Kollektiver Kräfteschwund

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Endstation FC Augsburg: Nach vier Siegen in Folge fanden die BCF-Fußballer um Franz Fischer (Mi.) gegen die U 23-Mannschaft des Zweitligisten nie zu ihrem Spiel und kassierten eine 0:2-Niederlage.

Wolfratshausen - Gezeichnet von den Strapazen der letzten Wochen versagten beim BCF die Erfolgsmechanismen. Die 0:2-Heimniederlage gegen die Reserve des FC Augsburg fußte auf zwei kapitalen Fehlern in den eigenen Reihen.

Die Partie war längst beendet, als Karl Murböck in Badeschlappen durch das Vereinsheim schlich und brummelte: „Es war alles etwas viel in den letzten Wochen.“ Der Kapitän war das schillerndste Beispiel eines Farcheter Kollektivs, dem jegliche mentale Frische abhanden gekommen war. ´

Statistik:

BCF Wolfratshausen – FC Augsburg II 0:2 (0:2)

BCF: Demmel - S.Kluge (62. L.Kasperek), J.Taffertshofer, Jell, Rauch, Panholzer, Miedl, Murböck (67. Guéye), Pratz, Amanquah (62. Scheck), Fischer.

Tore: 0:1 (11.) Müller (FE.), 0:2 (20.) Schaller.

Gelbe Karten: Demmel, Taffertshofer, Jell (alle BCF).

Schiedsrichter: Andreas Hartl (SV Aicha vorm Wald).

Zuschauer: 180

Murböck ließ sich 20 Minuten vor dem Ende auswechseln, nachdem er weder wie gewohnt in seine kernigen Zweikämpfe gefunden hatte, noch anderweitig produktiv in Erscheinung getreten war. „Wer den Karl kennt, weiß, dass schon sehr viel passieren muss, wenn er vom Feld geht“, rückte Trainer Andi Brunner die Spielanalyse ins rechte Licht. „Drei Tage nach dem Pokalspiel war die Spritzigkeit heute nicht vorhanden.“
Nach gutem Beginn machten es sich die Farcheter selbst schwer. Zehn Minuten waren erst absolviert, da gab es schon Strafstoß für die Gäste. Sebastian Kluge legte sich schwerfällig auf Namensvetter Schaller, riss den Augsburger so zu Boden. Dass die Aktion keine Torgefahr beinhaltete, weil Kluge seinen Gegenspieler nahe der Grundlinie foulte, machte es nicht besser. Aber der BCF setzte noch einen drauf. Jetzt war Franz Demmel Urheber einer lustigen, gleichwohl folgenschweren Einlage. Der Schlussmann ließ einen hohen Ball auf- und über sich selbst springen und bekam das Spielgerät dem Vernehmen des Schiedsrichter-Assistenten nach erst hinter der Torlinie zu fassen. Demmel tobte und versicherte hinterher, „der Ball war noch 30 Zentimeter vor der Linie“. Schon zu diesem Zeitpunkt wetterte Brunner an der Linie, „wir haben alles im Griff und schenken Augsburg zwei Tore“.

Landesliga: BCF Wolfratshausen gegen Augsburg II

Landesliga: Bilder vom Spiel zwischen BCF Wolfratshausen und FC Augsburg II
Landesliga: Bilder vom Spiel zwischen BCF Wolfratshausen und FC Augsburg II © or-pressedienst
Landesliga: Bilder vom Spiel zwischen BCF Wolfratshausen und FC Augsburg II
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Landesliga: Bilder vom Spiel zwischen BCF Wolfratshausen und FC Augsburg II
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Landesliga: Bilder vom Spiel zwischen BCF Wolfratshausen und FC Augsburg II
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Landesliga: Bilder vom Spiel zwischen BCF Wolfratshausen und FC Augsburg II
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Landesliga: Bilder vom Spiel zwischen BCF Wolfratshausen und FC Augsburg II
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So berichtet FUSSBALL VORORT über das Spiel

In Folge des Rückstands kamen die Platzherren weit von der Ideallinie ab. Fehler im Aufbau und technische Unzulänglichkeiten mehrten sich signifikant. „Da hatten wir zehn ganz schlimme Minuten“, bestätigte Brunner. Karl Murböck erkannte schnell, dass es nicht der Tag seines BCF werden würde. Exemplarisch für das gesamte Kollektiv appellierte er nach einem misslungenen Steilpass an Max Panholzer: „Wir sind heute alle nicht gut drauf, spielt die Bälle genau in den Fuß.“ Die junge Auswahl aus Schwaben spielte derweil brav ihren technisch gepflegten Fußball, konnte aber aus dem Spiel – mit Ausnahme eines Konters zum Ende hin – keine Einschussgelegenheiten akquirieren. Brunner stellte auf Dreierkette um, beorderte Lamine Gueye in den Angriff. „Mit einem Tor hätten wir vielleicht Auftrieb bekommen.“ Aber soweit kam es an diesem herrlichen Spätsommertag nicht. „Es fehlte die letzte Entschlossenheit, wir hatten keine einhundertprozentige Torchance.“ Entsprechend des Endresultats war Augsburgs Trainer Roland Bahl zufrieden: „Bei einer Niederlage hätten wir den Anschluss verloren. So aber haben wir bei einem Spitzenteam zu Null gespielt.“ Andi Brunner war derweil lediglich „vom Ergebnis her zerknirscht“.

Von Oliver Rabuser

Quelle: fussball-vorort.de

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