Pipnsried-Macher geht neue Wege

Konny Höß: Von wegen Altersstarrsinn

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Konrad Höß hat sich nach dem gescheiterten Experiment mit Ömer Kanca für einen Routinier an der Seitenlinie entschieden.

FC Pipinsried - Es wird ja viel geredet über Konrad Höß. Die einen schätzen ihn wegen seines großen Fußballverstands, andere halten ihn für einen Patriarchen und für ziemlich „bauernschlau“.

Auch letzteres mag zutreffen, eine gewisse Schläue zeichnet den früheren landwirtschaftlichen Leistungsprüfer sicherlich aus. Tagtäglich hatte er mit Bauern im Dachauer Hinterland zu tun, was ihm in seinem Nebenjob als Fußballboss nicht unbedingt schadete. Längst ist inzwischen der FC Pipinsried sein Hauptjob, dort ist er praktisch alles, vom Platzwart bis zum Pressechef und Präsidenten. Er hat gute Jahre erlebt, sehr gute zuletzt. Bis zum Sommer durfte man in dem 500-Seelen-Dorf von der Regionalliga träumen.

Dann aber passierte Höß, was ihm selten passiert: Die Neubesetzung des Trainerpostens wurde nicht zum Glücksgriff. Vielleicht hatte ihn der unerwartete Rücktritt von Tobias Strobl kalt erwischt. Höß hat zwar immer interessante Leute im Auge und auf seiner Liste, doch auf die Schnelle ist nicht jeder Wunschkandidat verfügbar. Höß vertraute vor allem seinem Bauchgefühl, als er den 25-jährigen Ömer Kanca verpflichtete, als Spielertrainer natürlich. Nur ganz selten war Höß seiner Linie untreu geworden, Trainer und Führungsspieler in Personalunion zu holen. Diesmal hatte ihn sein Bauch getrogen.

Sein Fußballverstand riet ihm nun, einen völlig anderen Weg zu gehen, um das bedrohlich sinkende Schiff zu retten. Seit dem neunten Spieltag steht mit Bernd Weiß nun ein erfahrener Mann an der Seitenlinie, der mit allen Wassern des Fußballgeschäfts gewaschen ist, kein Trainernovize mehr, wie zuvor meist in Pipinsried. Und nachdem nun den beiden Auftaktniederlagen unter Weiß zwei doch recht überzeugende Siege folgten, ist Höß überzeugt, „den richtigen Schritt getan“ zu haben: „Die Arbeit des Trainers scheint Früchte zu tragen“, freute er sich nach dem 2:0 in Rosenheim, Weiß‘ früherer Wirkungsstätte. Zumindest Altersstarrsinn kann man dem 74-Jährigen nicht nachsagen.

Dieser Artikel erschien auf der Amateursportseite des Münchner Merkurs. Sie erscheint jeden Mittwoch. Autor ist Reinhard Hübner. Erreichbar unter komsport@t-online.de

Quelle: fussball-vorort.de

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