Am Konzept wird in Garching nicht gerüttelt

Daniel Weber findet die Bezirksoberliga wegen der Derbys attraktiver als die Landesliga. Foto: Förtsch

Garching - Daniel Weber hat es schwer. Denn der Trainer des Bezirksoberligisten VfR Garching hat in der Vorbereitung auf das Restprogramm, die am Montag begonnen hat, weniger an einer konkreten Schwäche seiner Elf zu arbeiten, als vielmehr an einer abstrakten, schlecht greifbaren.

Die Garchinger Kicker zeigten bislang zwei derart unterschiedliche Gesichter, wie man es im Fußball ganz selten erlebt. Der bisherige Verlauf der Saison war von einer unglaublichen Auswärtsschwäche geprägt. Zehn Mal trat das Team auf fremdem Geläuf an, sieben Mal schlichen die VfR-Kicker mit gesenktem Haupt vom Platz. Dem gegenüber steht eine nicht minder imposante Bilanz im eigenen Stadion - neun Spiele, acht davon gewonnen, nur eine Niederlage. Die Heimtabelle weist Garching als Branchenführer aus.

In der Summe macht das dann den vierten Rang, der Weber-Truppe fehlen fünf Zähler auf Klassenprimus TSV Eching. „Auswärts fehlt die Entschlossenheit, zu Hause üben wir Dominanz wie der FC Bayern aus. Es ist ein ständiges Auf und Ab, und daran müssen wir arbeiten“, sagt Weber.

Mit an Bord sind seit der Winterpause Mittelfeldspieler Philipp Königshoff, der vom TuS Lingen kam. „Ein Linksfuß mit viel Potenzial“, sagt Weber. Neu im Garchinger Trikot ist auch Bastian Scholz vom SV Kauerhof. Er hat schon in der Vorrunde mittrainiert, und was Weber gesehen hat, hat ihm gefallen. „Man wird nun sehen, ob er die Trainingsleistung auf ein Spiel übertragen kann.“ Generell bekäme bei ihm jeder eine Chance, sagt der VfR-Coach, zumal sich in Leonhard Höfner und Hendrik Ulfers (beide SpVgg Kammerberg), Alejandro Palacios, Markus Hermann (beide Studium) sowie Jens Herbert, den es beruflich nach Frankfurt verschlagen hat, gleich fünf Spieler nicht mehr zur Verfügung stehen werden.

Momentan sieht sich der Club im Soll, schließlich wurde ein Platz unter den ersten Fünf als Saisonziel ausgegeben. Sollte am Ende mehr herausspringen, ist niemand angefressen. Selbst einen Aufstieg würde der VfR gerne mitnehmen. Wobei Webers Gefühlswelt diesbezüglich ambivalent ist. „Es wäre fahrlässig, den Spielern die Möglichkeit zu nehmen, in der Landesliga zu spielen. Die Fortsetzung unserer Entwicklung darf sein. Aber attraktiver ist es sicher, gegen die regionalen Größen in der Bezirksoberliga Derbys zu bestreiten, als gegen Landsberg, Pipinsried oder Schwabmünchen zu spielen.“

Auch wenn dieser sportliche Erfolg sich tatsächlich einstellen sollte, an seinem Konzept will der Verein unter gar keinen Umständen rütteln. Seit Jahren wird auf den eigenen Nachwuchs gebaut. „Und wir werden im Falle eines Aufstiegs sicher nicht auf Einkaufstour gehen“, sagt Weber. Viele Garchinger spielen im Team, „sechs oder sieben Stammspieler der Elf, die in die Bezirksliga aufgestiegen waren, sind immer noch Stammspieler“, sagt Weber.

Die Identifikation des Umfelds und der Jugend mit der ersten Mannschaft spiele eine große Rolle. Schnell wird man in Garching erkennen, wohin die Reise gehen wird, das Auftaktprogramm hat es nämlich in sich. In Feldmoching, Eching und Kirchanschöring hat der VfR gleich drei Schwergewichte der Liga vor der Brust. Den ersten Test bestreitet die Weber-Elf am Sonntag, 13. Februar, beim Kreisligisten SV Lohhof. Anpfiff ist um 14.30 Uhr.

Matthias Vogel

Quelle: fussball-vorort.de

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