Vertrag beim FC St. Pauli ausgelaufen

Korbinian Müller: Zukunft offen - Fußball nicht mehr die einzige Option

Zweitliga-Premiere bei St. Pauli etwas positiver vorgestellt: Der Jachenauer Torwart Korbinian Müller musste sich mit seinem Hamburger Verein im letzten Saisonspiel 3:5 geschlagen geben, hat sich aber zur Nummer 2 hochgearbeitet.

Der Vertrag von Torwart Korbinian Müller beim FC St. Pauli ist ausgelaufen. Seine Zukunft ist daher offen, er hat neben dem Fußball aber auch andere Interessen.

Jachenau/Hamburg – Viele Nachwuchsfußballer im Landkreis träumen davon, einmal für den FC Bayern, für 1860 München oder die SpVgg Unterhaching aufzulaufen. Einer der wenigen, der es geschafft hat, seinen Lebensunterhalt mit dem Fußball zu verdienen, ist der Jachenauer Korbinian „Kurbi“ Müller, der zuletzt beim Zweitliga-Club FC St. Pauli im Tor stand. Der 29-Jährige hatte seine Profikarriere in Unterhaching gestartet, spielte mittlerweile im zweiten Jahr für den Kiezclub im hohen Norden Deutschlands und baut sich derzeit im Immobiliensektor ein weiteres Standbein für seine berufliche Zukunft auf. Der derzeit einzige Profi-Fußballer aus dem Landkreis im Gespräch über seinen Werdegang, wie er den Corona-Shutdown erlebt hat und seine Pläne.

Wie kommt ein Jachenauer Bua zu einem Hamburger Fußballverein?

Ich habe mit sechs, sieben Jahren beim Lenggrieser SC mit dem Fußballspielen angefangen. Zuerst noch als Feldspieler, dann als Torhüter. In meinem ersten C-Junioren-Jahr bin ich nach Unterhaching gewechselt, wo ich mehr als zehn Jahre geblieben bin. Bei der SpVgg bin ich mit der Zeit von der Nummer drei zur Nummer eins im Tor geworden. Zwischendurch spielte ich zwei Jahre für die Stuttgarter Kickers (dritte Liga, d. Red.), mit denen ich knapp an der Relegation zur Zweiten vorbeigeschrammt bin. Als 2018 in Unterhaching mein Vertrag ausgelaufen ist, habe ich ihn nicht verlängert, weil mir irgendwie die Wertschätzung gefehlt hat. Vor allem, nachdem ich schon so lange für den Verein tätig war. Als der Torwart-Trainer von St. Pauli bei mir angerufen hat, habe ich die Chance ergriffen und bin an die Alster gegangen. Bisher habe ich den Wechsel keinen Augenblick bereut.

Wie war dort Ihre Stellung in der Mannschaft?

In meiner ersten Saison war ich zunächst die Nummer drei. In der Spielzeit 2019/20 bin ich zur Nummer zwei aufgerückt. Ich kam auch im Pokal und im letzten Saisonspiel in der zweiten Bundesliga zum Einsatz. Leider haben wir da 3:5 gegen den bereits feststehenden Absteiger Wehen-Wiesbaden verloren. Ich hätte ich mir meine Hamburger Zweitliga-Premiere etwas positiver vorgestellt, aber über den Einsatz habe ich mich dennoch sehr gefreut!

Wie haben Sie die harte Corona-Zeit erlebt?

Das war Anfang März mit dem Fußballverbot schon ein krasser Einschnitt. Von heute auf morgen wurde der komplette Trainings- und Spielbetrieb eingestellt. Zuerst bekamen wir Trainingspläne für Zuhause, um uns fit zu halten. Später waren wieder Übungseinheiten in kleinen Gruppen erlaubt. Irgendwann war ein normales Mannschaftstraining unter strengen Auflagen erlaubt, und dann wurde die Zweitliga-Saison mit den Geisterspielen beendet. Da kam man sich oft wie in einem Freundschaftsspiel vor, weil die ganze Stimmung fehlte. Der Heimvorteil ist nahezu weggefallen, aber das ging ja jeder Mannschaft gleich.

Haben Sie neben dem Fußball noch weitere Interessen oder Hobbys?

Sportlich querbeet. Im Winter spiele ich Eishockey oder gehe zum Snowboarden oder Langlaufen. Wenn’s wärmer wird, bin ich viel mit dem Mountainbike unterwegs.

Wie sieht es mit Ihrer sportlichen Zukunft aus?

Das kann ich im Augenblick nicht genau sagen. Da hier in St. Pauli mein Vertrag ausgelaufen ist und zudem mit dem Rauswurf von Trainer Jos Luhukay vieles im Umbruch ist, ist auch bei mir alles offen. Ich warte jetzt einmal relativ entspannt ab, was da noch passiert.

Und Ihre weitere berufliche Zukunft?

Fußball ist für mich nicht mehr die einzige Option. Deshalb hatte ich bereits zuvor nebenher mein duales Studium in Fitness-Ökonomie abgeschlossen. Dafür war ich parallel zum Fußball in diesem Metier im R1-Sportsclub in München tätig. Darüber hinaus versuche ich, mich auf dem Immobilien-Sektor zu etablieren. Aber wie gesagt, ich sehe alles relativ entspannt und lasse die Dinge in Ruhe auf mich zu kommen. (EWALD SCHEITTERER)

Quelle: Merkur.de

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