Pipinsrieder Wende

Konny Höß: Abkehr von Prinzipien

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Pipinsried-Macher Konny Höß hat sich nach der Trennung von Ömer Kanca gegen einen Spielertrainer entschieden.

FC Pipinsried - Wenn es ums Überleben geht, wird selbst ein Mann wie Konrad Höß seinen Prinzipien untreu. Aus Gründen der Ökonomie setzte der Chef des FC Pipinsried gerne auf einen Trainer, der selbst noch mitkickt, „da spare ich mir ein Gehalt“, so das schlagende Argument.

Und schließlich hatte Höß schon gute Erfahrungen gemacht, einst mit Joachim Goldstein, Wolfgang Krebs und Dragan Antic. Zwischen 2001 und 2007 spielte man dann unter Spielertrainer Michael Stiller eine gute Rolle in der damaligen Landesliga Süd, Höß war endgültig überzeugt von diesem Weg. Es folgten Marcel Richter, Denis Dinulovic und der Ex-Profi Marco Küntzel, Roland Baumgärtner überwarf sich bald mit dem mächtigen Vereinsboss und wurde durch Co-Trainer Jürgen Schäfer ersetzt, erstmals seit mehr als 15 Jahren war Höß von seinem Konzept abgewichen. Schäfer war, wie auch sein kurzfristiger Nachfolger Helmuth Wirth, nur Coach.

Mit Tobias Strobl begann wieder eine drei Jahre währende und richtig erfolgreiche Ära des Spielertrainers in Pipinsried, Ömer Kanca, nach dem plötzlichen Abschied Strobls verpflichtet, sollte die gute wie günstige Tradition fortsetzen. Nach dem Fehlstart aber brennt die Hütte in Pipinsried, in der Not setzt Höß nun auf Erfahrung. Und Härte. Auch dafür ist Bernd Weiß bekannt. Es fehle an Fitness, so dessen hartes Urteil nach der ersten Trainingseinheit. Das wird er zu ändern wissen. Der 56-Jährige war als Trainer für Türk Gücü, 1860 Rosenheim, den FC Ismaning und den FC Miesbach tätig, sein Training, so war von dort zu hören, sei „hart, aber absolut geil“.

Das sollte sich, das muss sich auswirken. Schließlich ging das Debüt von Weiß mit dem 2:4 beim Aufsteiger SV Erlbach gründlich in die Hose. Ihm das anzulasten, wäre allerdings nicht fair: Nach nur einer Einheit mit Pipinsrieds Kader hätte er schon über magische Kräfte verfügen müssen, um das Blatt sofort zu wenden. Der TSV Bogen, am Sonntag zu Gast im Dachauer Hinterland, dürfte aber schon mit einem ganz anderen FCP konfrontiert werden. Einem, der den Ernst der Stunde endlich begriffen hat.

Die Amateurfußballseite erscheint jeden Mittwoch. Autor ist Reinhard Hübner, erreichbar unter komsport@t-online.de.

Quelle: fussball-vorort.de

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