftzug „Mannschaftsprinzessin“ geschenkt. Sie muss allerdings noch reinwachsen. (lacht)

Wie hat sich die Elf nach der durchwachsenen Vorbereitung und den drei Niederlagen zum Saisonstart fangen können?

Gefühlt wäre uns ein etwas späterer Saisonstart entgegen gekommen, aber wir haben uns in dieser Phase nicht verrückt machen lassen. Das Mannschaftsgefüge stimmt einfach, wir helfen uns nach Fehlern gegenseitig und glauben eben bis zur letzten Sekunde daran, dass da noch was geht. Wir haben schon mitbekommen, dass wir als unangenehmer Gegner wahrgenommen werden, weil wir so laut sind und uns gegenseitig pushen.

Welchen Anteil haben die spielenden Trainer Steven Toy und Fabian Löns an der positiven Entwicklung?

Die beiden haben sich ein Riesenlob verdient. Sie haben die Mannschaft super zusammengestellt, auch die Neuzugänge sind eine Bereicherung. Sie finden zudem stets die richtige Balance zwischen Spaß und Disziplin, sind als Trainer respektiert und als Kumpel akzeptiert. Die Spieler sind durch die Bank fit, machen auch Extra-Schichten im Fitnessraum. Außerdem haben wir taktisch einiges gemacht, da bringen auch die Videoanalysen viel.

Was war Ihr schönster Moment im zu Ende gehenden Fußballjahr?

Die Saisonabschlussreise nach Lloret de Mar nach dem Titelgewinn in der Bezirksliga, das war ein absolutes Highlight! Es waren fast alle Spieler dabei, einige sind sogar noch nachgekommen. So richtig verrückt war unser 8:4-Erfolg in Rosenheim, nach 3:1-Führung und 4:4-Gleichstand.

Mit Holzkirchen, Töging und Passau warten im März 2020 gleich drei Tabellennachbarn auf den KSC. Wo sehen Sie Ihr Team am Ende der Saison?

Wir haben ein Mannschaftsfoto mit unseren persönlichen Zielen aufgehängt – Klassenerhalt, einstelliger Tabellenplatz, so viel Spaß haben wie bisher und so weiter. Zugegeben, ich war anfangs skeptisch, weil wir nach dem Aufstieg personell nicht noch mehr nachgelegt haben, aber die Trainer haben zu Recht auf den Kader vertraut. Ein Platz zwischen sieben und zehn sollte drin sein.

Quelle: Merkur.de

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