Erfolg eines schnellen Lernprozesses

Kirchseeon kegelt Forstinning raus: „Die waren dumm, wir waren dümmer“

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Der Landkreischampion ATSV Kirchseeon (hinten, von links): Trainer Christian Barth, Max Hotz (o.), Danny Hahne (u.), Stefan Koch, Lukas Bliemel, Markus Setzer, Kevin Geber, Daniel Alberter, Tim Maletzky, Lukas Alberter, Henry Bliemel, Philip Karanikolas, Sepp Marhofer, (vorne, v.l.) Matthias Gramüller, Jannik Nowara, Simon Ohlberger, Christian Koepp, Korbinian Huber, Adrian Naumann, Riccardo Roth, Dominik Kraus, Stephan Mayr, Hannes Hartmann-Hilter und Kilian Schober.

Oberpframmern – „Die Grafinger waren dumm, aber wir waren noch viel dümmer.“ Worte, die Werner Weber, Abteilungsleiter der Kirchseeoner Kreisklassekicker, leicht über die Lippen kam. Kein Wunder, hatten „seine“ Jungs doch gerade für die Überraschung gesorgt und den zwei Klassen höher agierenden VfB Forstinning im Pokalfinale bezwungen.

VON JOHANNES PILLER
UND WOLFGANG HERFORT

Dennoch. Ein klein wenig trauerte der ATSV-Chef dem entgangenen „Endspiel“ nach, das der letzte Punktspieltag vorgesehen hat: TSV Grafing gegen ATSV Kirchseeon, Erster gegen Zweiten. Für die Meisterschaft ist die Partie am Sonntag, 14 Uhr, Grafinger Stadion, jedoch unwichtig geworden, seitdem die Bärenstädter sich einen dummen Ausrutscher leisteten, Verfolger Kirchseeon aber davon nicht profitieren konnte. Grafing ist sicher Meister, Kirchseeon darf in die Aufstiegsrelegation.

Da könnte fehlen, was die Mannschaft von Trainer Christian Barth am Donnerstag beim Landkreispokalfinale in Oberpframmern erfolgreich in die Waagschale geworfen und mit 2:1 gewonnen hatte: jede Menge (Willens)Kraft (wir berichteten).

Nach dem Doppelpack von Danny Hahne, hatte Kilian Dirscherl zum Anschluss getroffen. In dieser Situation zeigte sich laut Barth, wie sehr sich seine Mannschaft in den vergangenen beiden Jahren weiterentwickelt hat. „Wir haben dazugelernt, haben nicht den Kopf verloren, sondern sind ruhig geblieben. Wir haben an uns geglaubt und sind nicht hektisch geworden.“

Als Barth am Donnerstag den silbernen Kreispokal in die Höhe streckte, war er mit seinen Gedanken schon einen Schritt weiter. „Ich habe danach sofort an Grafing und die beiden Relegationsspiele gedacht“, denn ein Aufstieg in die Kreisliga würde die Entwicklung und die erfolgreiche Saison krönen.

Der kämpferischen Kraftakt aus dem Landkreispokalfinale wird seinen Spielern wohl noch ein wenig in den Knochen hängen, wenn sie sich am Sonntag auf den Weg nach Grafing machen. „Wir werden ein paar Spieler, die während der Saison intensiv beansprucht wurden, schonen. Die, die weniger Einsatz hatten, dürfen spielen. Es gehören alle Spieler zur ersten Mannschaft und ich kann mich auf jeden verlassen.“ Eine Relevanz für die Relegationsspiele hat die Partie gegen den TSV Grafing laut Barth nicht. „Der Ausgang des Pokalfinals war viel wichtiger.“

Dass ihm der nicht egal war und die Niederlage heftig schmerzte, offenbarte Forstinnings Trainer Ivica Coric. Er steuerte nach dem Abpfiff wutentbrannt auf das Schiedsrichtergespann zu und ließ auf wenig sportmännische Weise Dampf ab. Lautstark und heftig gestikulierend ließ er das Trio Rene Michel Siegel, Lucas Jerlich und Holger Schuch wissen, was er von ihrer Leistung hielt. Vor allen Dingen Assistent Jerlich, der zweimal eine Abseitsposition angezeigt und so zwei Tore des VfB aus Sicht der VfB-Coaches verhindert habe, bekam einige unschöne Worte an den Kopf geworfen. Hart an der Grenze zur Beleidigung. Es blieb die einzig unschöne Aktion in einem sehr fair geführten Pokalfinale.

Quelle: Merkur.de

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