Kommunikationsprobleme im Sportpark

Vieles bleibt nebulös bei der SpVgg Unterhaching. Fest steht, dass zwischen Trainer Klaus Augenthaler (l.) und Sportdirektor Francisco Copado (r.) Funkstille herrscht. Doch was macht der allmächtige Toni Schrobenhauser (M.), Copados Schwiegervater? Foto: Mladen Lakovic

Unterhaching - Ob Klaus Augenthaler seinen Vertrag bei der SpVgg Unterhaching im Sommer verlängert, ist ungewiss. Inzwischen gibt es Spekulationen über das Ende der Zusammenarbeit. Aussagen von Sportdirektor Francisco Copado sorgen nicht gerade für bessere Stimmung.

Mangelnde Kommunikation warf der dem Coach in einem Interview vor. Ob gewollt oder nicht: Copado hat damit in einer sportlich unbefriedigenden Situation einen neuen Kriegsschauplatz eröffnet. Eigentlich ist es Augenthaler leid, dazu Stellung zu nehmen, wie er mehrfach betonte. Doch ganz kommentarlos wollte er die Äußerungen nicht stehenlassen.

Und der Konter des Trainers saß. „Ich bin jeden Tag im Sportpark“, sagte er nicht ohne eine hörbare Süffisanz, „er weiß, wo er mich erreicht.“ Dass es in der Tat immer weniger Austausch mit dem Sportdirektor gibt, konnte Augenthaler bestätigen. Doch den Schwarzen Peter dafür schob er gleich zurück: „Es war eine Zeit lang gang und gäbe, dass er beim Training zugeschaut hat, wir uns danach oder davor unterhalten oder auch mal einen Kaffee getrunken haben. Aber das ist länger nicht mehr passiert. Ich kann sprechen und sprechen mit jedem. Auch mit Copado, wenn zu mir kommt. Aber er war halt nicht da.“

Das Verhältnis, so denn noch eines existiert, ist merklich abgekühlt zwischen dem starken Mann in der Chefetage und dem auf dem Trainingsplatz. Und auch jenes mit dem Vorstand. Der könne doch theoretisch einmal Stellung beziehen, wurde dem Coach ein weiterer Ball zugespielt. „Theoretisch...“, lautete Augenthalers Antwort. Warum er es denn nicht täte? „Bin ich der Verein?“

Es waren noch ein paar schmunzelnd vorgetragene Aussagen des Trainers, die den Schluss zulassen, dass er sich inzwischen vom Klub alleingelassen und als Einzelkämpfer an der sportlichen Front sieht. Keine fruchtbare Konstellation für eine Zusammenarbeit. Der Gedanke lag da nicht mehr weit entfernt, Augenthaler nach der Zukunft zu fragen - und ob er überhaupt noch Lust hat auf die SpVgg.

Noch sei in der Frage einer weiteren Saison „nichts entschieden“, sagte er. Der dabei entscheidende Punkt: „Gibt es eine sportliche Perspektive? Die Frage ist erst einmal, ob wir in der Dritten Liga bleiben. Und dann, ob wir eine konkurrenzfähige Mannschaft hinbekommen.“ Ein weiteres Indiz für fehlende Kommunikation und mangelnde Zusammenarbeit: Sportdirektor und Verein basteln schon an der Zukunft mit jungen Eigengewächsen und statten Personal der zweiten Mannschaft mit Profiverträgen aus wie jüngst im Fall Yilmaz. Der Trainer war in diese Entscheidung nicht involviert.

Klarstellen konnte Augenthaler nur, dass er die Saison zu Ende bringt: „Ich habe A gesagt, jetzt sage ich auch B. Jetzt das Schiff zu verlassen, das mache ich nicht.“ Nächste Frage: „Gibt’s im Sommer andere Schiffe?“ Antwort: „Es fahren so viele Schiffe rum...“ Ein launiges Gespräch mit dem Hachinger Chefcoach - das viele Schlüsse zulässt.

Christian Amberg

Quelle: fussball-vorort.de

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